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Odlanier Solis vs Tony Thompson 2 – Letzte Chance für den Kubaner?

Die Neuauflage der Begegnung zwischen Odlanier „La Sombra“ Solis (20(13)-2(1)-0) und Tony „Tiger“ Thompson (39(26)-5(2)-0) soll nun laut BoxRec-Eintrag am 27. Februar in Budapest stattfinden. Einen ersten Termin für das Rematch sollte es bereits im Oktober 2014 geben. Der Kampf war in Deutschland vorgesehen, wurde allerdings abgesagt.

Erinnern wir uns erst einmal an die Begegnung vom 22. März 2014: Solis und Thompson traten in der Türkei gegeneinander an. Manager Öner wollte in seiner Heimat sein „bestes Pferd im Stall“ präsentieren. Doch das ging nach hinten los. Es reichte für den Sieg beim Kampf zwischen Solis und Thompson in Istanbul offenbar aus, dass Thompson 12 Runden lang mit dem Jab vor Solis Nase herumfuchtelte. Um diesen Kampf zu gewinnen, musste der 42-jährige Amerikaner jedenfalls nicht alles aufbieten was er kann. Thompson zog nicht ein einziges mal seine Schlaghand voll durch, sondern beschränkte sich auf ständiges kleines Störfeuer. Zugegeben, es gab schon schlimmere Kämpfe, aber die hohen Erwartungen, die man an Solis hatte, wurden nur zum Teil erfüllt. Er wirkte fitter und beweglicher als in den Kämpfen zuvor, aber eben nicht fit und beweglich genug, um diesen Kampf so überzeugend zu gestalten, dass es wenigstens zu einem Punktsieg gereicht hätte. Thompson siegte mit einer Punktwertung von 115:114, 115:113 und 112:116, ohne dabei in Hektik verfallen zu sein. Solis war nach Punkten besiegt und Öner nach Strich und Faden blamiert.

Was kann man von der Neuauflage erwarten? Solis steht im BoxRec – Ranking immernoch auf Platz 9 des Schwergewichts. Hält man dagegen, was er in letzter Zeit als Profi zustande gebracht hat, dürfte er eigentlich gefühlt bestenfalls knapp in den Top 50 vertreten sein. Der Olympiasieger von 2004 war 3x Amateurweltmeister und siegte zwischen 1998 und 2006 bei zahlreichen Turnieren. Er setzte sich im Januar 2007 zusammen mit anderen kubanischen Boxern während eines Trainingsaufenthalts in Venezuela von seinen Mannschaftskameraden ab und wurde Boxprofi bei Ahmed Öners „Arena Boxpromotion“. Anfangserfolge im Profibereich lenkten die Aufmerksamkeit auf ihn. Doch je länger Solis das „süße Leben“ genoss, um so mehr verlor er nach und nach seine Talente.

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Er schaffte es nach einer Aufbauphase bis zu einem WM-Kampf gegen Vitali Klitschko, wo er sich bereits in Runde 1 derart verletzte, dass er den Kampf nicht fortsetzen konnte. Er hatte einfach nicht mehr den durchtrainierten Körper eines Sportlers. Nach über einem Jahr Kampfpause und 3 Knieoperationen kam das Comeback. Im Kampf gegen Konstantin Airich setzte er sich über 12 Runden durch und holte sich den IBF-Interconti. Das Comeback und dieser Titelgewinn galt bei vielen Boxfans als „eingefädelt“. Sei es wie es sei, es gab schon Schlimmeres. Im folgenden Kampf gegen Leif Larsen wurde deutlich, dass Solis längst die Spritzigkeit vergangener Zeiten verloren hatte. Larsen wurde zwar besiegt, doch es war beinahe eine Zumutung, sich diesen Kampf anzusehen. Nur 4 Monate später trat Solis gegen Yakup Saglam an. Diesen Kampf gewann er zwar vorzeitig, aber man merkte deutlich, dass Saglam ihm eine Einladung nach der anderen anbot, den Kampf zu beenden. Ein überzeugender WM-Kandidat sieht anders aus. Das sollte nach intensivem Training anders werden. Doch was dann in Istanbul gegen Thompson geschah, war der Gipfel der Enttäuschung. Thompson beherrschte Solis und punktete selbst mit geschobenen Händen.

Gegenwärtig trainiert Odlanier Solis für den Rückkampf im „Jorge Rubio`s Gym“ in Miami. Er will oder besser er muss diesmal gewinnen. Sonst ist für ihn auf gut deutsch gesagt: „der Zug abgefahren“ und Promoter Öner muss die größte Fehlinvestition seiner Managertätigkeit verkraften. Bei diesem Kampf in Budapest wird es wohl die alles entscheidende Prüfung für Solis geben. Er muss dabei volle 12 Runden kämpfen, weil es ein Titelkampf ist. Es geht um einen der so zahlreichen wie unbedeutenden Titel, den „WBC Continental Amerika“. Gewinnt Solis, hat er gerade noch die Kurve gekriegt. Verliert er auch diesmal, wird er kaum die Chance haben, dass selbst Ahmed Öner noch einen Pfifferling in ihn investiert. Unbestätigten Internetwitzeleien zufolge interessieren sich bereits mehrere Fastfood-Ketten für Solis als Werbemaskottchen. Ein Job, der ihm vielleicht eher entgegen kommt, als das lästige Training im Profiboxen.

