Top News

Mike Tyson – Er hat wieder einen Plan

Beitragsbild: AMAZON

“Jeder hat einen Plan, bis er eins auf die Fresse bekommt”. (“Everyone has a plan – ’til they get punched in the mouth”) – Zitat von Mike Tyson

Immer wieder hört man von mehr oder weniger erfolgreichen Geschäftsideen ehemaliger Boxer. Einige haben Geld langfristig in Immobilien angelegt oder betreiben „totsichere“ Franchise-Unternehmen oder investieren anderweitig langfristig und solide. Dann gibt es andere Ex-Größen, die ständig auf neue Tätigkeitsfelder vorstoßen, dann aber schnell das Interesse verlieren. Beispiele dafür gibt es genügend. Dass sowohl von überaus erfolgreichen, als auch von grandios gescheiterten Unternehmungen.

Zu ersteren gehört Henry Maske mit seinen 10 „McDonalds“-Filialen oder auch George Foreman und sein Elektrogrill „Lean Mean Fat Reducing Grilling Machine“ mit dem er mittlerweile mehr Geld verdient hat, als während seiner aktiven Boxerkarriere. Auch Jürgen Brähmer ist so ganz nebenbei erfolgreich in der Immobilienbranche, während er selbst noch im Ring steht oder als Trainer mit eigenem Gym tätig ist.

Jeder Boxer und jede Boxerin wissen, dass es ein Leben nach dem Boxsport gibt. Nur die wenigsten schaffen es, während ihrer Karriere so gut zu verdienen, dass sie für den Rest ihres Lebens ausgesorgt haben. Oft war es allerdings auch so, dass das verdiente Geld sehr schnell und mit vollen Händen unter die Leute gebracht wurde.

Ein Beispiel dafür ist der in Hamburg lebende Kubaner Juan Carlos Gomez. Er war WBC-Cruiser-Weltmeister und hat Millionen verdient. Neben der reichlichen Geldverschwendung für gegenstandlose Sachen ohne bleibenden Wert hat er Immobilien und Autos gekauft, sich aber nie wirklich um seine Finanzen gekümmert. „Wie gewonnen so zerronnen“ könnte seine finanzielle Lage am besten beschreiben. Er ist Vater von 7 Kindern, die er mit verschiedenen Frauen gezeugt hat. Die ca. 5 Millionen, die er an Börsen bekam, haben sich in Luft aufgelöst. Heute jobt er in einer Altenpflegeeinrichtung in Hamburg und gibt sich zufrieden damit, wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen zu sein und ein ganz normales Leben zu führen.

Auch Mike Tyson, einer der besten Schwergewichtler aller Zeiten, war ein reicher Mann und erlebte eine finanzielle und persönliche Achterbahnfahrt nach der anderen. