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Patrick Day – Die Boxwelt trauert wieder um einen Boxer

Seit dem Mittwoch Morgen ging bereits das Gerücht, dass der bei einem Boxkampf in Chicago schwer verletzte Patrick Day seinen Verletzungen erlegen ist. Jetzt ist es traurige Gewissheit: Der 27-jährige ist am Mittwoch, vier Tage nach dem Kampf um den USBA-Titel im Super-Weltergewicht, verstorben. Er war in den letzten Stunden seines Lebens umgeben von seiner Familie, engen Freunde und Mitgliedern seines Teams.

Patrick Day bekam nach seinem KO jede erdenkliche ärztliche Hilfe. Ihm wurde noch im Ring eine Halskrause angelegt, er bekam Sauerstoff und wurde sofort in ein Krankenhaus gebracht. Auf dem Weg dort hin bekam er scheinbar einen Schlaganfall. Er wurde operiert und in ein künstliches Koma versetzt.

Promoter Lou DiBella bestätigte gegenüber der Öffentlichkeit den Tod von Patrick Day. Er würdigte den Unglücklichen als „ein Sohn, ein Bruder und ein guter Freund für viele … der bei allen, die er traf einen bleibenden Eindruck hinterließ…“. Ein Statement von Lou DiBella wurde auf der Seite „ringtv.com“ veröffentlicht. (Klick) 

Auch Eddie Hearn, Promoter der Veranstaltung in Chicago, würdigte Patrick Day. Er twitterte: “Entsetzt über die Nachricht vom Tod von Patrick Day. Ich habe ihn letzten Donnerstag zum ersten Mal getroffen. Was für ein charmanter junger Mann mit einem Traum und einem Lächeln, das den Raum erhellte. Unsere tiefsten Gebete sind bei seiner Familie, seinem Trainer Joe Higgins, Charles Conwell und dem Promoter Lou DiBella.”

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Besonders betroffen zeigte sich auch Days Gegner Charles Conwell, der nun damit leben muss, dass er durch seinen Kampf- und Siegeswillen unbeabsichtigt und in der Ausübung seines Sports den Tod eines Menschen herbeigeführt hat. Conwell veröffentlichte bereits vor dem Tod von Day einen „offenen Brief“, in dem er sein Bedauern und sein Mitgefühl zum Ausdruck gebracht hat.

Ein Auszug: „Ich wollte nie, dass dir das passiert. Ich wollte immer nur gewinnen. Wenn ich nur Alles zurücknehmen könnte. Du hast es nicht verdient, dass dir das passiert. Ich spiele den Kampf immer und immer wieder in meinem Kopf nach und überlege, was passiert ist, wann dies passiert ist und warum es dir passiert ist. Ich kann nicht aufhören, selbst darüber nachzudenken. Ich habe so oft für dich gebetet und so viele Tränen vergossen, weil ich mir vorstellen konnte, wie sich meine Familie und Freunde fühlen würden. Ich sehe dich überall und alles, was ich höre, sind wundervolle Dinge über dich.“

Es ist wieder eine Tragödie für den Boxsport und es werden wieder 1000 Fragen gestellt, wie man den Boxsport sicherer machen könnte. Fragen, auf die es kaum brauchbare Antworten geben wird. Boxen ist und bleibt ein gefährlicher Sport. Dessen müssen sich alle Beteiligten gewiss sein. Vielleicht denkt man jetzt etwas anders über Ringrichter, die einen Kampf abbrechen, wenn sie sehen, dass ein Boxer hart getroffen wurde. Vielleicht wird man anders darüber denken, wenn aus einer Ecke ein Handtuch geflogen kommt. Vielleicht sind auch die Zuschauer nicht nur darauf aus, möglichst „knackige KO`s” zu sehen, sondern doch eher technisch brilliantes Boxen. Vielleicht …

Hier noch einmal das schwere KO von Patrick Day im Kampf gegen Charles Conwell:

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15 Kommentare

  1. 17. Oktober 2019 at 09:06 —

    …und vielleicht denkt man doch über einen Kopfschutz im Profibereich nach…..vielleicht…vieleicht…

    • 18. Oktober 2019 at 09:35 —

      Tyson Lennox, als erfahrener Club Fighter solltest du doch Wissen, dass ein Kopfschutz bei 8 bzw. 10 Unzen Handschuhen nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Oder hast du uns jahrelang was vorgegaukelt???

  2. 17. Oktober 2019 at 11:39 —

    R.I.P. Patrick Day! Trauriges Jahr für den Boxsport.

  3. 17. Oktober 2019 at 12:04 —

    GBNF – R.I.P. Champ!

