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Patrick Rohkohl verliert in Melbourne umstritten gegen Zac Dunn

Dass man als Gastboxer auch in Australien nicht unbedingt die besten Karten hat, musste der 31-jährige Braunschweiger Supermittelgewichtler Patrick Rohkohl (16(12)-1(1)-0) bei seinem Auftritt als Gastboxer in Melbourne erfahren. Er kämpfte am Freitag gegen den Melbourne – Lokalmatador Zac Dunn (28(23)-1(1)-0). Dabei sollte es um den WBA-Oceania Titel gehen, den der Australier trägt. Rohkohls WBO-Europameistertitel stand in diesem Kampf nicht auf dem Spiel.

Der Kampf war bereits nach 2 Runden vorbei. Rohkohl sagte gegenüber der „Braunschweiger Zeitung“, dass die erste Runde recht ausgeglichen war. Im 2. Durchgang musste er 2x nach Schlagwirkung runter. Beim zweiten mal habe Zac Dunn bereits wieder zugeschlagen, als der Ringrichter den Kampf noch nicht frei gegeben hatte. Darauf wurde Rohkohl wieder angezählt. Eigentlich hätte er 5 Minuten Zeit bekommen müssen, um sich von diesem irregulärem Schlag erholen zu können. Als das nicht der Fall war, gab Rohkohl den Kampf auf.

Was im Ring geschah, war nach Rohkohls Angaben nur der „Punkt auf dem I“. Er fühlte sich schon bei der Anreise und während des Aufenthalts in Melbourne benachteiligt. Der Veranstalter habe für ihn eine umständliche und lange Anreise gebucht. Er musste von Hamburg über London und Hongkong fliegen. Dabei ist man 36 Stunden unterwegs. Mit einer anderen Route über Dubai oder Abu Dhabi ist man wesentlich schneller am Ziel. In Melbourne war ein Hotelzimmer für ihn gebucht, dass an einer Tag und Nacht viel befahrenen Straße lag. An Ruhe war nicht zu denken. Außerdem boxte der Australier mit anderen Handschuhen, als die, die man Rohkohl vorher gezeigt hatte.

Der Gipfel war dann die unfaire Aktion im der 2. Runde. Rohkohl gab an, dass er nicht verletzt war und hätte weiter boxen können. Aber er hatte genug und einfach keine Lust mehr, sich so behandeln zu lassen. Er erkennt das Urteil nicht an und sagt: „Ich hatte aber das Gefühl, dass ich hier gar nicht gewinnen kann. Wäre es hier fair abgelaufen, hätte ich die Niederlage auch eingestanden. Aber so nicht!“ Rohkohl will einen Rückkampf in Deutschland oder zumindest auf neutralem Boden. Ob es dazu kommt, ist aber fraglich. Eine entsprechende Klausel gab es im Kampfvertrag nicht. Wenn man daran denkt, wie ähnliche Kämpfe in Deutschland abgelaufen sind, kann er das getrost vergessen. Fraglich ist, ob die WBO diesen Kampf genehmigt hat oder ob sein Europameistertitel durch diese Niederlage auch noch “flöten gegangen” ist. 

Im Juni wird bereits der nächste Boxer aus Deutschland nach Australien reisen und dort sein Glück versuchen. Der Hamburger Mittelgewichtler Fatih Keles vom ECB Team wird im Hotel & Casino The Star Gold Coast gegen den Australier Liam Parlo kämpfen. Dabei soll es um eine gute WBO-Ranglistenposition gegen. Da Teamchef Erol Celan in Australien einer der 3 Veranstalter ist, kann man nur hoffen, dass es dabei fair zugehen wird.

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1 Kommentar

  1. 7. April 2019 at 18:10 —

    Nachdem ich einen Clip der 2. Runde gesehen habe, muss ich der Darstellung von Rohkohl widersprechen.

    Wer sich so deckungslos zum Abschuss anbietet, der muss sich nicht wundern, wenn er getroffen wird und runter geht. Das war boxerisch eine Nullnummer.

    Die Ausreden von wegen lange Anreise und schlechtes Hotel kann man auch nicht so stehen lassen. Er ist bereits 6 Tage in Australien gewesen, bevor der Kampf stattfand. Da sollte die lange Anreise und auch die Zeitumstellung keine Rolle mehr spielen. Wenn das Hotelzimmer ihm zu laut war, dann hätte er in den Tagen seiner Anwesenheit das Zimmer wechseln können.

    Rohkohl hat eine boxerisch miserable Vorstellung geboten und sucht nun nach Entschuldigungen. Anders kann man das nicht bewerten.

    Wer auf facebook vertreten ist, findet den Clip hier (Klick).

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