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“Night of the Champions” mit Siegen von Brähmer, Fornling, Formella und Hammer

Ein Beitrag von FW

“Night of the Champions” in Hamburg

mit Siegen von Brähmer, Fornling, Formella und Hammer

Promoter Erol Ceylan hatte gut aufgetischt bei seiner Abschlussveranstaltung des Jahres 2018. Mit den Kämpfen von Jürgen Brähmer gegen Pablo Daniel Nieva, Karo Murat gegen Sven Fornling, „Hafen-Basti“ Sebastian Formella gegen Bethuel Ushona und Christian Hammer gegen Michael Wallisch war ihm ein überaus ansprechendes Programm gelungen. Pech hatte allerdings Michael Wallischs neuer Manager Michael Wollenberg: Sein Schützling konnte sich nicht gegen Christian Hammer durchsetzen. Doch dazu später mehr.

Nach über einem Jahr Abstinenz kehrte Ex-Weltmeister Jürgen Brähmer in den Ring zurück. In einem Acht-Runden-Kampf traf der Stralsunder auf den Argentinier Pablo Daniel Nievas. Brähmer wollte sich mit dieser Begegnung nach eigener Aussage auf einen Titelkampf vorbereiten. Ob der 37-jährige Argentinier mit einer Bilanz von 33-17-1 dafür tatsächlich geeignet war, muss man allerdings in Frage stellen. Entweder Nievas kann es nicht besser oder er wollte nicht. Nahezu wehrlos – von ein paar fintierten Angriffen „in Zeitlupe“ mal abgesehen – ließ er sich von „Onkel Jürgen“ durch den Ring treiben und so konnte Brähmer fast nach Belieben Treffer setzen. In der fünften Runde kam dann auch das „Aus“: die Ecke des Argentiniers gab auf, Sieg durch TKO für Jürgen Brähmer nach einem lockeren “Sparringskampf”. Brähmer war allerdings auch kein „Ringrost“ anzumerken, trotzdem sei ihm dringend geraten, vor einem möglichen Titelkampf in 2019 noch einen Gegner vor die Fäuste zu bekommen, der sich besser verkaufen kann als Pablo Daniel Nievas.

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Auch „Hafen-Basti“ alias Sebastian Formella konnte einen Sieg einfahren. Gegner Bethuel Ushona aus Namibia ist kein Schlechter, aber mit Niederlagen gegen „Pretty Boy“ Rico Müller und Deniz Illbay eher Standortbestimmung als unlösbare Aufgabe für den Hamburger. Die hat Formella allerdings mit Bravour bestanden, denn Ushona sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen: der 36-jährige ist schnell und kann seine Gegner mit beiden Fäusten beeindrucken. „Hafen-Basti“ entschied allerdings die meisten Runden für sich und gewann am Ende nicht nur den Kampf mit 117-111, 119-109 und 119-109 deutlich nach Punkten, sondern auch den WBO-Global-Titel im Weltergewicht. Soweit bekannt, plant Formellas Promoter für das kommende Jahr einen WM-Kampf für seinen Schützling. Man darf gespannt sein.

 In einem weiteren Hauptkampf stand IBO-WM Karo Murat mit dem Schweden Sven Fornling im Ring. Zuvor hatte Murat kräftig „mit den Säbeln gerasselt“: „Ich werde den Schweden kaputthauen.“ so Murats Ansage im Vorfeld des Kampfes, doch das schien schon in der ersten Runde nicht so richtig zu funktionieren: kurz vor dem Schlußgong hatte Karo Murat nach einer Rechten des Herausforderers Bodenkontakt. Murat kam allerdings gut zurück, es entwickelte sich ein spannender Kampf, in dem beide ihre Momente hatten. Karo Murat verletzte sich allerdings in der zweiten Runde an der Schulter und war dadurch gehandicapt. Trotzdem gelang es ihm, in der zwölften und letzten Runde, Fornling zu Boden zu schlagen. Am Ende musste sich Murat trotzdem auf den Punktezetteln mit 109 – 116, 110 – 115 und 110 – 115 geschlagen geben, der Titel IBO-WM im Halbschwergewicht geht an Sven Fornling, bleibt aber dem ECB-Boxstall erhalten, denn beide Kämpfer stehen bei Erol Ceylan unter Vertrag.

