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Oosthuizen besiegt Johnson in aufreibendem Kampf nach Punkten

In einem extrem physischen Kampf mit sehr hohem Tempo behielt am Freitagabend in Oklahoma der ungeschlagene südafrikanische Supermittelgewichtler Thomas Oosthuizen die Oberhand über den US-Amerikaner Marcus Johnson. Oosthuizen hatte anfangs schwer mit Johnson zu kämpfen, übernahm aber ab der vierten Runde die Kontrolle und erzielte einen Niederschlag auf dem Weg zu einem verdienten Punktsieg.

Das erste, was ins Auge fiel, als beide Boxer den Ring betraten war der enorme Größenunterschied zwischen den beiden. Doch Thomas Oosthuizen nutzte seine Größe anfangs nicht wirklich aus. Marcus Johnson stürmte sofort heran und initiierte einen Schlagabtausch, den Oosthuizen sofort annahm. Über weite Strecken der ersten Runde befanden sich die beiden Brust an Brust und feuerten eine Vielzahl an Schlägen ab, wobei Johnson in der Nahdistanz die besseren Treffer unterbringen konnte. Auch in der zweiten Runde machten beide keine Anstalten das Tempo zu drosseln, und Johnson fand schnell wieder den Weg in die Nahdistanz. Doch Oosthuizen gelang es jetzt ein wenig mehr Schläge unterzubringen, wenn sich Johnson auf dem Weg nach innen befand. Der Südafrikaner nahm zudem den Kampf in der Nahdistanz an, und schlug eifrig zum Körper anstatt, wie man vermuten könnte, zu halten, um danach wieder auf Distanz zu gelangen. So konnte Oosthuizen auch am Ende der zweiten Runde seinen bis dahin besten Schlag landen, als er einen harten linken Haken am Kinn von Johnson unterbringen konnte.

Auch in den folgenden Runden blieb für beide Boxer kaum Zeit zum Durchatmen. Johnson drängte Oosthuizen immer wieder an die Seile, wo er seinen Kopf in dessen Brust rammte und beide die Fäuste fliegen ließen. Die kräfteraubende Art des Kampfes ließ Johnson auch schon gegen Ende der dritten Runde aus dem offenen Mund nach Luft ringen. Die Runden blieben eng und schwer zu werten, doch bei dem Tempo schien es eh nur schwer denkbar, dass es beide Boxer bis zum Schlussgong schaffen würden. Für weitere Aufregung sorgte ein Bodenbesuch von Marcus Johnson am Anfang der fünften Runde, der aber wohl zu Recht als Ausrutscher gewertet wurde, obwohl Oosthuizen zeitgleich einen Schlag abgefeuert hatte. Inzwischen hielt Oosthuizen ein wenig mehr die Distanz, was ihm durchaus zu Gute kam, da er nun wieder Johnson öfter beim Heranstürmen erwischte. Allerdings erlitt der Südafrikaner in der fünften Runde auch einen Cut am linken Auge, der zwischen den Runden behandelt werden musste.

Runde Sechs setzte dort wieder ein, wo die fünfte aufgehört hatte, da Oosthuizen aus der Distanz mehr Erfolg hatte und vor allem immer wieder Kombinationen schlug, während Johnson sich inzwischen auf Einzelschläge konzentrierte. Auch das Tempo hatte inzwischen leicht nachgelassen, da es bei beiden Boxern wohl ihre Spuren hinterlassen hatte. Besonders Marcus Johnson fehlte zunehmend die Energie um die hohe Aktivität der Anfangsrunden fortzusetzen. Es wirkte so, als habe er beinahe sein ganzes Pulver in den ersten drei Runden verschossen, so dass Thomas Oosthuizen spätestens zu Ende der siebten Runde die Führung im Kampf übernehmen konnte.

Johnsons Ecke flehte ihn an wieder mehr zu machen und die letzten drei Runden zu gewinnen, doch das Momentum war nun klar auf der Seite des Südafrikaners, während Johnson nur ab und zu mit seiner schnellen rechten Gerade gefährlich wurde. Oosthuizens Jab und seine schnellen Kombinationen frustrierten Johnson währenddessen und sorgten trotzdem beinahe aus dem Nichts heraus in der achten Runde für den ersten Niederschlag. Nach einer Kombination, die in einem rechten Haken zum Körper endete, ging Johnson in der Ecke des Rings unerwartet zu Boden und verlor dabei seinen Mundschutz. Daduch dass der Mundschutz gereinigt und wieder neur eingesetzt werden musste, gewann der US-Amerikaner einige wichtige Sekunden und wirkte damit sofort, als der Kampf wieder freigegeben wurde, wieder recht erholt.

Die letzten beiden Runden schienen beinahe nur noch eine Formalität, da Oosthuizen nach Punkten nun wohl uneinholbar vorne lag, und Johnson nicht so wirkte, als könne er noch einen Schlag anbringen, der den Kampf umbiegen könnte. Doch Oosthuizen suchte seinerseits noch den KO und ging weiterhin stark zum Körper von Johnson. Doch der US-Amerikaner hielt bis zum letzten Gong durch, auch wenn er am Ende nicht mehr in der Lage war Oosthuizen wirklich Paroli zu bieten.

Die drei Punktrichter werteten den Kampf einstimmig mit 98-91 für Thomas Oosthuizen, der damit seinen Kampfrekord auf 19 (13) – 0 – 1 verbesserte und sein Standing als ein Top 10 Supermittelgewichtler der Welt bestätigte. Marcus Johnson musste seine zweite Niederlage in seinem dreiundzwanzigsten Kampf hinnehmen und war an diesem Abend höchstens eine Kampfeshälfte lang ein ebenbürtiger Gegner.

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