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Murat gelingt vorzeitiger WM-Sieg – „Rocky“ wird das Wort abgeschnitten

„Blitz und Donner“ war das Motto des Boxevents, das die Sauerland Boxpromotion gemeinsam mit ECB-Manager Erol Ceylan am 24. März in der Hamburger edel-optics.de Arena veranstaltete.

Ausgefochten wurden zwei Weltmeisterschaften, ein Inter-Continental-Titel sowie zwei Europameisterschaften. Dabei saß das Box-Urgestein Don King in der ersten Reihe, genauso wie Roy Jones Junior. Die EC Boxpromotion und Ulrich Bittner planen derzeit einen Fight zwischen der Legende Roy Jones Jr. und Firat Arslan.

Tyron Zeuge vs. Isaac Ekpo

Tyron Zeuge vom Team Sauerland ist weiterhin der Weltmeister der WBA im Supermittelgewicht. In einem kurzen Gefecht gegen Isaac Ekpo gewann der Berliner eindrucksvoll durch T.K.o. in der zweiten Runde. Damit sicherte er sich den zweiten Sieg gegen den Nigerianer.

Zeuge startete aggressiv und mit der Ausstrahlung eines Champions in das Gefecht. Seine Schlaghand schoss in jede noch so kleine Lücke. Ende der ersten Runde musste der Nigerianer runter. Nur mit Mühe rettete er sich in die Pause.

Der Schützling von Jürgen Brähmer setzte nach. Erneut musste Ekpo schwere Treffer nehmen. Unter den Augen von Ekpos Promoter Don King endete das Rematch nach 1:26 Minute in Runde zwei.

Sebastian Formella vs. Angelo Frank

Schon beim offiziellen Wiegen zeichnete sich ab, dass das Duell zwischen Sebastian Formella aus dem ECB-Team und dem Wikinger Angelo Frank der heimliche Hauptkampf sein würde. Formella und Frank sind gebürtige Hamburger und ihre Fans verwandelte die edel-optics.de Arena zeitweise in Hamburgs schönste Partymeile.

Von der Freundschaft, die die Beiden verbindet war im Ring nichts zu sehen. Formella ist im Superweltergewicht zu Haus, Frank boxt normalerweise eine Klasse tiefer im Weltergewicht. Ihre Manager Erol Ceylan und Winne Spiering hatten sich auf ein Catchweight von 68 Kilogramm geeinigt.

Angelo Frank versuchten seinen Kontrahenten im Vorwärtsgang an den Ringseilen zu stellen. Das klappte nur selten, denn „Hafenbasti“ war zu wendig und ließ sich nicht stellen. Der „Wikinger“ konnte es von Anfang an physisch nicht mit dem größeren Formella aufnehmen. Dazu wirkte Frank ideenlos und zu unbeweglich, um den Jab des Favoriten zu überwinden.

Der ECB-Boxer tänzelte leichtfüßig durch den Ring und setzte immer den ersten Schlag. In der siebten Runde erwischte „Hafenbasti“ seinen Kumpel am Solarplexus.

Coach Hartmut Schröder warf das Handtuch. Frank hätte sicher noch einige Runden überstanden, dennoch lag er auf den Punktzetteln sicherlich weit hinten und somit war das Ende des Fights die richtige Entscheidung. Durch seinen T.K.o.-Sieg hält Formella nun den IBO Inter-Continental-Titel und ist gleichzeitig neuer WBO Europameister.

In der anschließenden Pressekonferenz verkündete Sebastian Formella, dass er zukünftig im Weltergewicht boxen möchte. In diesem Limit ist Frank zu Hause.

Karo Murat vs. Travis Reeves

Nicht nur Tyron Zeuge boxte um eine Weltmeisterschaft, sondern auch ECB-Fighter Karo Murat. In einer mitreißenden Schlacht um die IBO Krone im Halbschwergewicht stand er dem 37-jährigen Travis Reeves aus den USA gegenüber.

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Von 19 Kämpfen verlor Reeves nur zwei. Murat unterlag in seinen 35 Kämpfen dreimal. Der Mann aus Baltimore hatte sich exzellente Verstärkung geholt und mit Hasim Rahman auf den Kampf vorbereitet. Diesem gelang das Kunststück Lennox Lewis durch K.o. zu besiegen.

Murat musste ohne Bülent Baser auskommen, weil der ECB-Headcoach, trotz des großen Fights für Murat, mit den Schwergewichtlern Nikola Milacic und Hüseyin Cinkara im serbischen Novi Sad bei einem anderen Boxevent war.

In einem spannenden Fight kamen Murat und Reeves an ihre physischen Grenzen. Gleich in der ersten Runde schlug Reeves heftige Körperhaken. „Ich glaube, Reeves hat mir die Rippen gebrochen“, sagte Murat später. Dennoch zeigte der Berliner Kampfgeist und beeindruckte dadurch die Boxfans.