Große Töne gab es auch vor der Begegnung im Schwergewicht zwischen dem 33-jährigen Michael Wallisch und dem zwei Jahre jüngeren Christian Hammer: „Ich werde Michael Wallisch eine Lektion erteilen, von der er noch lange träumen wird.“ hatte Hammer vor dem Kampf verlauten lassen und Wallisch machte es seinem Gegner auch nicht allzu schwer. Hammer war der aktivere Mann im Ring, setzte die besseren Treffer. Nach einem Kopfstoß in der vierten Runde konnte oder wollte der Münchner dann nicht mehr weiterboxen, Ringrichter Frank Michael Maas brach den Kampf ab. Wallischs Ecke protestierte daraufhin, nach vielem Diskutieren willigte Hammers Manager Erol Ceylan ein und der Referee gab den Kampf  – quasi nicht so ganz regelkonform  – noch einmal frei. In der fünften Runde ließ Christian Hammer nochmal seine Rechte einschlagen und Wallisch wurde – an den Seilen hängend – ausgezählt. Hammer ist damit WBO-Europameister im Schwergewicht, für Wallisch war es die erste Niederlage als Profiboxer.

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4 Kommentare

  1. 16. Dezember 2018 at 18:32 —

    Von den Zeitabläufen war es eine gute Veranstaltung, von den Kämpfen und auch den Leistungen einzelner Boxer und auch Ringrichter kann man das nicht unbedingt sagen.

    Der Kampf Formella vs Ushona zog sich wie Kaugummi um nicht zu sagen, war langweilig. Trotz der Überlegenheit von Formella sollte dieser mal etwas an seiner Deckungsarbeit feilen, da er sich einige unnötige Treffer gefangen hat. Wenn ihm das bei einen Gegner passiert der mehr Bumms in den Fäusten hat, ist eine Niederlage nicht fern.

    Schlechtester und wohl auch sehr kontroverser Kampf war Hammer vs Wallisch, war auch die Schuld des Ringrichters.
    Wo gibt es denn sowas das ein Kampf zu Ende ist und dann doch wieder weiter geboxt wird? Meiner Ansicht nach hätte es als Ergebnis entweder ein ND oder NC geben müssen!
    Ach ja, wenn Wallisch gegen bessere Gegner mal eine Chance haben will, sollte auch er mal an seinen Deckungsverhalten arbeiten!

    Bester und spannendster Kampf war sicherlich Murat vs Fornling. Aber auch hier war die Leistung des Ringrichters eher mäßig. Murat hat 3 mal nach dem Rundenende nachgeschlagen…eigentlich hätte man ihn dafür disqualifizieren müssen.
    Was seine Schulterverletzung betrifft, wenn überhaupt vorhanden, kann die so schlimm nicht gewesen sein..denn in der 11. und 12. Runde hat er sowohl links wie rechts ordentlich ausgeteilt! Man sollte es so sehen wie es ist, er stand einen Mann gegenüber der ihn auf schnellen Beinen ausgeboxt hat!

    Und schlussendlich kann man für Erik Pfeifer nur hoffen das er aus seinen Bodenbesuch gelernt hat das man auch gegen vermeintlich unterlegene Gegner auf der Hut sein sollte!

    • 16. Dezember 2018 at 19:03 —

      Was Hammer VS Walisch angeht hast du recht aber sowas kommt leider vor, schlimmer war es bei Sergio Martinez VS Kermit Cintron wo Martinez eigentlich durch KO in der 7ten gewonnen hat aber Cintron den Ref mit “Its a Headbut” zutextet so das der Kampf wieder aufgenommen wurde und dann noch in ein für Cintron schmeichelhaftes Unentschieden endete

    • 16. Dezember 2018 at 21:22 —

      Verletzung nach unabsichtlichen Kopfstoß vor ende der 4. runde = Technical Draw
      Verletzung nach absichtlichen Kopfstoß = DQ!
      Das wären die einzigen beiden Möglichkeiten gewesen, Wallisch sollte Protest einlegen. Leider hat er weitergekämpft sichtlich benommen. das hätte er auch nicht tun sollen.

  2. 16. Dezember 2018 at 19:26 —

    Hallo, Luzifer!
    Ich schätze Dein Fachwissen, frage mich aber gerade: was macht für Dich einen Kampf langweilig und einen anderen attraktiv? Was Deine Beurteilung des Kampfes “Murat vs Fornling” angeht, hast Du sicher Recht, diese Begegnung war am spannendsten. Ich habe den Kampf nicht ganz gesehen, aber wenn Murat in allen Runden so aktiv war wie am Ende, hätte das Ergebnis auch enger ausfallen müssen, oder?
    Was die angesprochene Verletzung angeht, so scheint es zu dem Thema bislang nur eine Aussage von Karos Coach Georg Bramowski zu geben, auf die wir uns stützen. Grundsätzlich ist aber so, dass die im Kampf freigesetzten körpereigenen Stoffe und Hormone wie Cortisol und Adrenalin dazu führen, dass das Schmerzempfinden sehr reduziert wird.
    Und eines kann man Karo Murat sicher nicht vorwerfen: dass er nicht alles versucht hat!

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