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Newcomer – Wer sind die möglichen Boxhelden der Zukunft?

In ereignisarmen Zeiten wie jetzt im Boxsport, ist es vielleicht mal ganz interessant die Aufmerksamkeit auf junge Nachwuchsboxer zu lenken, die sich bisher noch keinen großen Namen machen konnten. Wir wollen in loser Folge Gewichtsklassen übergreifend immer wieder einmal Nachwuchstalente vorstellen, die vielleicht zukünftig in den Ranglisten weit nach oben kommen können, falls ihre bisherige Erfolgsserie auch in der nächsten Zeit andauert. Einige davon haben bereits um kleinere Titel gekämpft. Andere warten noch auf eine solche Gelegenheit.

Den Anfang soll der 22-jährige Boxer Thattana Luangphon (alias Chainoi Worawut) aus Thailand machen. Er kämpft im Super-Bantamgewicht und wurde in dieser Gewichtsklasse bereits in seinem fünften Kampf WBC-Juniorenweltmeister. Im Kampf Nr. 9 ging es um den vakanten WBC-Asia Titel. Er schlug den Interim-Champ Alvin Medura und holte sich diesen Gürtel. Die erste Titelverteidigung ging dann über volle 12 Runden. Das war neben einem Unentschieden über 8 Runden der zweite Kampf, bei dem er über die Runden gehen musste. Wie bei vielen thailändischen Boxern üblich, hat er zwei Namen, die man sich als Europäer beide nur schlecht einprägen kann. Leichter zu merken ist wohl sein Kampfname „Rock Man“.

Wie hier in diesem Clip von seinem letzten Kampf am 7. März deutlich zu sehen ist, hat er einen variablen Boxstil und gute Meidbewegungen. Er ist in der Boxrec-Liste die thailändische Nr. 1 und international momentan auf #38 zu finden. Es bleibt abzuwarten, ob er sich in Zukunft auch international gegen die Reihe 1 des Super-Bantamgewichts beweisen kann. Vielleicht wäre mal ein Kampf außerhalb Thailands ganz interessant. Womöglich gegen Diego de la Hoya, der von 2015 bis 2017 ebenfalls WBC-Juniorenchamp war.

Ein weiterer Boxer, dem man in Zukunft vielleicht noch einiges mehr zutrauen kann, ist der ebenfalls 22-jährige Amerikaner Edgar Berlanga aus New York. Er hat bisher 13 Kämpfe absolviert und gewann jeden dieser Fights durch (T)KO in Runde 1. Er begann seine Profikarriere mit einigen Kämpfen in Mexiko gegen andere Anfänger. Mittlerweile kämpft er unter der „Top-Rank-Flagge“ von Bob Arum und war bereits zwei Mal auf Undercards im Madison-Square Garden zu sehen. Er nennt sich „The Chosen One“ (Der Auserwählte) und ist in der Boxrec-Liste im Moment erst auf #85 zu finden. Bleibt er so erfolgreich, wird sich das sehr schnell ändern. Für ihn wäre es jetzt langsam an der Zeit, gegen Boxer anzutreten, die in der BoxRec-Liste weit vor ihm liegen. Ein möglicher Kandidat dafür wäre der in Polen lebende Ukrainer Fiodor Czerkaszyn (16(11)-0-0, BoxRec #27) Der ist mit seinen 24 Jahren ebenfalls als „Newcomer“ einzuschätzen und für beide Boxer wäre es ein richtungsweisender Kampf auf Augenhöhe.

Hier der letzte „Streich“ von Edgar Berlanga am 14. Dezember im MSG gegen den 34-jährigen Spanier Cesar Nunez:

Ein weiteres 22-jähriges Talent ist im Super-Weltergewicht zu finden. Gemeint ist der gebürtige Kasache Sadriddin Akhmedov, der in Kanada lebt und bei Promoter Camile Estephan unter Vertrag steht. Der „Soldier of Q“, wie er sich nennt, siegte in bisher 11 Kämpfen 10 Mal vorzeitig. Seine Gegner waren durchweg erfahrene Boxer, die aber meistens frühzeitig geschlagen wurden. Nur in einem Kampf um den WBC-Asia Titel im heimatlichen Kasachstan musste Akhmedov volle 10 Runden kämpfen. Er erreichte dabei allerdings einen deutlichen Punktsieg gegen John Ruba aus Indonesien.

Hier der Kampf zwischen Sadriddin Akhmedov und Jose Antonio Villalobos vom 7. Dezember 2019. Man sieht zwar die Überlegenheit des Kasachen, aber er hat wohl noch allerhand zu verbessern, wenn er seine Gegnerschaft effektiver bezwingen will.:

Alle drei vorgestellten Boxer sind rein zufällig gerade erst 22 Jahre alt. Bleiben sie weiter so „am Ball“, werden wir sie gewiss in den nächsten Jahren in den Ranglisten der großen Weltverbände weit oben finden. Ob es dann auch zu großen Titelkämpfen gegen Weltklasseboxer reichen wird, muss man abwarten.

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1 Kommentar

  1. 25. März 2020 at 10:27 —

    Es ist immer schwierig vorher zu sagen wer es mal ganz nach oben schafft, bei Berlanga das er zumindest seinen letzten Gegner Nunez eindrucksvoller weggeputzt hat als es Feigenbutz geschafft hat.
    Stärkere Gegner werden zeigen wohin die Reise geht.

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