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Nigel Benn sagt Comeback ab

Nigel Benn sagt Comeback ab

Nur drei Wochen vor der Rückkehr in den Boxring, hat der frühere britische Weltmeister im Mittel- und Super-Mittelgewicht, Nigel Benn, seine Comebackpläne widerrufen müssen. Eigentlich wollte der 55-jährige am 23. November in der Resort World Arena in Birmingham gegen den 40-jährigen Sakio Bika kämpfen, doch nun hat sein Körper dem britischen Boxer einen Strich durch die Rechnung gemacht: eine Schulterverletzung zwingt Benn angeblich dazu, die Handschuhe diesmal wohl endgültig an den Nagel zu hängen.

Nachdem auch Cortison-Injektionen nicht den gewünschten Erfolg brachten, wohl eine folgerichtige Konsequenz. „I had to call it quits today, I wanted a hard spar, but it just wasn’t happening.” erklärte Benn in einem Interview: “My shoulder started playing up and I could not throw a right hand at all.” Auf Deutsch etwa: „Ich musste heute die Reißleine ziehen. Ich wollte ein hartes Sparring machen, aber es ging nicht. Meine Schulter machte Ärger und ich konnte keine einzige Rechte schlagen.“ Im Gespräch mit ‚SunSport‘ sagte Benn: „Ich habe jahrelang von einem einmaligen Kampf geträumt und mein Herz bricht, weil ich ihn absagen muss.“

Die Comebackpläne des ‚Dark Destroyers‘ waren nicht überall positiv aufgenommen worden: das British Boxing Board of Control (BBBofC) verweigerte Benn die Boxlizenz, dem 55-jährigen gelang es daraufhin, eine Lizenz der britischen und irischen Boxbehörde BIBA zu bekommen. Angeblich hatte Benn, dessen letzter Kampf vor 23 Jahren eine Niederlage gegen den Iren Steve Collins im Kampf um den Titel im Super-Mittelgewicht der WBO war, alle medizinischen Tests der BIBA bestanden.

Robert Smith, der Generalsekretär des BBBofC, erklärte daraufhin, dass die Risiken zu groß seien, als dass der BBBofC eine Linzenzvergabe in Betracht gezogen hätte: „Wir wurden vor einigen Monaten von Nigel Benn angesprochen und gefragt, ob wir ihm eine Lizenz gewähren würden. Ihm wurde jedoch mitgeteilt, dass wir seiner Bitte aufgrund seines Alters und seiner langen sportlichen Inaktivität nicht entsprechen würden.”

Auch Benns ehemaliger Manager Peter DeFreitas fürchtete um die Gesundheit von Nigel Benn: „Ich habe seit 23 Jahren kein Wort über Nigel verloren, aber jetzt kämpft er wieder, es ist Zeit zu reden”, sagte DeFreitas in einem Interview mit dem ‚Daily Star‘: „Ich rede, weil ich besorgt bin! Ich fürchte um sein Leben.”

Auf Instagram hat Nigel Benn mittlerweile erklärt: „Ich möchte mich bei allen bedanken, die mich während meiner Karriere unterstützt haben, aber die Zeit ist für mich abgelaufen. Ich danke Ihnen allen, dass Sie mir eine unglaubliche Karriere ermöglicht haben.”

Die Boxveranstaltung am 23. November in der Resort World Arena in Birmingham soll nun auch ohne den Headliner Nigel Benn vs Sakio Bika stattfinden. Gianluca di Caro, Vizepräsident des British Boxing Board of Control sagte im Interview mit ‚BBC Sport’: „Ich begrüße Nigels gesunden Menschenverstand, mit einer Verletzung nicht zu anzutreten, aber ich muss mich jetzt auf die anderen Kämpfer konzentrieren, die auf der Fightcard stehen.” Di Caro erklärte weiter, er habe mit den Boxern auf der Undercard gesprochen und man wolle die Show retten, „wenn auch mit einem anderen Hauptkampf!“ Geplant war unter anderem ein Fight zwischen dem früheren IBF-Weltmeister im Weltergewicht, Joshua Clottey, und WBF-Europameister Tommy Jacobs.

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3 Kommentare

  1. 29. Oktober 2019 at 08:30 —

    „Ich habe jahrelang von einem einmaligen Kampf geträumt und mein Herz bricht, weil ich ihn absagen muss.“

    Besser ein gebrochenes Herz als ein zermatschtes Hirn.

  2. 29. Oktober 2019 at 08:39 —

    @ adolf klitschko: Daumen hoch!

  3. 29. Oktober 2019 at 12:54 —

    Besser ist es allemal, Benn war schon weit über seinen Zenit als er 1996 seine Karriere beendet hatte. Dieser Kampf hätte keinerlei sportlichen Wert gehabt und gesund kann boxen in dem Alter auch nicht förderlich sein.

    Hoffe auch das sich ein möglich 3. Kampf zwischen Jones Jr. vs Hopkins auch in Wohlgefallen auflöst!?

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