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Pacmans letzter Kampf

Pacmans letzter Kampf

Keine Frage, Manny Pacquiao hätte es sich leichter machen können. Pacmans nächster Gegner Keith Thurman ist eine Herausforderung für den mittlerweile 40-jährigen Philippiner. Vermutlich die größte seit der Niederlage gegen Floyd Mayweather im Jahr 2015. So groß, dass der Pacman in diesem Kampf als Underdog gilt.

Entsprechend selbstbewusst gibt sich WBA-Super-Champion Thurman vor dem Fight am 20. Juli in Las Vegas: „Ich werde ein großes Statement setzen. Diesen Kampf solltet ihr nicht verpassen. Vor allem weil es der letzte Fight dieses Mannes sein wird“.

Der reguläre WBA-Weltmeister Manny Pacquiao ist da wesentlich entspannter: „Ich bin kein Boxer, der zu viel redet. Ich werde meine Fäuste im Ring sprechen lassen. Thurman kann seine Worte im Ring beweisen. Ich werde ihm zeigen, was es heißt, gegen mich zu boxen!“

Ein Selbstläufer wird der Fight für den Pacman allerdings nicht. Bei den Buchmachern ist Thurman der Favorit, zumal er bei 29 Siegen immerhin 22 KOs vorweisen kann. Ob Pacquiao, der seine Gegner in der Regel eher zermürbt, mit nun immerhin 40 Jahren noch das Zeug dazu hat, seinen 10 Jahre jüngeren Kontrahenten zu bezwingen, bleibt abzuwarten. Zwar hat der Pacman eine KO-Quote von 56%, doch seit 2013 sind die KO-Siege beim Pacman rar geworden, lediglich 2018 konnte Pacquiao mit Lucas Matthysse noch einmal einen Gegner auf die Bretter schicken.

Zumindest einer ist sich aber sicher, dass Pacquiao das Seilgeviert als Sieger verlässt – Freddy Roach. Der Trainer, der seit dem Kampf gegen Adrien Broner im Januar wieder in Pacmans Ecke steht, glaubt nicht, dass Thurman eine ernsthafte Bedrohung darstellt: „Er kann schlagen, er kann sich ein bisschen bewegen, aber kann er mit Manny Pacquiao mithalten? Ich glaube nicht. Manny ist viel schneller als er. Schneller mit seiner Beinarbeit und seinem Handspeed!“ Trashtalk ist weder das Ding von Pacquiao noch von Roach, auch wenn der Trainer sich noch dazu hinreißen ließ, ein „Wir werden ihm in den Arsch treten“ nachzuschieben.

Für den Umstand, dass Manny Pacquiao nicht mehr so häufig durch KO gewinnt, hat Roach übrigens eine interessante Erklärung: „Er (Pacquiao) hat die Killerinstinkte, die Kraft, die Geschwindigkeit und das Talent. Aber was ihn von meinen anderen Boxern unterscheidet, ist sein Glaube und seine starke Bindung an seine Religion. Die anderen Boxer entscheiden sich für die Option, ihren Gegner durch KO zu besiegen, während Manny glaubt, er dürfe seine Gegner nicht zu sehr verletzen.“

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Thurman mag es dagegen eher etwas „handfester“, auch verbal: „Manny Pacquiao hat T-Rex-Arme”, sagte Thurman in einem Interview: „Ich weiß nicht, ob Sie das bemerkt haben, er hat diese kurzen T-Rex-Arme. Es fiel ihm schwer, Jeff Horn zu verprügeln, und jetzt glaubt er, er könne Keith Thurman verprügeln.“ Zudem sei Pacquiao in den vergangenen Jahren viel langsamer geworden.

Freddy Roach scheint Thurman jedenfalls ernst zu nehmen, er würde den Pacman lieber zu früh als zu spät im Trainingscamp sehen, sagte der Hall-of-Fame-Trainer und auch Mannys Konditionstrainer Justin Fortune befand, dass die Zeit ziemlich schnell vergehen würde und dass sie alle anfangen müssten zu arbeiten. “Wir haben weniger als acht Wochen Camp.”, sagte Fortune, der dieses Wochenende zu Pacquiao nach Manila reisen will.

Sollte Manny tatsächlich den Kampf gegen Keith Thurman überzeugend gewinnen, dann – so hat zumindest Amir Khan im Interview mit der britischen Tageszeitung „Daily Express“ behauptet – würde Floyd Mayweather aus dem Ruhestand zurückkommen, um noch einmal gegen Manny Pacquiao zu boxen.

Für sein bevorstehendes Duell mit Thurman soll der 40-jährige Pacquiao mindestens 20 Millionen US-Dollar bekommen. Thurmans große Sprüche, so der Pacman, würden ihm nichts ausmachen: „Das motiviert mich nur, noch härter zu trainieren. Manchmal bin ich unvorsichtig und zu selbstsicher gewesen, weil ich immer der Favorit war. Diesmal ist es anders.”

