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Nach seinem Sieg gegen Foreman: Wie stehen Cottos Chancen im Halbmittelgewicht?

Yankee Stadium ©Jesse Perez.

Yankee Stadium © Jesse Perez.

Miguel Cotto hat sich mit seinem Sieg am Samstag gegen WBA-Weltmeister Yuri Foreman an der Weltspitze zurückgemeldet. Nachdem er in seinen letzten vier Kämpfen zwei schwere Niederlagen einstecken musste, schien Cottos einst senkrecht nach oben gehende Karriere ernsthaft ins Stocken geraten zu sein. Doch Cotto schien der Wechsel ins Halbmittelgewicht gutgetan zu haben – Befürchtungen, er könne gegen einen deutlich größer gewachsenen und technisch versierten Mann wie Foreman nur wenig ausrichten, erwiesen sich als unbegründet.

Das Gegenteil war der Fall: obwohl Cotto von seinem Gegner um ca. zehn Zentimeter überragt wurde, entschied er das Duell der Führhände meist für sich. Und obwohl er eigentlich aus dem Halbweltergewicht stammt, wirkte Cotto im Ring wie der physisch stärkere Mann. Freilich wurde Foreman durch seine Knieverletzung, die er sich in der siebenten Runde zugezogen hatte, stark behindert. Doch bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Weltmeister erst eine, maximal zwei Runden gewonnen. Foreman, der sich von da an nur noch mit großen Schmerzen durch den Ring bewegte, konnte fortan Cottos Angriffen nicht mehr ausweichen und wurde in der neunten Runde nach einem Körpertreffer ausgezählt.

Obwohl Foremans Verletzung mitausschlaggebend für den Kampfabbruch war, Cottos Vorstellung erinnerte an seine beste Zeiten und machte ihn zum Weltmeister in der bereits dritten Gewichtsklasse. Doch wie sehen Cottos Chancen gegen die Halbmittelgewichts-Elite aus, oder wäre der Puerto Ricaner besser beraten, wieder zurück ins Weltergewicht zu wechseln? Fest steht, dass Cotto unter den amtierenden Weltmeistern Sergio Martinez, Cory Spinks und Sergei Dsindsiruk (alle um die 1,80 m) bei weitem der Kleinste ist. Der Größennachteil gegenüber Paul Williams (1,90 m) wäre beinahe schon bizarr.

Finanziell gesehen wären alle diese Kämpfe aber alle nicht der große Wurf, am besten ließe sich mit Sicherheit das Rematch gegen Antonio Margarito verkaufen. Mit diesem hat Cotto noch eine Rechnung offen, denn schließlich musste er gegen den Mexikaner seine erste Profiniederlage einstecken. Dafür aber müsste der in den USA gesperrte Margarito erst seine Lizenz zurückbekommen, außerdem ist es unklar, ob HBO einen Kämpfer, der sich durch nicht regelkonforme Bandagen einen Vorteil verschaffen wollte, wieder ins Programm aufnehmen würde. Da Cotto im Weltergewicht schon beinahe alle namhaften Leute geboxt hat (mit Ausnahme von Floyd Mayweather und Andre Berto), gilt es allerdings als wahrscheinlich, dass er bis auf weiteres in der neuen Gewichtsklasse bleiben wird.

© adrivo Sportpresse GmbH

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1 Kommentar

  1. SemK.O
    10. Juni 2010 at 19:47 —

    Ich hoffe Cotto geht nochmal ins Weltergewicht und boxt gegen Pacman

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