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Mord an Hector Camacho aufgeklärt?

Mord an Hector Camacho aufgeklärt?

Kommt nun die Wahrheit ans Licht? Zumindest gibt es Berichte, denen zufolge über neun Jahre nach dem Tod von ‚Macho‘ Camacho jetzt gegen fünf Männer verhandelt wird.

Der puerto-ricanische Profiboxer war im November 2012 aus einem vorbeifahrenden Wagen angeschossen und dabei schwer verletzt worden, als er in seiner Heimatstadt Bayamón in seinem Mustang vor einer Bar saß. Ein Begleiter Camachos, der sich ebenfalls im Auto aufhielt, starb sofort, Camacho wurde in ein Krankenhaus gebracht. Anfangs gingen die Ärzte davon aus, dass er sich erholen, aber Lähmungen davontragen würde. Nach einem Herzstillstand erklärten ihn die Mediziner dann für klinisch hirntot, seine Mutter ließ die lebenserhaltenden Systeme abschalten. Camacho starb vier Tage später.

Berichten zufolge stellten die Polizeibeamten im Fahrzeug neun Beutel mit Kokain sicher.

Wer die Schüsse abgegeben hat, blieb lange Zeit unklar. Zuletzt hatte sich Filmregisseur Eric Drath für seine Doku „Macho: The Hector Camacho Story“ im Jahr 2020 auf Spurensuche begeben. Drath hatte die Hoffnung, bei seinen Recherchen in Puerto Rico, in deren Rahmen er Polizeistationen besuchte und zahlreiche Interviews führte, Licht in die Angelegenheit bringen zu können. Doch wie es heißt, warf er danach den größten Teil des Filmmaterials weg.

Macho wurde 1962 in Bayamón geboren und zog als Kind mit seiner Mutter und vier Geschwistern nach New York City. Die Familie ließ sich in Spanish Harlem nieder, wo Hector Camacho schnell kriminell wurde, sich oft schlug, Autos stahl. Mit 12 begann Hector zu boxen.

Als Amateur gewann Camacho drei New Yorker Golden Gloves Championships, beendete seine Amateurkarriere mit 96 Siegen und 4 Niederlagen. 1980 gab er sein Profidebüt, wurde Weltmeister in drei Gewichtsklassen. In den frühen 80er Jahren war Hector ‘Macho’ Camacho mit seiner Showattitüde, seiner explosiven Geschwindigkeit und seinem unkonventionellen Jab ein Star, posierte sogar nackt für Playgirl.

 „So wie Michelangelo geboren wurde, um Bilder zu malen, wurde Hector Camacho geboren, um Jungs umzuhauen“, so Billy Giles, einer seiner ersten Trainer, in Draths Film. „Er hatte tiefgreifenden Einfluss nicht nur auf den Sport, sondern auch auf die Latino-Community. Er wurde zum Helden der Straße“, sagte Drath später.

1997 schickte Camacho die Boxlegende Sugar Ray Leonard nach fünf Runden in den Ruhestand. Zeitgleich bekam die Karriere des damals 35-jährigen einen Knick. Das Alter und sein unsteter Lebenswandel machten sich bemerkbar, Camacho suchte Zuflucht zu Drogen, bekam zunehmend Probleme mit dem Gesetz. 2011 wurde Hector Camacho verhaftet, weil er einen seiner Söhne körperlich angegriffen hatte. Während er auf Kaution auf freiem Fuß war, flog Camacho in sein Geburtsland Puerto Rico und rutschte ins kriminelle Milieu ab.

Nach den Schüssen am 20. November 2012 verliefen die Ermittlungen der Polizei lange Zeit ohne Ergebnis. Zwei Verdächtige wurden 2013 freigesprochen. Wie die Fahnder nun herausgefunden haben wollen, wer den Mord an Hector Camacho verübt hat, ist nicht bekannt. Wie es heißt, müssen sich fünf Männer vor Gericht verantworten. Zwei weitere Beteiligte sollen mittlerweile verstorben sein. Den fünf Tatverdächtigen droht bei einer Verurteilung lebenslange Haft.

Camachos Leistungen im Ring – Bilanz 79-6-3 – mit nur einem Video gerecht zu werden, ist sicher nicht möglich. Dieser Kampf gegen Oscar De La Hoya war der letzte große Titelkampf seiner Karriere.

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