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Neuer Anlauf für Charles Martin

Neuer Anlauf für Charles Martin

„Man wird über Nacht zum König. Vom Bauern zum König. Das Leben ändert sich, weißt du?“ Charles Martin kennt das Gefühl. Im Kampf um den Weltmeistergürtel der IBF am 16. Januar 2016 musste sein Gegner Vyacheslav Glazkov wegen Kreuzbandriss in Runde 3 aufgeben. Martin wurde zum Sieger durch TKO erklärt und war fortan Weltmeister.

Ich muss zugeben: es hat mich einfach gereizt, dieses märchenhaft-lautmalerische Wort zu benutzen, auch wenn dieses „fortan“ schon knapp drei Monate später endete. Genauer gesagt: am 09. April. An diesem Samstag stand Martin bei seiner ersten Titelverteidigung mit Anthony Joshua im Ring. 85 Tage, nachdem er den Titel gewonnen hatte.

‚Prince Charles‘ betrat den Boxring in der Londoner O2 Arena mit einer Krone und einem pelzbesetzten Samtumhang. Und mit einem Lächeln, das kurze Zeit später noch schneller verschwunden war, als Krone und Umhang.

Anthony Joshua brauchte weniger als fünf Minuten, um Charles Martin zu besiegen. In der zweiten Runde musste Martin nach einer Rechten von Joshua zum ersten Mal in seiner Karriere zu Boden gehen, Sekunden später beendete eine weitere Rechte von Joshua das Gefecht. Nach 1.32 min der zweiten Runde zählte Ringrichter Jean-Pierre van Imschoot den Kurzzeit-Weltmeister aus.

Erst über ein Jahr später stand Charles Martin wieder im Ring. Wie es heißt, löste Martin den Scheck, den er für diesen Kampf bekommen hatte, fast genauso lange nicht ein.

Seitdem ist es etwas ruhiger um den Ex-Champion geworden. Einige Kämpfe gegen unbedeutende Gegner konnte Martin für sich entscheiden, gegen Adam Kownacki musste er sich im September 2018 nach 10 Runden geschlagen geben.

Jetzt will ‚Prince Charles‘ es noch einmal wissen. Gegenüber „Sky Sports“ erklärte sein Manager Mike Borao, was konkret geplant ist: „Die Idee ist, bis zum Spätsommer zwei Kämpfe gegen Top 15-Boxer zu bestreiten und dann um einen Weltmeistertitel zu boxen.“

Im Zeitraum der kommenden zwei Wochen will Borao den ersten Gegner festgezurrt haben, der Kampf wird dann vermutlich schon im März stattfinden. Ein schwieriges Unterfangen, Charles Martin ist in den Rankings der Verbände aus den Top 15 gefallen, Boxrec listet den Wahlkalifornier noch auf #19.

Fraglich ist, wer Interesse an einer Begegnung mit Charles Martin haben könnte, besser gerankt und trotzdem ein machbarer Gegner ist. Filip Hrgovic vielleicht, Gerald Washington. Alternativ Tom Schwarz oder Demsey McKean. Möglicherweise Robert Helenius. Oder Mladen Miljas. Wenngleich der ein oder andere Charles Martin vermutlich entweder aus dem Weg gehen oder unter das schützende Mäntelchen seines Promoters kriechen würde.

Den von Mike Borao geplanten Kampf um eine Weltmeisterschaft zu realisieren, dürfte allerdings ungleich schwieriger sein.

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