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N’Dam N’Jikam gewinnt WBO Interimsgürtel dank starkem Sieg gegen Bursak

Mit seiner wohl besten Vorstellung seiner bisherigen Profikarriere gewann am Freitagabend Hassan N’Dam N’Jikam den Interimstitel der WBO im Mittelgewicht. Der ungeschlagene Franzose führte im Pariser Vorort den zuvor ebenfalls unbesiegten Ukrainer Max Bursak vor und besiegte ihn klar nach Punkten. Dabei glänzte der 28-Jährige vor allem durch seine Beweglichkeit, ungewohnt gute Reflexe und seiner Präzision in der Offensive.

Hassan N’Dam N’Jikam machte seine Absichten gleich zu Beginn deutlich und explodierte gleich in der ersten Sekunde mit zwei linken Haken zum Kopf von Bursak. Der Ukrainer ging allerdings schon bald darauf in den Vorwärtsgang, während N’Jikam die Distanz hielt und seine leichten Reichweitenvorteile nutzte. Kam Bursak ihm zu nahe, initiierte N’Jikam meist schnell einen Clinch und behielt so über weite Strecken der ersten Runde die Kontrolle durch sein besseres Boxen. Auch in der zweiten Runde zeigte sich der Heimboxer weiter beweglich und konterte den heranstürmenden Bursak immer wieder mit schnellen Händen ab. Zudem fing er nun auch an den Körper zu bearbeiten und landete nach etwa einer Minute den bis dahin besten Schlag, als er einen linken Haken zum Kopf anbrachte, der Bursak kurzzeitig aus dem Konzept brachte. Um seine dominante zweite Runde noch einmal zu unterstreichen setzte er außerdem kurz vor Ende noch einmal zu einem guten Endspurt an, in dem er drei weitere gute Treffer landen konnte.

Bursak hatte unterdessen alle Hände damit zu tun seinen beweglichen und reflexstarken Gegner sauber zu erwischen. Lediglich mit dem Jab stellte er hin und wieder Kontakt mit N’Jikams Kinn her, während der Franzose vor allem immer wieder den linken Haken landen konnte. Gegen Mitte der dritten Runde verhakten sich beide unglücklich, so dass Bursak N’Jikam zu Boden schleuderte. Dieser verletzte sich jedoch zum Glück nicht und machte daraufhin damit weiter womit er aufgehört hatte und konterte Bursak eindrucksvoll ab. Das Missgeschick wiederholte sich noch einmal kurz vor Rundenende, nur dass dieses Mal beide Boxer in der Ringecke zu Boden gingen, was den Ringrichter dazu veranlasste mal ein strengeres Wort mit den beiden Kontrahenten zu wechseln.

Erst in der vierten Runde genoss Bursak ein wenig mehr Erfolg, da N’Jikam sich jetzt leichter stellen ließ und etwas statischer agierter. Dennoch behielt er die Oberhand dank der besseren und klareren Treffer. Auch in der fünften Runde ließ sich der Franzose auf mehr Schlagabtausche ein, doch glänzte auch dort häufig. Wenn Bursak jabbte, wich N’Jikam instinktiv aus und konterte direkt mit einem Jab seinerseits, der sein Ziel nicht verfehlte. Max Bursak wirkte in der sechsten Runde bereits leicht frustriert, da N’Jikam sich wieder seltener stellte und ihm stets ein bewegliches Ziel bot. Zudem häuften sich die Clinches, wenn der Ukrainer doch einmal näher ran kam. Die besseren Treffer blieben jedoch weiterhin auf N’Jikams Seite, so dass dieser zur Kampfmitte schon langsam uneinholbar nach Punkten davon zog.