Autor Johannes Passehl

Fotos Picture Alliance

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10 Kommentare

  1. 13. Februar 2015 at 12:59 —

    hallo, was meint ihr zum kampfausgang?
    gibt es aktuelle videos von solis training, man muss sagen, thompson ist immer für eine überraschung gut und wird sicherlich auch dieses mal kein fallobst.

    würde es solis gönnen die kurve zu kriegen

  2. 13. Februar 2015 at 14:19 —

    Schade um Solis ein vergeudetes Talent,der mit der neuen lebensabschnitt Kapitalismus nicht zurecht kam.
    Aber denn “White Castle Champion” oder Mcdonald titel wird er sich locker holen oder vlt dann noch denn Big Kahuna Burger von Leapai greifen

  3. 13. Februar 2015 at 14:38 —

    ich würde solis nicht abschreiben!!!!
    Lasst uns 27. abwarten, boxen kann er noch, keine Frage!!!

  4. 13. Februar 2015 at 14:55 —

    laut fightnews ist die ganze Veranstaltung bereits wieder abgesagt!
    Öner bestreitet es aber. Naja man wird sehen.
    Vermutlich wartet Öner mit dem rematch solange bis Thompson an Altersschwäche stirbt.

  5. 13. Februar 2015 at 14:58 —

    Die komplette Show in Budapest ist abgesagt, allerdings sagt nun Öner laut boxingscene, das.s der Fight in der Türkei stattfindet

  6. Gegenwärtig trainiert Odlanier Solis für den Rückkampf im „Jorge Rubio`s Gym“ in Miami.
    ————————————————–

    Man munkelt, seitdem sind die Umsätze der Ansässigen Burgerläden um 400% gestiegen.

    Es gibt kein “die kurve kriegen” mehr für Solis. Der Zug ist längst abgefahren, egal was passiert, selbst wenn er Thompson in runde 1 ausknockt. Niemand faulenzt so viele Jahre herum, ohne dabei an Substanz und Ehrgeiz zu verlieren, wobei bei Solis eher “Substanz” aufgebaut wurde in form von Cholesterin.

    Solis wird nur noch so viel machen, wie nötig um 1 x im jahr einen kampf zu machen und sich dabei etwas Geld zu verdienen. Ob er austrainiert ist oder nicht spielt keine rolle. Wenn er es drauf gehabt hätte, hätte er es vor 2 Jahren geschafft sich endlich nach oben zu boxen. Stattdessen ging es nach unten. Solis ist auch nicht mehr in dem alter wo es aufwärts geht. Klar hat er Talent ohne ende, aber den Ehrgeiz den er nie hatte, wird er sicher nicht jetzt als mid 30iger gefunden haben. Schade um sein Talent, aber er hat auch nicht den Körper um was zu reißen gegen die heutigen Riesen boxer. Solis ist ein 1000x besserer boxer als Wilder, aber er würde trotzdem verlieren, auch nach punkten.

  7. 13. Februar 2015 at 19:36 —

    Solis würde maximal dann als rehabilitiert angesehen werden, wenn er Thompson klar ausknockt (am besten in den ersten vier Runden). Sollte es am Ende vllt. nur für eine lahme (gekaufte) Split Decision reichen, kann er einpacken. Er wird gegen keinen aktuellen Top 10 Boxer Land sehen.

    Gegen Charr wäre das dann, was für ihn das Maß oder besser gesagt die Masse aller Dinge wäre.

  8. 13. Februar 2015 at 20:04 —

    naja so uninteresant ist der kampf nicht. solis ist der einzige im wbc ranking der für wilder interesant ist für ne freiwillige tv. er ist in den USA bekannt und durch die ganzen Exil Kubaner lässt sich das prima vermarkten. und wenn Thompson gewinnt. naja gegen den alten Veteran wäre für wilder auch interesant. es wird ja sogar schon charr als wilder Gegner gemunckelt. naja man wird sehen

  9. 13. Februar 2015 at 22:18 —

    Gut,wenn Solis den Rückkampf gewinnt wird er noch den einen oder anderen Zahltag haben,aber irgendetwas reißen wird er im Schwergewicht nicht!
    Er ist träge geworden oder sollte man sagen faul!?

    Solis ist ein weiterer kubanischer Schwergewichtler der zwar bei den Amateuren Top war,aber bei den Profis nichts auf die Reihe kriegt!
    Gonzalez war auch mal so ein Mann,als Amateur gut,hat dort auch einen R.Bowe besiegt,aber als Profi hat es am Anfang nur für die 2.,3. und 4. Garde gereicht und dann kam die WBO-WM gegen R.Bowe. Ich kann mich noch gut an den Kampf erinnern,vorher ein Riesentheater von Gonzalez…….und dann wurde er von Bowe vernichtet,schwerer KO in der 6.Runde und Gonzalez hat in diesen Kampf keinen Stich gemacht,er war ein Prügelknabe und Solis ist letztendlich auch nichts Besseres!
    Fazit: A. Öner der ehemals viertkla.s.sige Boxer hat wieder einmal auf´s falsche Pferd(Boxer) gesetzt!

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