  4. Vielleicht sind auch die Zuschauer nicht nur darauf aus, möglichst „knackige KO`s” zu sehen
    ————————————–

    Wird leider nicht passieren, weil für diese Clowns alles andere als KOs “langweile” “wegrennen” ist. Von Sweet Science haben diese IQ Allergiker noch nie was gehört. In all den jahren des Boxens gab es extrem viele Talente die keine KO Power hatten und trotzdem reichts den meisten nicht, wenn sich zwei Boxer nicht wie bei Rocky 1 ohne deckung die Hirnmasse Rausprügeln, dann war es “langweilig” und wenn ein Boxer etwas von taktik versteht heißt es “wegrennen”.

    man wird die einstellung dieser Clowns nie ändern können, egal wie viele Boxer noch sterben.

    Jeder Boxer der darauf aus ist möglichst wenig getroffen zu werden, ist ein schlauer boxer. Jeder der das infrage stellt, ist ein Depp und Heuchler. Weil keiner von diesen Couchrambos würde sich hinstellen und toe2toe rundenlang freiwillig aufs Maul kassieren, aber genau das fordern sie von Boxern die klug boxen.

    R.I.P.

    • 17. Oktober 2019 at 14:18 —

      Zustimmung!

    • 17. Oktober 2019 at 14:19 —

      Seh ich genauso Dr. Das beste Beispiel war ja das Usyk HW-Debüt. Da boxt er clever den Gegner aus und geht minimales Risiko und gewinnt den Kampf eindeutig nach sieben Runden und schon heisst es ” der ist zu schlecht fürs HW, hat keine Power, wer sieben Runden gegen Fallobst braucht, brauch gegen die top 5 nicht antreten, Wilder hätte in der ersten Runde gewonnen etc…das sind genau die Boxfans die technisch gutes Boxen langweilig finden, weil sie die Sportart nicht verstanden haben. Stattdessen wollen sie lieber sehen wie Wilder wie ein kleines Kind um sich schlägt. Solange die zahlende Masse die Sportart weiterhin mit haudrauf Prügelei verwechselt, wird sich auch nicht all zu viel ändern, da die Promoter aus Geldgier weiterhin Kämpfe ansetzen mit KO Garantie, weil die Zuschauer selten an ausgeglichen technisch guten Kämpfen interessiert sind.

      • 17. Oktober 2019 at 20:28 —

        Wenn ein Boxer einen anderen innerhalb der ersten Runden im Wilderstil KO haut (wie Wilder gegen Breazeale), wirst du nachhaltig viel weniger Schaden beim Gegner anrichten als wenn du den Kampf bis zum Ende hin ausgestaltest und als Boxer ggf. bis in die letzten Runden immens einstecksen tust. Man kann auch technisch sauber jemanden über zwölf Runden zum Krüppel schlagen, kommt immer darauf an, was der andere so verträgt. 😉

        Wäre Day bspw. schon nach drei oder vier Runden KO gegangen und der Kampf wäre zu Ende gewesen, wäre er vermutlich noch am Leben. Aber wenn man sich den Kampf einmal ansieht, hat er zehn Runden lang ordentlich kassiert. Grade die Kämpfe, die nach hinten heraus gehen, sind doch die, die einen Boxer nachhaltig dauerhaft zum Hirnmongo machen. Ist ja auch ein Unterschied, ob ich 100 Schläge in drei Runden kassiere oder 300 Schläge in zehn Runden.

    • 17. Oktober 2019 at 14:30 —

      na? eine kleine Anspielung? 😉
      Ich könnte dir das 100 Mal erklären und du würdest es immer noch nicht raffen.
      Boxer werden bezahlt, um zu kämpfen. Sie kennen das Risiko.
      und jetzt nochmal ganz langsam: Es gibt mehrere Arten sich zu verteidigen! Man rennt weg, wenn man nicht kämpfen will.
      Ist nicht so kompliziert.
      und warum gibt es denn keinen Kopfschutz im Profibereich, wenn doch die Sicherheit so wichtig ist?
      Ich wiederhole mich auch gerne: In anderen Kampfsportarten wird der Kämpfer ermahnt, wenn er aus dem “Wegrenn-Modus” nicht rauskommt und darauf ist, den Kampf zu vermeiden.
      Wie wichtig ein K.O. ist, sieht man immer bei den Kämpfen, wo andere um ihren Sieg beschissen werden – für hartes Training um ihren wohlverdienten Lohn gebracht werden.
      Also, trulo voce: KO muss nicht! Verteidigen ist in Ordnung! Wegrennen geht gar NICHT!!!

