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Nathan Cleverly gewinnt WBO-Interimstitel, aber tut sich schwer in schwachem Kampf

Am Freitagabend konnte Nathan Cleverly sich den WBO-Interimstitel im Halbschwergewicht sichern und seinen lupenreinen Kampfrekord niederlagenfrei halten ohne dabei jedoch gegen seinen unangenehmen Gegner zu glänzen. Der 23-jährige Brite gewann verdient nach Punkten gegen den Franzosen Nadjib Mohammedi, der mit seinem negativen Boxstil zu einem schwachen Kampf beitrug.

Cleverlys ursprünglicher Gegner Alejandro Lakatos hatte erst am vergangenen Mittwoch abgesagt, und Mohammedi war kurzfristig in den Titelkampf eingesprungen. Cleverly musste sich stilistisch sehr umstellen auf einen Gegner, der mit tief hängenden Fäusten agiert, sein Kinn hoch in der Luft hat, beweglich im Oberkörper ist, und mit guten Reflexen und recht schnellen Händen ausgestattet ist. Mohammedi war jedoch früh im Kampf kaum darauf bedacht seine schnellen Hände offensiv zu nutzen und machte eine recht unansehnliche Schachpartie aus dem Boxkampf. Der Franzose schlug selber wenig, fintierte viel und war schwer für Cleverly zu treffen. Cleverly war zwar der Aktivere in den Anfangsrunden, und konnte sich damit eine Führung auf den Punktkarten erarbeiten, doch Cleverlys größte Stärke, seine hohe Workrate, wurde ihm von Mohammedi genommen, da dieser zu schwer klar zu treffen war.

Nachdem die ersten fünf Runden wohl alle knapp an den Favoriten gingen, drehte Mohammedi plötzlich in der sechsten Runde auf. Auf einmal war er nicht mehr so inaktiv und übertrieben defensiv und übernahm schlagartig die Kontrolle. Auch in der achten Runde bestimmte er klar das Geschehen und schien nun den Kampf klar zu drehen, zumal Nathan Cleverly noch einen Punkt abgezogen bekam, weil er Mohammedis Arm wiederholt festhielt. Cleverly holte sich eine klare Ansprache seiner Ecke ab, und kam in der achten Runde wieder besser zurück. Mohammedi blieb von nun an der Aktivere, doch Cleverly landete stets die etwas besseren und härteren Treffer. Es fiel ihm jedoch weiter schwer, da er seinen Jab zu wenig einsetzte und kaum Kombinationen schlug, obwohl der Franzose kaum mit Einzelschlägen zu erwischen war. Auch seine langen Arme nutzte er kaum zu seinem Vorteil.

In der elften Runde ging es soweit, dass sekundenlang keiner der beiden Boxer schlug, so dass die Zuschauer eine ganz schwache Runde mit extrem wenig abgefeuerten Schlägen sahen. Auch in der letzten Runde besserte es sich nicht viel und einige Zuschauer waren wohl froh, dass der schwache und teils langweilige Kampf endlich sein Ende gefunden hatte. Der Sieger nach Punkten war Nathan Cleverly, der ein gerechtes Urteil von 115-112, 116-111 und 115-113 zugesprochen bekam.

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2 Kommentare

  1. off_1984
    12. Dezember 2010 at 01:31 —

    naja cleverly ist 23, da gibt es immer ein auf und ab und der gegner war wirklich nicht ganz ohne da er schwer zu treffen war. gegen braehmer sehe ich cleverly deutlich besser aber der junge braucht noch 1-2 kaempfe bevor der den knasti auf die bretter schickt und hoffentlich dessen karriere beendet….naja, gut zu dem kampf kommt es eh nicht da sich braehmer ja vor allen seinen gegnern drueckt.

  2. Tom
    13. Dezember 2010 at 15:08 —

    Den Kampf Brähmer Vs Cleverly wird es nicht geben, denn entweder Brähmer verliert in Kasachstan gegen Shumenov od. er wird sich drücken, Universum fällt bestimmt irgend eine Ausrede ein!

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