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Patrick Nielsen weiter ungeschlagen nach umkämpften Punktsieg über Patrick Mendy

Der ungeschlagene dänische Mittelgewichtler Patrick Nielsen bewahrte auch am Samstagabend im dänischen Esbjerg seine weiße Weste. Der 21-Jährige besiegte den Briten Patrick Mendy nach Punkten. Während Mendy in der ersten Kampfeshälfte in seiner gewohnten Normalauslage noch stets den Kürzeren zog und in der fünften Runde zudem zu Boden musste, tat sich Nielsen jedoch schwer, als Mendy zur Mitte des Kampfes in die Rechtsauslage wechselte.

Mendy legte aggressiv los und suchte mit Hilfe des Jabs und vielen Kopfbewegungen den Weg in die Halbdistanz. Nielsen hingegen probierte Mendy mit seinem rechten Jab auf Distanz zu halten und ihn abzukontern, während er den rückwärts durch den Ring zirkelte. Mendy erwischte leichte Vorteile am Anfang der ersten Runde, doch Nielsen erzielte den besten Treffer mit einer linken Geraden zum Kopf und drehte zum Ende hin auf. Schnell zeichnete sich ab, dass Nielsen aus der Distanz Vorteile genoss, während Mendy mit seinem etwas unkonventionellen Stil in der Nahdistanz etwas bessere Karten hatte.

Nach einer erneut ausgeglichenen zweiten Runde, in der Nielsen leichte Vorteile hatte, begann der Däne die dritte Runde dominant und ließ seine Fäuste in Kombinationen fliegen, bei denen immer wieder harte Schläge zum Kopf durch kamen, die Mendy jedoch souverän schluckte. Der aus Gambia stammende Brite blieb jedoch selber zu passiv und schlug vor allem seine Rechte, mit der er ab und zu mal Treffer setzen konnte, nicht oft genug. Auch in Runde Vier blieb Nielsen überlegen, hatte jedoch hauptsächlich Erfolg, wenn er Kombinationen schlug, da Mendy Einzelschlägen zumeist knapp auswich, die darauf folgenden Schläge jedoch nicht mehr auspendeln konnte.

So war es auch eine Kombination, die in der fünften Runde für den ersten Niederschlag sorgte. Nachdem beide Boxer bereits früh in der Runde zu Boden gestolpert waren, und bei Mendy Schlagwirkung mit dabei gewesen zu sein schien, schickte Nielsen Mendy mit einem rechten Haken, der einem Jab und einer linken Geraden folgte, auf die Bretter. Der Ringrichter zählte den 22-Jährigen an, der nicht all zu mitgenommen schien und schnell wieder aufstand. Nielsen setze in der Folge auch nicht wirklich aggressiv nach und begnügte sich damit den Rest der Runde herunter zu boxen. Erst gegen Ende der Runde landete er mit einer linken Geraden einen weiteren harten Treffer.

In der sechsten Runde entschied sich Patrick Mendy dann dazu etwas anders machen zu müssen und wechselte plötzlich in die Rechtsauslage. Prompt landete er einen guten rechten Haken und boxte auch in der Folge deutlich besser als zuvor. Nielsen brauchte mehr als eine Minute bis er mit einer linken Geraden den ersten Treffer setzen konnte, der dann Mendy zwar wieder ein wenig durch schüttelte, aber auch der einzig Nennenswerte in der Runde blieb, die Mendy für sich entschied. Der Brite blieb auch in der siebten Runde in der Rechtsauslage und gestaltete den Kampf nun deutlich ausgeglichener. Nielsen schien plötzlich seiner Selbstsicherheit beraubt, und das dänische Publikum fing an ihn lauter anzufeuern, als es dies bemerkte. Nielsen fand in der Schlussphase der Runde dann auch ein wenig besser zurück, gab die Runde aber wohl nichtsdestotrotz ab.

Während die achte Runde extrem eng war, blieb Mendy zu passiv in Runde Neun. Nielsen gelang es seinen Jab wieder mehr zu etablieren und hatte auch in der folgenden zehnten Runde leichte Vorteile, da Mendy sich mehr Pausen gönnte und konditionell nachzulassen schien. Er kehrte jedoch stark in der Elften zurück, wurde wieder aktiver und landete die besseren Treffer. Trotzdem brauchte er wohl in der letzten Runde einen unwahrscheinlichen KO um noch eine Chance auf den Sieg zu haben, und suchte diesen auch von Beginn an. Früh landete er eine harte Rechte, die Nielsen ein wenig ins Wackeln brachte, doch es gelang ihm nicht wirklich dem KO nahe zu kommen, und in der letzten Minute legte Nielsen auch noch einmal einen guten Schlussspurt hin.

Für Patrick Mendy war die Umstellung zur Rechtsauslage und der damit einher gehende Erfolg zu spät gekommen, wie das zu deutliche Punkturteil von 117-110, 117-111 und 117-110 bewies. Patrick Nielsen gewann damit auch seinen achtzehnten Profikampf, musste aber dafür härter arbeiten als bei seinen bisherigen Kämpfen. Patrick Mendy, der neun seiner letzten zehn Kämpfe gewonnen hatte, verlor zum sechsten Mal, bot aber vor allem in der zweiten Kampfeshälfte eine sehr ordentliche Leistung an.

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2 Kommentare

  1. Tom
    10. Februar 2013 at 00:05 —

    Auch wenn es das Punkturteil nicht wirklich ausdrückt,aber Mendy war für Nielsen ein echter Prüfstein.
    Aber Nielsen ist erst 21 Jahre alt und wenn er weiter hart an sich arbeitet und stetig bessere Gegner bekommt,könnte es mal zum EM-Titel reichen!

  2. angel espinosa
    11. Februar 2013 at 19:49 —

    Eilmeldung !!! Eilmeldung!!!

    Die vier großen Weltverbände haben sich auf ein neues Regelwerk ab 2014 geeinigt.

    “Jeder amtierende Weltmeister muss alle 6 Monate eine Pflichtverteidigung durchführen ,ausser er strebt eine Titelvereinigung an,die hat Vorrang.Er kann nach seinem Ermessen eine freiwillige Titelverteidigung dazwischen schieben(der Gegner muss unter den Top 10 der jeweiligen Rangliste sein).Sollte er nicht die Pflichtverteidigung absolvieren,wird er für 9 Monate,zum Champion im Ruhestand erklärt,und kann den neuen Weltmeister ,der zwischen den zwei höchst gerankten ermittelt wurde,herausfordern.Sollte ein Boxer Champion in mehreren Verbänden sein , dürfen zwischen den jeweiligen Pflichtverteidigungen nicht mehr als vier Monate liegen.”

    PS So wäre es ,wenn ich etwas zu sagen hätte.Warum die Weltverbände sich nicht in diese Richtung bewegen ,verstehe ich nicht.Sie würden doch viel mehr abkassieren.

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