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Oleksandr Usyk schlägt Mairis Briedis knapp nach Punkten

Der Boxsport hat im Jahr 2018 sein erstes Highlight: Dieser Kampf zwischen WBO-Champ Usyk und WBC-Champ Briedis war eine erstklassige Werbung für den Boxsport. Auch wenn spektakuläre Szenen oder gar Niederschläge ausblieben, war es ein durchaus sehenswertes Erlebnis, sich diesen Kampf anzusehen.

In den ersten Runden kam Spätstarter Usyk wie erwartet nur langsam in den Kampf. Er arbeitete zwar sehr viel mit dem Jab und versuchte damit Briedis zu beschäftigen und auf Distanz zu halten, aber es gelangen ihm dabei selbst sehr wenige Treffer. Daher gingen von den ersten 4 Ruden mindestens 3 an Briedis. Was Usyk da machte, sah zwar kampfbestimmend aus, aber es gab einfach zu wenig Zählbares für ihn.

BUAb der 5. Runde wendete sich das Blatt etwas und Usyk riskierte mehr. Er merkte wohl, dass er hinten liegt und war gezwungen, seine Sicherheitszone etwas zu vernachlässigen. Briedis schlug in den Runden zuvor weniger als Usyk, aber da waren einfach mehr Treffer zu verzeichnen als bei den Alibi-Jabs des Ukrainers. Das schien Briedis allerdings etwas Kraft gekostet zu haben. Ab diesem Zeitpunkt gab es mehr ausgeglichene als eindeutige Runden.

Man konnte nach dem Kampf absolut nicht sicher sein, wer gewonnen hat. Für ein Unentschieden, was für die Leistung beider Boxer vielleicht am angemessensten gewesen wäre, konnte sich nur ein Punktrichter entscheiden. Die beiden anderen werteten 115:113 für Usyk, der sich nun mit den Gürteln von WBO und WBC schmücken kann. Das Publikum in Riga war natürlich anderer Meinung. Sie hatten ihren Boxer über die ganze Zeit angefeuert und waren wegen der Niederlage deutlich hörbar enttäuscht. Es hätte sich allerdings auch Keiner beschweren können, wenn das Urteil zu Gunsten von Briedis ausgegangen wäre.

Damit steht Oleksadr Usyk als erster Finalist des WBSS-Turniers fest. Gegen wen er kämpfen wird, entscheidet sich in der nächsten Woche in Sotschi zwischen dem Russen Gassiev und dem Kubaner Dorticos. Egal wer dabei gewinnt: Für Usyk wird das Finale nicht leichter. Er muss einfach früher in den Kampf kommen und mehr Powershots ins Ziel bringen, wenn er auf der sicheren Seite sein will.

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23 Kommentare

  1. 28. Januar 2018 at 08:02 —

    Wirklich ausgeglichener Kampf Hier hätte es auch knapp für den Letten ausgehen können.

    Im Finale muss sich Usyk definitiv steigern. Er sollte versuchen schneller in den Kampf zu kommen, öfters bei ihm schon gesehen, dass er die ersten Runden immer erstmal braucht, eh er in den Kampf findet und diese quasi verpennt.

    Sollte sich ein Gegner nämlich nicht ab den mittleren Runden legen, muss er jedes Mal erst den Rückstand wieder aufarbeiten und da kann es irgendwann hintenheraus knapp werden wie gestern gegen Briedis.

    • 28. Januar 2018 at 13:38 —

      Ich glaube nicht mal, dass er sich im Finale steigern muss..
      Weder Gassiev noch Dorticos sind besser als Briedis..!

  2. 28. Januar 2018 at 08:50 —

    Was für ein Kracher dieser Kampf! Beste Werbung für den Boxsport und die WBSS! Ich war echt geflasht!