Das Tempo hatte inzwischen ein wenig nachgelassen und die Dominanz von N’Jikam war geringer geworden, doch dass der Franzose immer noch genug Energie hatte um jederzeit wieder aufzudrehen zeigte er Mitte der siebten Runde, als er der Meinung war nach einer guten Kombination Bursak angeklingelt zu haben. Auf einmal feuerte der 28-Jährige mehrere Kombinationen in Folge ab, die mit ihrer Schnelligkeit Bursak überraschend, und für die er keine Antwort hatte. Der Ukrainer war jedoch nicht wirklich gefährdet zu Boden zu gehen und kehrte bald darauf wieder dahin zurück steten, aber ineffektiven Druck auf N’Jikam Druck auszuüben, und verlor dabei die siebte Runde sehr deutlich.

Das Bild änderte sich in den nächsten Runden kaum, da Bursak offensichtlich keinen Plan B mitgebracht hatte und seinen Stiefel stumpf herunter boxte, obwohl er dabei systematisch vom glänzend aufgelegten Hassan N’Dam N’Jikam auseinander genommen wurde. Vielmehr stellte sich zunehmend die Frage ob N’Jikam nicht sogar der KO gelingen könnte, doch es war dann doch tatsächlich Max Bursak der am nächsten an einem Niederschlag riechen durfte. Zu Ende der neunten Runde landete er aus dem Nichts heraus einen linken Haken, als N’Jikam sich zu sicher fühlte, welcher N’Jikam rückwärts in die Seile stolpern ließ. Der Franzose schien leicht angeschlagen, doch antwortete nur wenige Sekunden später wieder mit guten Treffern seinerseits. Auch in der zehnten und besonders elften Runde hatte Bursak etwas mehr Erfolg, doch N’Jikam revanchierte sich meist kurz darauf und verprügelte vor allem in der elften Runde Bursak nach Strich und Faden, nachdem er früh in der Runde einen guten Treffer geschluckt hatte, der ihn seinen Mundschutz ausspucken ließ.

Nachdem der Schlussgong erklungen war, hatten die drei Punktrichter die einfache Aufgabe den Sieger zu küren, und wenig überraschend entschieden sie sich einstimmig für Hassan N’Dam N’Jikam, der keine Runde eindeutig abgegeben hatte. Das genaue Urteil lautete 118-110, 118-110 und 118-111. Damit ist Hassan N’Dam N’Jikam, welcher seinen Interimstitel der WBA abgegeben hatte um einem Kampf mit Gennady Golovkin aus dem Weg zu gehen, nun Interimsweltmeister der WBO und könnte damit unter Umständen bald gegen WBO-Champ Dmitry Pirog antreten. Zudem bleibt er weiter ungeschlagen, während Max Bursak seine erste Niederlage hinnehmen musste.

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5 Kommentare

  1. Wolfi
    5. Mai 2012 at 00:11 —

    Bursak hatte überaschenderweise gar kein Konzept für diesen Kampf.

    Hassan ist allermal schlagbar, vor allem schein er kein gutes Kinn zu haben.

    Kein Wunder, dass er Golovkin aus dem Weg ging…er weißt warum.

    Der KO wäre programmiert gewesen, kein wirklich hochklassiger Fight!

  2. MainEvent
    5. Mai 2012 at 00:20 —

    Eine gute Nachricht für Hassan, Pirog schlägt nicht so stark wie Golovkin 🙂

  3. JohnnyWalker
    5. Mai 2012 at 00:50 —

    das habe ich mir auch so gedacht, wenn N’Dam N`Jikam da mal nicht Golovkin vermeiden wollte. Ich behaupte mal eine und da mit die erste Kombination von Bursak in den letzten 3 Runden, die halbwegs eingeschlagen hätte und N’Dam N’Jikam wäre hinüber. Trotzdem ein Bursak war total überfordert und hatte sichtlich keinen Dunst wie er hier gewinnen soll.

  4. Putin
    5. Mai 2012 at 09:17 —

    Naja, ein weiteres Opfer für Pirog für den Weg zum Vereinigungs Kampf

  5. Alonso Quijano
    5. Mai 2012 at 14:45 —

    Da gebe ich dir echt putin jemand der schiss hat vor GG sollte sich nicht an Pirog ran wagen!!!

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