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Oscar Rivas – Comeback in Quebec

Offenbar einen Restart seiner einst vielversprechenden Karriere soll es für den 33-jährigen Oscar „Kaboom“ Rivas (26(18)-1-0) geben. Er kämpft am Dienstag, dem 16. März in Quebec gegen einen „alten Bekannten“, den er bereits im Jahr 2012 in Montreal vor den Fäusten hatte und durch eine SD-Entscheidung nach Punkten besiegte. Das kontroverse Urteil damals: 78:74, 75:77 und 79:73. Hatte einer Punktrichter tatsächlich Sylvera Louis vorne oder einfach nur die Boxer verwechselt? Anders lässt sich diese Bewertung kaum erklären.

Rivas ist gebürtiger Kolumbianer, lebt und trainiert aber in Montreal / Kanada. Er war als Amateur für sein Heimatland bei den Olympischen Spielen von 2008 in Peking dabei und bezwang dort den Bulgaren Kubrat Pulev. Der damals 20-jährige Rivas verlor dann aber im Vierteilfinale gegen den späteren Olympiasieger Roberto Cammarelle. Er wechselte 2009 zu den Profis und war von Beginn an bei „GYM Promotions“ von Yvon Michel in Kanada unter Vertrag, wo er langsam aufgebaut wurde. Bis zu seinem bisher letzten Kampf am 20. Juli 2019 gegen Dillian Whyte war er ungeschlagen.

Sylvera Louis (8(4)-5(4)-0), gegen den es nun ein verspätetes Rematch geben wird, sollte für Rivas keine all zu große Hürde darstellen. Wenn Rivas an seine früheren Leistungen anknüpfen kann, wird er seinen Ringrost schnell los werden und womöglich den auf 8 Runden angesetzten Kampf vorzeitig für sich entscheiden können.

In den gegenwärtigen Rankings der großen Verbände sucht mal Rivas in den Top 15 vergeblich. Allerdings: Der Verband WBC hat eine neue Gewichtsklasse zwischen Cruiser- und Schwergewicht ins Leben gerufen. Die anderen Verbände haben sich dem noch nicht angeschlossen. In dieser Gewichtsklasse, genannt „Bridgergewicht“ bis 224 Pfund, belegt Rivas den Rang 1. Der WM-Titel ist noch vakant. Es kann also gut sein, dass der Verband demnächst eine WM im Bridgergewicht ausrufen wird und Rivas als Anführer im Ranking als gesetzt gilt. Mögliche Gegner wären dann eventuell Kevin Lerena (#2), Bryant Jennings (#3) oder auch Dmitry Kudryashov (#4).

Es wird also Zeit für Rivas, endlich wieder in den Ring zu steigen, was er selbst gewiss schon längst getan hätte. Aus bekannten Gründen hat auch sein kanadischer „Arbeitgeber“ Yves Michel in der letzten Zeit keine Veranstaltungen durchgeführt. Das letzte Event von „GYM Event“ fand im November 2019 in Quebec statt.

Hier der Kampf gegen Whyte, bei dem die Punktrichter Rivas nur 3 bzw. 4 Runden gegeben haben. Der Sieg von Whyte scheint wesentlich knapper zu sein, als es das Urteil ausgesagt hat. Immerhin fand sich Rivas in den ersten Runden besser in den Kampf, konnte Whyte in Runde 9 auf die Bretter zwingen und war auch in den letzten Runden vorne. Ein Unentschieden wäre womöglich auch drin gewesen. Aber das passte wohl nicht ganz so gut in den Plan von Eddie Hearn, der Whyte unbedingt den WBC Interim-Titel zuschanzen wollte.

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