 

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9 Kommentare

  1. Hut ab vor der Gegnerwahl.

    Ich sehe keinen klaren Favoriten. Pac ist allemal gut genug, um Thurman anzuklingeln. Thurman wurde damals von Soto Karas richtig gut durchgeschüttelt. Ein Boxer der da nachsetzen kann, hätte durch Ko gewonnen.

    Businessmäßig würde natürlich nur ein Sieg von Thurman Sinn machen.

  2. 25. Mai 2019 at 20:57 —

    „Trashtalk ist weder das Ding von Pacquiao noch von Roach, auch wenn der Trainer sich noch dazu hinreißen ließ, ein „Wir werden ihm in den Arsch treten“ nachzuschieben.“

    Das ist ja wohl der größte Witz – Roach labert mehr Scheiße als in eine Fußballstadion-Toilette hineinpassen! Seit jeher spricht er von KO-Siegen von PEDquiao, obwohl er nicht mal einen drittklassigen und völlig fertigen Jeff Horn umhauen konnte.

    Und den Müll, von wegen May kommt zurück – klar, Amir Khan weiß es natürlich! Der hat von Bud wahrscheinlich so einen Schlag in die Eier bekommen, dass er damit auch spüren kann, wenn der nächste Weltkrieg ausbricht. Er soll sich lieber mal um seine Alte kümmern, dass sie nicht schon wieder von AJ oder einem beliebigen Kerl von der Straße geBBCed wird – bei ihm selbst ist ja nach der letzten Niederlage für den Rest seiner Zeit tote Hose, nicht nur im Bett, sondern auch im Ring.

  3. 26. Mai 2019 at 09:57 —

    Oh Adolf Klitschko.
    Du bist ja ein richtiger Insider. Aber eher im Comedy-Bereich. Aber nach Rezo kommen jetzt alle plötzlich aus den Löchern.
    Aus welcher Körperöffnung du dich allerdings enttarnt hast ist mir noch ein Rätsel. Du hast soviel Ahnung von Boxen , da wird man echt bescheiden. Ich jedenfalls bin auf deine künftige Fach-Expertise richtig heiß.
    Aber vorher muß ich meinen Lachflash noch stoppen sonst bekomme ich keine Luft mehr.
    Also du Joystick-Boxer….reime noch mehr Sinnvolles …oder….Spiel weiter Tetris.

  4. 26. Mai 2019 at 12:31 —

    Zum Abschluss der Karriere nochmal eine gute Börse einstreichen, gegen einen meiner Ansicht nach übermächtigen Gegner!

    Alles andere als ein klarer Sieg von Thruman würde mich doch sehr überraschen!
    Pacquiao hat in seiner Karriere sehr viel erreicht, aber ich denke das er seine besten Jahre im Boxen hinter sich hat!?

  5. 26. Mai 2019 at 12:33 —

    Gute Gegnerwahl vom Pacman. In seinem letzten Gefecht, nach einer zwei jährigen Abstinenz, gegen Josesito Lopez, sah Thurman noch ziemlich eingerostet aus. Pacman dagegen wirkte sehr fokussiert und hatte keinerlei Probleme Broner auszuboxen.
    Er hat zwar nicht mehr die Schlagfrequenz wie in seiner Prime, aber er ist immer noch in der Lage Schläge aus den unmöglichsten Winkeln abzufeuern. Ich hab Manny auf der Höhe seines Könnens sehr gerne bei der Arbeit im Ring zugesehen. Persönlich denke ich das ein Prime Manny einen Prime Thurman auseinander gepflückt hätte.
    Sehe dem Gefecht mit Spannung entgegen, wenn Pacman eine in seinem boxerisch vorgeschritten Alter eine Chance hat Thurman annähernd gefährlich zu werden, dann ist das genau jetzt. Sollte Thurman es aber schaffen annähernd seine Form von vor zwei Jahren zu erreichen, wird Pacman mit ziemlicher Sicherheit den Ring als Verlierer verlassen.

    • 28. Mai 2019 at 15:12 —

      Wären beide in Ihrer Prime wäre das ein besserer “stay-busy-fight” für Pacquiao..
      Unter gegebenen Voraussetzungen ist Thurman wohl leicht zu favorisieren, aber es würde mich auch nicht wundern, wenn er nach den ersten Treffern in den Abwehrmodus (bzw Fluchtmodus) schaltet und sang- und klanglos untergeht..

  6. 28. Mai 2019 at 10:59 —

    @ gladio
    Guter Beitrag, genau
    @ Adolf
    Wieder nüchtern ?

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