    • 17. Oktober 2019 at 14:41 —

      Falls das “Wegrennen” in meine Richting ging, hier noch ein Beispiel, Dumpfbacke:
      Boxstil von Lara gegen Canelo = geht gar nicht!!!!!!!
      Boxstil von Mayweather gegen Canelo = voll in Ordnung und auch sehr unterhaltsam

      razumiješ?

  5. 17. Oktober 2019 at 17:15 —

    Rest in Peace, Patrick, möge Dein Tod nicht umsonst gewesen sein!

    ———-

    Es ist wieder eine Tragödie für den Boxsport und es werden wieder 1000 Fragen gestellt, wie man den Boxsport sicherer machen könnte. Fragen, auf die es kaum brauchbare Antworten geben wird.

    ———-

    Der letzte Halbsatz ist Unsinn, denn es gibt viele brauchbare Antworten darauf, wie man den Boxsport sicherer machen kann. Das Problem ist lediglich, dass ein KO wesentlich mehr Piepen generiert, als eine Punktentscheidung. Was das z.B. für einen Ringrichter zu bedeuten hat, dürfte sich jedem ganz von alleine erschliessen.

    Es gibt Antworten, sogar ziemlich gute, aber niemand sägt gerne an dem Ast worauf er selber sitzt und das trifft sowohl auf den nach einem KO lechzenden Zuschauer, als auf den nach Geld lechzenden Promotor zu. Der Boxathlet selbst ist dabei nur noch eine Art Gladiator und wenn er “verbraucht” wurde, war jeder sein bester Freund. Na klar, aber die Familie wird trotzdem finanziell darunter leiden, weil die Freundschaft doch nur für ein kleine einmalige Spende ausreichte.

    Solange das Boxen von zwielichtigen Verbänden Promotern kontrolliert wird, ändert sich daran freilich nichts, aber wen interessiert das schon wirklich?

    Patrick Day hat mit 27 Jahren sein Leben verloren, als er die Zuschauer mit seiner Kunst vergnügte und den Promotern und den Verbänden Reichtum brachte. Es wird viel Mitleidsbekundungen geben und der ein oder andere spendet sogar etwas, aber eine öffentliche Diskussion über den Boxsport, deren Gefahren und wie man sie vermindern kann, wird nicht stattfinden!

    Ist ja auch viel zu geil wenn man schreiben kann:

    “Conwell hat Day in einer Schlacht zerstört!”

    Diese Schlagzeile wird wenigsten gelesen und bringt auch wesentlich mehr, als:

    “Conwell hat Day in einem fairen Kampf besiegt”

    Da hat der Sachse absolut recht, wenn er die Mitschuld für so einer Tragödie nicht nur bei den Verbänden und bei den Veranstaltern sucht. Aber es ist absoluter Unsinn zu behaupten, dass man den Boxsport nicht sicherer machen könnte. Ja, es ist sogar geradezu eine Farce.

  6. 17. Oktober 2019 at 23:39 —

    Mal wieder eine Tragödie im Boxsport,….Boxsport = Kampfsport, das kann passieren, sollte aber nicht passieren!
    Patrick Day ist tot, sicherlich schlimm für die Familie, Aber….wohl auch besser für die Familie, bitte nicht falsch verstehen…..Day hat wohl im Krankenwagen einen Schlaganfall erlitten, ist danach während er OP ins Koma gefallen….was währe denn gewesen wenn er überlebt hätte…..wir wissen es nicht, aber vermutlich nur noch Gemüse im Kopf!?
    Ich erinnere mal an Eduard Gutknecht oder auch an Gerald McClellan, oder, oder….das wäre die größere Belastung für die Familie gewesen, vom Finanziellen mal ganz abgesehen.

    R.I.P. Champ

  7. 18. Oktober 2019 at 00:13 —

    ein weiterer krieger ist von uns gegangen,für das was er am meisten geliebt hat….
    wieder ein trauriger tag , waren zu viele in diesem jahr…
    R.I.P. champ……..

    • 18. Oktober 2019 at 13:50 —

      So sehe ich das auch. .. von uns gegangen, für das was er am meisten geliebt hat.

      Bei der ganzen Bitterkeit für Familie und Freunde von Patrick Day sollte man aber auch nicht Charles Conwell vergessen. Er wird für den Rest seines Lebens damit auskommen müssen, dass er den Tod eines Gegners verursacht hat. Er wollte nur den Kampf gewinnen und dann passiert so etwas, mit dem niemand gerechnet hat und was er keinesfalls wollte. Ich hoffe, dass er damit leben und seinen Boxsport weiter ausüben kann.

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