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Paul Williams schlägt Kermit Cintron nach bizarrem Ende

So hatte sich niemand das Ende eines Kampfes, der viel versprach, vorgestellt. Als der Kampf zwischen Paul Williams und Kermit Cintron nach drei schwachen Runden endlich etwas Fahrt aufzunehmen schien, sorgte ein bizarrer Unfall für ein vorzeitiges Ende in der vierten Runde. Kermit Cintron stürzte aus dem Ring und verletzte sich dabei so schwer, dass er unter größten Vorsichtsmaßnahmen abtransportiert werden musste. Die Punktkarten wurden herangezogen, nach denen Paul Williams per Split Decision gewann. Dabei lagen die Punktrichter in ihren Urteilen erstaunlich weit auseinander und boten mit ihren Punktständen einiges an Angriffsfläche.

Kermit Cintron erwischte den besseren Start in den Kampf und frustrierte den favorisierten Paul Williams anfangs mit seinem guten Timing. Williams, der normalerweise um die einhundert Schläge pro Runde abfeuert, zeigte sich sehr verhalten, da Cintron ihn immer wieder abkonterte und es ausnutzte, wenn Williams seinen Reichweitenvorteil aufgab indem er sich in seine Schläge hineinlehnte. Cintron gelangen so in den ersten beiden Runden die besseren Treffer, doch es war ein schwacher Kampf, der hinter den durchaus hohen Erwartungen zurück blieb. Williams konnte nicht den Druck erzeugen, den man von ihm gewohnt ist, und den man gegen Cintron erwartete, da dieser bereits zwei Mal unter dem Druck von Antonio Margarito eingebrochen war.

In der dritten Runde erhöhte Paul Williams dann langsam die Schlagzahl und kam auch zu besseren Treffern, doch es sollte bis zur vierten Runde dauern, dass das Spektakel seinen Lauf nahm. Früh in der Runde landete Williams den besten Schlag des Kampfes mit einer langen linken Geraden, die auf Cintrons Kinn einschlug. Nur Sekunden später wiederholte er den Erfolg mit einer weiteren starken linken Geraden, die aber umgehend von einer tollen rechten Geraden von Kermit Cintron gekontert wurde. Williams schien sogar etwas angeschlagen und die beiden gingen in einen Clinch. Als sie wieder frei waren, kam es wenig später zum folgenreichen Unfall.

Gerade einmal eine halbe Minute war in der vierten Runde um, als Paul Williams erneut eine linke Gerade schlug, die ihr Ziel dieses Mal verfehlte. Er ließ sich jedoch ein wenig in den Schlag reinfallen und sein Kopf ging Richtung Cintrons Brust. Dieser drückte Williams mit dem linken Arm etwas nach unten, so dass Williams vorwärts und Cintron rückwärts stolperte. Paul Williams fiel zu Boden und Cintron in die Ringseile, die ihn nicht halten konnten. Seitwärts landete er auf einem Tisch samt Monitor neben dem Ring und daraufhin auf dem Boden. Williams war schnell wieder auf den Beinen, aber Cintron blieb minutenlang liegen ohne sich großartig zu bewegen. Der Doktor wurde geholt und mit größter Sorgfalt wurde Cintron auf eine Trage gehievt und Richtung Krankenhaus gebracht. Cintron bat anscheinend um ein paar Minuten um sich zu erholen, doch der Doktor befürchtete interne Verletzungen und ging zu Recht lieber auf Nummer sicher.

Da die vierte Runde bereits angefangen hatte, wurden laut kalifornischen Regeln die Punktkarten herangezogen. Dabei wurden sowohl die ersten drei Runden als auch die äußerst kurze vierte Runde gewertet. Punktrichter Jerry Cantu hatte alle vier Runden an Kermit Cintron gegeben, Punktrichter Dr. James Jen-Kin sah Paul Williams in allen vier Runden vorne, und Fritz Werner hatte Williams drei Runden und Cintron eine Runde gegeben. Damit stand Williams als etwas schmeichelhafter Sieger eines unbefriedigenden Kampfes fest.

Kermit Cintron war nachher sehr erzürnt sowohl über das Punkturteil als auch über den Abbruch, da er sich selbst in der Lage sah den Kampf fortzuführen.

Ein Rückkampf zwischen den beiden sollte auf jeden Fall stattfinden um ein aussagekräftigeres Ergebnis zu erhalten und ersten Kommentaren der beiden Seiten zu Folge scheint dies auch durchaus realistisch zu sein.

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