Der US-Amerikaner war physisch auf den Punkt austrainiert und überzeugte durch seinen Vorwärtsgang. Murat verharrte von Beginn an zu sehr in seiner Passivität und konzentrierte sich auf Konter. Diese reichten jedoch nicht aus, um sich genügend klare Runden zu sichern.

Der Berliner musste geahnt haben, dass er nach Punkten deutlich hinten lag. Plötzlich kam Murat in der vorletzten Runde in den Infight und bearbeite Reeves mit Kopf- und Körperschlägen. Reeves fing an zu wackeln, doch er schaffte es sich in die letzte Runde zu retten.

Nach dem Gong setzte der Heimboxer nach und deckte seinen Gegner mit einer Schlagserie in der Ringecke ein. Noch bevor Reeves auf die Knie fallen und sich erholen konnte, griff Ringrichter Oliver Brien ein und brach den Fight nach 1:52 Minute ab.

Der Abbruch kam etwas zu früh, weil der angeschlagene US-Boxer auf den Punktzetteln geführt haben musste und keine schweren, blutigen Verletzungen aufwies. Graciano Rocchigiani zur Entscheidung des Referees: „Das ist nicht richtig. Der kann doch nicht einfach abbrechen! Der muss ihm schon eine Chance lassen… das ist doch Blödsinn. Also langsam wird es wirklich zu viel!“

Nach dem vorzeitigen Abbruch im Kampf zwischen Vincent Feigenbutz und Ryno Liebenberg am 17. Februar und der offensichtlichen Begünstigung des Heimboxers durch den Ringrichter, war dies nun die zweite Fehlentscheidung, die bei Sport1 nur von „Rocky“ Rocchigiani deutlich angesprochen wurde!

Dieses Mal wurde sein Protest sogar von Kommentator Tobias Drews unterbrochen und einfach in die Werbepause verabschiedet. Danach empfand der Ex-Weltmeister den Abbruch plötzlich als gerechtfertigt… Wahrscheinlich gab es eine Zurechtweisung. Dennoch sollte man sich auch beim TV-Sender bewusst machen: „Wir sind hier nicht beim Pussysport sondern beim Boxen!“.

Agron Smakici vs. Tornike Puritchamiashvili

Agron Smakici zeigte gegen den Georgier Tornike Puritchamiashvili, dass er um Klassen besser ist, doch ein vorzeitiger Sieg gelang ihm nicht. Der in elf Kämpfen ungeschlagene Boxer aus dem ECB-Team schlug sich die Handschuhe platt, doch Puritchamiashvili wollte nicht umfallen. Am Ende gab es einen klaren Punktsieg.

Dennoch war Smakici unzufrieden. ECB-Chef Erol Ceylan sah das Ergebnis positiv: „Mit Puritchamiashvili hatte Agron endlich mal wieder einen Gegner, der ihn über sechs Runde forderte. Mission accomplished!“

In den weiteren Kämpfen:

Weltergewicht 8 Rd.: Klara Svensson T.K.o. Rd. 4 über Mari Tatunashvili.
Mittelgewicht 6 Rd.:  Araik Marutjan PS über Pavel Hryshkavets.
Schwergewicht 6 Rd.: Albon Pervizaj PS über Andre Bunga.
Schwergewicht 10 Rd.: Ali Eren Demirezen T.K.o. Rd. 2 über Rad Rashid.

Foto: Eric Spiering

Quelle: Wiking Boxteam

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2 Kommentare

  1. 1. April 2018 at 01:55 —

    Wer dem deutschen Box-Profisport was böses will hält diesen Abbruch für typisch deutsch!
    Ja, dieser Abbruch ist diskussionswürdig, Murat lag nach Punkten hinten…..aber ich habe mir den Abbruch einige Male in der Zeitlupe angeschaut, Reeves ist angeklingelt, es kommt nichts mehr von ihm, er schlägt nicht mehr und er klammert auch nicht mehr, Abbruch gerechtfertigt!
    Ich weiß nicht was für Murat jetzt besser wäre, womit er mehr Geld verdienen könnte, als EBU-EM oder als IBO-WM?
    Er sollte jetzt schauen das er in den nächsten 1-3 Kämpfen ungeschlagen bleibt und noch etwas Geld zusammenboxt und dann seine Karriere beenden, denn das Ende der Fahnenstange ist erreicht!

  2. 1. April 2018 at 21:22 —

    Im Gegensatz zum feigenbutz abbruch der wohl 2 runden zu früh kam war das völlig ok. der ami hat es versäumt ein knie zu nehmen. damit musste der Ringrichter abbrechen.

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