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Otto Wallin besiegt Adrian Granat nach Punkten – Mikaela Lauren neue IBO-Titelträgerin

Die Sauerland-Veranstaltung am Samstag im Eishockey-Stadion von Sundsvall / Schweden sollte laut Ankündigung das Beste sein, was der schwedische Boxsport jemals gesehen hat. Das mag vielleicht sogar für schwedische Verhältnisse zutreffend sein. Im internationalen Vergleich wurde allerdings kaum mehr boxerisches Können gezeigt, als es jede Woche weltweit der Fall ist. Es gab die üblichen 2-3 Hauptkämpfe, verziert durch Aufbaukämpfe.

Es sollte zwischen den beiden Schweden Wallin und Granat geklärt werden, wer der stärkere Wikinger-Boxer ist. Darauf konnte man durchaus gespannt sein. Aber was dann über 12 Runden im Ring geboten wurde, war doch mehr einfache Wochentags-Hausmannskost als der erwartete Sonntagsbraten. Sauerland Boxer Wallin zeigte mehr Kämpferherz und erzielte die besseren Treffer, während Granat wohl darauf setzte, eine echte „Grante“ landen zu können und den Kampf vorzeitig zu beenden. Dazu hätte er allerdings mehr Mumm in Form von Selbstvertrauen zeigen müssen.

Nach 12 Runden zähflüssigem Kampf ohne besondere Höhepunkte fiel das Urteil mit 117:111, 117:112 und 118:110 recht eindeutig zu Gunsten von Wallin aus. Mehr als die 3., 5. und 8. Runde konnte man Granat auch wirklich nicht geben. Otto Wallin, der Heimboxer aus Sundsvall, darf nun den EBU-EU-Titel tragen. Immerhin eine dem Kampf angemessene Trophäe, auch wenn dieser Gürtel kaum eine Bedeutung hat.

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Zwischen der Schwedin Mikaela Lauren und der Deutschen Verena Kaiser sollte es um den vakanten IBO-Titel im Super-Weltergewicht gehen. Es standen sich dabei mit Lauren eine erfahrene Boxerin und mit Kaiser eine Gegnerin gegenüber, die erst 10 Profikämpfe gegen eine überschaubare Gegnerschaft gemacht hat. Das wurde zu Beginn des Kampfes besonders deutlich. Von den ersten 4 Runden konnte Kaiser bestenfalls eine für sich verbuchen. Sie kam dann zwar in den späteren Runden besser in den Kampf, aber dieses Polster reichte für einen knappen Punktsieg der Schwedin. Ihrer Unerfahrenheit spielte auch eine Rolle, als sie Lauren in Bedrängnis hatte und die den Mundschutz ausspuckte. Sie hätte einfach nur weiter schlagen brauchen und hätte Lauren womöglich KO gehauen. Vom Ref kam jedenfalls in diesem Moment kein Stop-Kommando.  Vielleicht hätte es am Ende für ein Unentschieden gereicht, wenn Verena Kaiser besser in den Kampf gestartet wäre oder wenigstens noch die 10. Runde gewonnen hätte. Erschwerend kam auch noch dazu, dass sie eigentlich eher einen Weltergewichtlerin ist, die in ihrer Gewichtsklasse hätte bleiben sollen.

In einem weiteren Kampf besiegte der Schwede Sven Fornling den Tschechen Karel Horejsek mit 2x 97:93 und 99:91. Dabei ging es um den IBF Baltic Titel. Dazu ist zu sagen, dass Fornling den Kampf nur knapp gewonnen hat und die 99:91 Wertung skandalös ist. Der Tscheche bot bis zum Schluss Paroli und Fornling hatte alle Mühe, diesen Kampf für sich zu entscheiden. Die beiden aus Hamburg angereisten Schwergewichtler Smakici und Pervizay hatten mit ihren georgischen Gegnern keine Probleme und siegten durch KO 1 und TKO 2.

Die Hauptkämpfe bescherten den schwedischen Boxern Meistertitel. In sofern war es ein guter Abend für das schwedische Boxen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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3 Kommentare

  1. Profilbild von Luzifer
    22. April 2018 at 23:59 —

    Sooo schlecht war der Hauptkampf nun auch wieder nicht. Aber es schien so das die krachende Ko-Niederlage die sich Granat von Dimitrenko abgeholt hat immer noch Wirkung zu zeigen, der war viel zu zaghaft, stets darauf bedacht nur nicht zu nahe an seinen Gegner ran zu kommen um evtl wieder am Kinn erwischt zu werden, dabei hat er dann meist vergessen selbst zu schlagen.
    Kein berauschender Kampf, aber ein verdienter Punktsieg für Wallin. Nur, wenn Wallin mehr erreichen will als die EU-Meisterschaft, dann muss er sich noch steigern.

  2. Profilbild von Legend Boxing
    23. April 2018 at 08:16 —

    Lauren hat sich da schon eine unerfahrene Boxerin geholt, geschickt gemacht. Die Kaiserin hat null Amateurerfahrung und auch im Profibereich nur Aufbaugegnerinnen geboxt. Man sah das boxerisch kein Potenzial vorhanden ist, kein Distanzgefühl einfach nichts, außer Kondition welche auch nach und nach weg war. Mal gespannt ob Lauren nochmal eine gute Boxerin bekommt oder aufhört mit ihren 41 Jahren.

  3. Profilbild von HWFan
    23. April 2018 at 21:40 —

    …finde es eig. schade, dass Granat die ursprünglich recht hohen Erwartungen nicht erfüllen kann, allerdings hat man doch schon relativ schnell den Eindruck gewonnen, dass er von Kampf zu Kampf untrainierter aussah und sich wohl zu sehr auf seine eig. passablen Veranlagungen (in Bezug auf Schlagkraft und Reichweite) verlassen hat. Würde ihm wünschen, dass er nochmal “die Kurve kriegt”, aber ich befürchte, dass es bei ihm langfristig (wenn überhaupt) höchstens für bessere Aufbaugegner reichen wird…

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