  3. 28. Januar 2018 at 09:47 —

    Super Kampf!
    115:113 für usyk ist in Ordnung,ob nun ein Unentschieden in Ordnung geht sieht jeder anders!Ich persönlich denke das briedis trotz der super Leistung ab der fünften Runde zu wenig getan hat ,er wurde langsamer,wodurch usyk mit seiner Schnelligkeit wiederum glänzen konnte ,wie dem auch sei,briedis hat den Gürtel zu recht getragen !
    Finale kommt ich schätze gegen Gassiev

  4. 28. Januar 2018 at 10:39 —

    Toller Kampf!!
    Finde auch, dass der Sieg für Usyk voll in Ordnung geht. Die ersten Runden waren sehr ausgeglichen doch ab der 5. Runde hat Usyk dann die Kontrolle übernommen.. Teilweise sah es dann so aus, dass Briedis keinen Bock mehr hatte und sich über die Zeit retten wolle… In Runde 12 hat er dann noch mal gut gefightet aber ein Unentschieden zu geben ist lächerlich.. Usyk wird auch nicht viel getroffen obgleich es manchmal danach aussieht weil er bei Angriffen so nach hinten springt?! Beides sind gute Boxer und es war ein schönes Halbfinale…

  5. Der sieg für Usyk ist auf jeden fall Fair.

    Aber ich muss zugeben ich habe mehr von Usyk erwartet, TKO mindestens. Vielleicht wollte er einfach zu sehr auf sicherheit und kontrolle gehen, dabei hat er seine stärken vernachlässigt.

    Sehr guter Kampf jedenfalls. Solche turniere können gerne öfters kommen, damit es mal voran geht.

  6. 28. Januar 2018 at 13:52 —

    Habe mir den Fight auf dem Großbildschirm meiner Tochter auf Sky Select in HD angeschaut.
    Der Sieg von Usyk war zwar hauchdünn, ging aber durchaus in Ordnung.
    Ich hätte mich der Wertung 115 : 113 angeschlossen.

    Einen sehr guten und objektiven Kommentar lieferte auch diesmal Tobias Drews ab.

    Der eigentliche Gewinner dieses Abends war eindeutig der Boxsport, allerdings finde ich die Pay-per-View-Gebühr von 15.00 Euro schon etwas hoch.

    Der großen Masse bleiben deshalb solche Top-Veranstaltungen leider weiterhin unzugänglich.

  7. 28. Januar 2018 at 14:06 —

    Nach diesem Fight wäre ein Rückkampf von Manuel Charr gegen Mairis Briedis im Rahmen einer freiwilligen Titelverteidigung wohl ein Kampf, welcher in Deutschland
    sämtliche Hallen füllen würde.

  8. 28. Januar 2018 at 14:41 —

    Warum sollte Briedis gegen Charr boxen?? Wen würde das interessieren? Mich nicht.. Gegen Ustinov hat Charr auch nicht die beste Leistung gebracht! Der hat eigentlich schon viel besser geboxt und nur weil Ustinov so schwach war gewonnen.. Wie wäre es mit Briedis gegen Gevor??

    • 28. Januar 2018 at 14:54 —

      Briedis vs Gevor..?
      kann man machen, ist auch realistischer als vs Charr, muss man aber nicht..
      Klar könnte man nach einer Niederlage erst mal einen Schritt zurück machen, aber Briedis sollte sich mMn lieber um Lebedev, Glowacki (oder ggf noch Makabu) bemühen..

      • 28. Januar 2018 at 16:25 —

        Du meintes wohl Olanrewaju Durodola? Makabu hatte gegen Usyk geboxt und ebenfalls in der 9ten Runde verloren 😉

        • Du verwechselst Usyk mit Briedis und gleichzeitig Makabu mit Durodola!
          Chapeau!

          Aber für euch Chinesen sehen ja alle Weißen und Schwarzen gleich aus!

          • 29. Januar 2018 at 10:51

            Christoph, war schön mit dir heute Nacht. Mein Riemen ist immer noch wund, kein Wunder, so wie du ihn bearbeitet hast.

