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Sag zum Abschied leise Adios: Antonio Margarito erklärt Rücktritt vom aktiven Boxsport

Antonio Margarito ©Paddy Cronan/ONTHEGRiND BOXiNG.

Antonio Margarito © Paddy Cronan/ONTHEGRiND BOXiNG.

Nach Ronald Wright und Shane Mosley hat mit Antonio Margarito gleich eine dritte überaus bekannte Boxfigur innerhalb der letzten sieben Tage ihren Rücktritt erklärt. Der 34-jährige Mexikaner tut dies im Gegensatz zu seinen amerikanischen Kollegen nicht ganz freiwillig, jedoch erlaubten die im WM-Kampf gegen Manny Pacquiao erlittenen Augenverletzungen kein langfristiges Weitermachen mehr.

“Er hat es uns letzte Woche wissen lassen”, sagte Promoter Bob Arum gegenüber BoxingScene. “Er hat gesagt, dass sein Körper nicht mehr mitmacht. Wir haben ihn definitiv dazu ermuntert, aufzuhören. Wir sind froh, dass wir so viel für ihn tun konnten. Wir haben ihn finanziell unabhängig gemacht. Wir haben sehr hart gekämpft, damit das möglich wurde. Ich bin sehr stolz darauf, auf das, was wir bei Top Rank gemacht haben, und ich wünsche Tony für die Zukunft alles Gute. Er war ein Kämpfer, der nie aufgegeben hat. Er hat in jedem Fight alles gegeben. Er war nicht der talentierteste Kerl auf der Welt, er war aber einer der zähesten.”

Der in Torrance (Mexiko) geborene, aber in seiner Kindheit wieder nach Mexiko zurückemigrierte, Margarito wurde 1994 im Alter von nur 15 Jahren Profi. Da er oft gegen deutlich ältere Gegner boxte, musste er in seinen ersten 12 Kämpfen gleich drei Niederlagen einstecken, ab 1996 legte er aber eine Siegesserie hin, die ihn 2001 gegen Antonio Diaz zum WBO-Titel im Weltergewicht führte. 2004 versuchte Margarito einen Aufstieg ins Halbmittelgewicht, verlor aber gegen Daniel Santos durch eine technische Entscheidung.

Seinen Weltergewichts-Titel konnte Margarito danach aber noch gegen einige Top-Leute wie Kermit Cintron und Joshua Clottey verteidigen, Margarito galt zu diesem Zeitpunkt als einer der gefürchtetsten Boxer der mittleren Gewichtklassen. 2007 verlor Margarito seinen Titel aber nach sechs Jahren in einem knappen Kampf an Paul Williams. Zwei Kämpfe später konnte sich Margarito im Rematch gegen Kermit Cintron nun erstmals den IBF-Titel sichern, den er aber wieder zurücklegte.

2009 kam aber gegen den amtierenden WBA-Weltmeister Miguel Cotto der bislang größte Sieg in Margaritos Karriere: nach einem Start, wo er eigentlich vom schnelleren und technisch besseren Puerto Ricaner klar dominiert wurde, gelang es dem zähen Mexikaner, in den Schlussrunden seinen Gegner zu zermürben und einen Abbruch in der elften Runde zu erzwingen.

In seinen nächsten Fight gegen den alternden Shane Mosley ging Margarito als klarer Favorit ins Rennen, war aber von Beginn an relativ chancenlos, musste gegen den harten Puncher die Tracht Prügel seines Lebens einstecken und verlor zum ersten Mal in seiner Karriere durch TKO. Als nach dem Kampf bekannt wurde, dass Margarito in seiner Umkleidekabine vor dem Fight mit Gipsbandagen erwischt worden war, wurde er von der Kommission in Kalifornien für ein Jahr gesperrt. Margaritos Ruf war daraufhin mehr als ruiniert, fortan hing auch über seinen vorangegangenen Erfolgen ein großes Fragezeichen.

Nachdem er 2010 in Texas noch einmal eine Lizenz erhalten hatte, kassierte er im Kampf gegen Pound-for-Pound-King Manny Pacquiao über 12 Runden lang härteste Treffer, was ernsthafte Verletzungen in seinem Gesicht hinterließ (u.a. ein gebrochenes Jochbein). Margarito drohte sein Augenlicht zu verlieren und musste sich mehreren Operationen unterziehen.

Zwar kehrte Margarito im Dezember 2012 für das Rematch gegen Miguel Cotto noch ein Mal in den Ring zurück, es war aber sofort nach den Anfangsrunden klar, dass das Auge wieder zu einem Problem werden würde. So kam es dann auch, Margarito wurde nach der zehnten Runde aus dem Kampf genommen. Der “Tijuana Tornado” kann damit auf eine Kampfbilanz von 38 Siegen (27 davon vorzeitig) und acht Niederlagen zurückblicken, mit einem Einzug in die Hall of Fame kann der Mexikaner aber auf Grund seines Einsatzes unfairer Hilfsmittel nicht hoffen.

© adrivo Sportpresse GmbH

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5 Kommentare

  1. Boxer
    8. Juni 2012 at 13:30 —

    Und in die Hall of Fame gehört er auch definitiv nicht hinzu. Jeder Boxer, der beim Doping (Mosley, Berto etc.) oder beim Einsatz anderer schädlichen Mittel sollte keine Lizenz zum Boxen bekommen.

    Darüber wird sich scheinbar nicht aufgeregt. Über Kirmesveranstaltungen ala Hay und Chisora schon.

  2. MainEvent
    8. Juni 2012 at 15:51 —

    Karma is bi.tch Antonio

  3. Mr. Wrong
    8. Juni 2012 at 16:35 —

    @ adrivo

    der Sieg über Sergio Martinez ist ebenfalls nennenswert 😉

  4. ulab
    8. Juni 2012 at 21:28 —

    Hat viel Herz gehabt, war aber auch ein Schwachkopf. Einerseits wegen der Sache mit den Gipsbandagen (bestimmt nicht nur vor dem Mosley-Kampf), sondern auch wie er sich von Pacquiao hat verprügeln lassen. Das Auge sah nicht mehr schön aus. Eigentlich eine Schande, dass weder er aufgegeben hat, noch seine Ecke das Handtuch geworfen hat. Sein Augenlicht so zu riskieren ist zwar mutig, aber wirft auch ein negatives Bild auf den Sport.

  5. Boxer
    8. Juni 2012 at 21:46 —

    @ Muha

    Ich habe nur mit meiner Aussage das bekräftigt, was bereits in der Meldung steht.
    Ich lass es dich gern nochmal überdenken. Das zum Thema: “Wer lesen kann ist im Vorteil”.

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