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Nick Hannig verteidigt seinen Titel gegen Ryno Liebenberg

Petko’s Boxpromotion aus Dachau hat gestern Abend mit einem perfekt organisierten Boxevent ein Ausrufezeichen in Berlin gesetzt. Die Fight Night im Maritim Hotel war mit 3.000 Zuschauern restlos ausverkauft.

In eleganter Atmosphäre wurden den Boxfans spannende Fights geboten und sogar der Star-Tenor Paul Potts ließ im Ring seine atemberaubende Stimme erklingen. Dies wollten sich auch Promis wie Simone Ballack, Regina Halmich, Claude-Oliver Rudolph, Jared Hasselhoff, Michael Wollenberg, Arthur Abraham, Jürgen Brähmer, Marco Huck sowie Bruder Kenan Hukic nicht entgehen lassen.

Das Rematch zwischen Titelverteidiger Nick Hannig (7-0-1, 4 K.o.) und Ryno Liebenberg (19-6-1, 13 K.o.), um den WBC-International-Titel im Halbschwergewicht, versprach schon im Vorfeld einiges an Spannung.

Am 6. Juli 2019 endete das erste Gefecht der beiden Boxer in Wiesbaden mit einem Remis. Schon damals lebte das Duell von dem großen Kampfgeist der beiden Fighter, die sich bis zum letzten Gong verausgabten.

Hannig und Liebenberg kurz vor dem K.o.

Im Rückkampf wollten Hannig und Liebenberg nun klarere Akzente setzen. Dies ist ihnen gelungen, wobei das intensive Gefecht bis zum Ende eng blieb. Insgesamt zeichnete sich das Gefecht weniger durch technische Feinheiten aus, sondern überzeugte durch den spektakulären Kampfgeist und Siegeswillen der beiden Boxer.

Meist standen sich Hannig sowie Liebenberg Fuß an Fuß gegenüber und deckten sich in der Halbdistanz mit harten Schlägen zum Kopf und Körper ein. Leider unterbrach der übereifrige Referee Jürgen Langos den Fight zu oft durch seine Ermahnungen wegen Runterdrückens, der Gefahr von Kopfstößen und unsauberen Innenhand- und Hinterkopfschlägen von Liebenberg.

Anstatt sich aber zu einem Punktabzug wegen des unsauberen Boxstils des Südafrikaners durchzuringen, unterbrach Langos den Kampffluss durch sein wiederholtes Einschreiten teilweise unnötig. Dazu musste sich Hannig immer wieder auf Neue in die Halbdistanz boxen, um Treffer bei Liebenberg mit seinen Reichweitenvorteilen anbringen zu können.

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In den zwölf geboxten Runden waren sowohl Liebenberg als auch Hannig einmal schwer angeschlagen. Zunächst klingelte „Mr. Business“ Hannig den Südafrikaner zum Ende der fünften Runde mit einem linken Haken zum Kopf an. Der Gong zur Rundenpause rettete den Herausforderer auf wackligen Beinen vor Schlimmeren.

In der zwölften Runde kam Liebenberg überraschend stark zurück und beeindruckte Hannig durch einen schweren Schlaghagel aus linken und rechten Haken zum Kopf. Der 33-jährige Lokalmatador war seiner Sinne nicht mehr mächtig und wurde darauf von Ringrichter Jürgen Langos angezählt. Erneut rettete der Gong den angeschlagenen Boxer vor schweren Folgen.

Der Königs Wusterhausener musste die Runde zwar abgeben, wurde aber dennoch mit 114-113, 115-112 und 115-112 zum knappen, aber verdienten Punktsieger erklärt. Damit bleibt der ungeschlagene Hannig WBC-International-Titelträger im Halbschwergewicht. Das mitreißende Duell hätte eine Liveübertragung im TV verdient!

Denny Heidrich ist neuer Internationaler Deutscher Meister im Cruisergewicht

Denny Heidrich (5-1-0, 3 K.o.) bekam es in seinem ersten Titelkampf mit Ibrahim Odobasic (3-9-0, 1 K.o.) aus Bosnien und Herzegowina zu tun. Im Cruisergewicht ging es um den vakanten Internationalen Deutschen Meistertitel des Bund Deutscher Berufsboxer (BDB). Der 32-jährige Boxer mit den lautesten Fans des Abends schickte Odobasic mehrmals zu Boden, bevor der Ringrichter den Fight in der zweiten Runde abbrach. Damit kann sich der Berliner nun neuer Internationaler Deutscher Meister im Cruisergewicht nach Version des BDB nennen.

Rico Schultz gibt erfolgreiches Comeback

Rico Schultz aus Hangelsberg gelang nach einer fünfjährigen Ringpause ein gelungenes Comeback gegen Kenan Penjic im Superweltergewicht. Der auf sechs Runden angesetzte Kampf endete in Durchgang vier durch technischen Knockout. In Zukunft möchte sich Schulz wieder öfter im Ring präsentieren.

Fotos: Anna Mieskes-Petrenko, K.o. & Co

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5 Kommentare

  1. 29. Oktober 2019 at 13:03 —

    Intensiv geführter Kampf von beiden Boxern.

    Abbruch oder Anzählen in der 12. Runde? Ich denke das Anzählen war korrekt weil Hannig nach starken Treffern in die Ringecke gewankt ist und letztendlich nur von den Ringseilen daran gehindert wurde nicht zu Boden zu gehen.
    Punkturteil korrekt? Meiner Meinung nach nicht, Hannig hat die letzten 4 Runden nicht gewonnen, entweder es gibt ein ganz knapper Punktsieg für Liebenberg oder ein nochmaliges Unentschieden!

    Auch wenn ich das Anzählen für korrekt halte, hätte wohl so manch anderer Ringrichter den Kampf abgebrochen was auch nicht falsch gewesen wäre.

    • 29. Oktober 2019 at 13:11 —

      ich geb dir im prinzip recht. hannig war die letzten 4 runden schwach. die kann man alle liebenberg geben. ich hatte eine bei hannig und 3 bei liebenberg aber ok. von den ersten 8 hat er aber fast alle gewonnen. hatte im wie auch 2 punktrichter 7 von 8 gegeben. damit bleibt bei mir ein 114:113 oder ein 115:112 (je nachdem ob man ihm runde 10 gibt oder nicht). unentschiede dürfte eig. nicht sein, da liebenberg durch den count ja eine 10:8 runde hatte. 114:113 für liebenberg fände ich aber auch zuviel. er hat keine 6 runden gewonnen.

      • 29. Oktober 2019 at 14:27 —

        Na ja Brennov, so hat jeder eine etwas andere Wahrnehmung der einzelnen Runden.

        Aber eines haben die 2 Kämpfe gegen Liebenberg auf jeden Fall gezeigt, viel weiter wird es für Hannig nicht nach oben gehen, auch wenn Petkovic vor dem Kampf davon gesprochen hat das der Sieger nahe an einen WM-Kampf ist, bestenfalls ein Duell gegen den Sieger aus Fornling vs Boesel um den IBO-WM-Titel!?

        • 29. Oktober 2019 at 15:19 —

          ja genau in südafrika wäre es vielleicht knapp pro liebenberg gewesen. aber diesen heimbonus gibt es überall. ich finde zumindest kann man das urteil vertretbar nennen und nicht von einem fehlurteil sprechen. beim rest stimme ich dir zu hannig wird nicht in die weltspitze rücken können. auch gegen den sieger fornling – bösel bzw. muss der erstmal gegen mihkalkin ran, sehe ich keine chance. vielleicht gegen den sieger bunn – kölling!

  2. 29. Oktober 2019 at 18:09 —

    Ich habe mir diesen Kampf auch angesehen. Ich habe quasi darauf hin gefiebert, weil ich mal sehen wollte, was man aus diesem Kampf macht. Den ersten Kampf habe ich nicht gesehen, aber weil Hannig im Netz so gut wegkommt, musste ich mir Kampf 2 unbedingt reinpfeifen. Und ich komme zu dem Schluss, dass ich das mal besser nicht getan hätte.

    Was war das? Es ist ja völlig in Ordnung, wenn man nicht wirklich boxen kann, aber muss man so etwas im TV übertragen? Das Boxen ist in Deutschland eh nicht mehr das was es mal war, aber solche Kämpfe wie Hannig vs. Liebenberg könnten dem letzten kleinen noch bestehenden Rest einen Todesstoß versetzen. Ich war wirklich geschockt von dem, was ich da gesehen habe. Alles sah unglaublich untrainiert und unprofessionell aus. Nach wenigen Runden halber Kraft, sind beide Boxer beinahe von selbst KO gegangen. Es gab keine Präzision, keine Kraft, keine Strategie und auch sonst nichts, was eigentlich zum Boxen gehört. Beide Boxer haben unsauber geboxt und beim Ringrichter stand von Anfang an der Verdacht im Raum, dass er schon längst wüsste, wer den Kampf gewinnt.

    Also ne, man hätte zu Hannig und Liebenberg vorher ehrlich sein sollen. So kamen sie mir wie zwei Kinder vor, die unbedingt bei der Großen Chance mitmachen wollen, die Eltern aber nicht sagen, dass ihnen dafür vollständig das Talent fehlt. Aber irgendwann einmal trifft Hannig oder Liebenberg auf einen richtigen Boxer und was ist dann?

    Nein, dieser Kampf hat gezeigt, was die Boxverbände noch richtig machen müssen, damit weniger Boxer im Ring verunfallen. In der Formel 1 braucht es eine bestimmte Punktzahl, um eine Superlizenz zu erhalten, im Boxen braucht es wohl nur Vitamin B. Wenn das mal gut geht!

    Ich kenne Hannig und Liebenberg nicht. Beides mögen wirklich nette und korrekte Menschen sein, aber sie sind auch noch Amateuerboxer und mindestens Hannig sollte zur Zeit keineswegs daran denken, ein Profi zu werden!

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