        • 28. Januar 2018 at 18:37 —

          Nö, Makabu hat noch nie vs Usyk geboxt.. Das war Mchunu.. 😉
          Wie gesagt, am besten fände ich Briedis vs Lebedev oder Glowacki..

  9. 28. Januar 2018 at 15:24 —

    Super Kampf!
    Konnte auch nicht sehen, dass Usyk die ersten 3 -4 Runden verloren haben sollte, Bridies hat ja nur versucht, zu kontern.Der Kopf- Zusammenprall, Runde 3,hat Usyk natürlich vorsichtiger gemacht, verständlich.
    Und so wirklich viele Runden hätte ich Briedis auch nicht gegeben, war zu sehr im Abwehrmodus.

    • 28. Januar 2018 at 16:16 —

      Briedis hatte in den ersten 4 Runden fast doppelt so viele Powerpunches im Ziel wie Usyk, während der Ukrainer bei den Jabs deutliche Vorteile hatte..
      Ich hatte 3 der ersten 4 Runden bei Briedis, am Ende dann Usyk knapp vorne..

    • 29. Januar 2018 at 10:49 —

      Ego sieht die Kämpfe immer so wie er sie tippt, das ist der Segen der Dummheit.

  10. 28. Januar 2018 at 22:40 —

    unentschieden in dem turnier überhaupt möglich? ich glaube alle sind bemüht eine entscheidung zu treffen, sieg oder nicht sieg

  11. 29. Januar 2018 at 14:06 —

    War ein geiler Kampf, Spannung bis zur letzten Minute, Werbung für den Boxsport.
    Punktsieg von Usyk ging voll in Ordnung, Briedis hätte besser auf seine Deckung achten sollen, dann hätte es vielleicht sogar gereicht? Hier könnte man sogar über ein gerechtfertigtes Remtach im nächsten Jahr nachdenken!?

    @ Laui

    Nein, beim WBSS-Turnier gibt es kein Unentschieden. Geht der Kampf über die Runden und es steht unentschieden, gibt es noch einen 4. Punktrichter, steht es nach seiner Wertung auch noch unentschieden bekommt der Boxer den Sieg der die 12. Runde gewonnen hat.

  12. 29. Januar 2018 at 21:00 —

    War ein spannendes Gefecht, hat spaß gemacht bei zuschauen. Usyk war zurückhaltender als von mir persönlich erwartet. Er hatte wohl zuviel Restpekt vor Breidis seiner rechten Haue. Ist irgendwo auch verständlich. Breidis dagegen hat sehr mutig agiert und hat versucht immer wieder durch zu kommen und Akzente zu setzen. Usyk´s Sieg geht völlig in Ordnung, hatte ihn persönlich mit drei Runden vorne.

    Mal schauen wie sich Gassiev gegen Dorticos schlägt. Denke persölich das er das Gefecht für sich entscheiden wird und dann im Finale das Knaller-Duell gegen Usyk ansteht.

  13. 30. Januar 2018 at 08:59 —

    Sehr guter Kampf. Breidis hatte eine starke Anfangsphase, allen voran war seine Arbeit zum Körper ausgezeichnet. Nach 5 Runden lag er mMn knapp vorn. Usyks Beinarbeit dagegen war nicht so beeindruckend wie man es von ihm gewohnt ist. Allerdings hat er ab Runde 6 mit seiner überragenden Führhand das Geschehen schlichtweg dominiert. Breidis, der vermutlich das hohe Tempo nicht mehr gehen konnte, hatte einfach nicht mehr die Mittel, den Jab zu umgehen. Nichtsdestotrotz kann er aus der Niederlage nur lernen. Wo er sich definitiv steigern muss, ist wie bei den meisten Europäern die Beweglichkeit im Oberkörper. Es ist für mich völlig unverständlich, dass anscheinend in den Gyms (bis auf England) keinen großen Wert darauf gelegt wird.

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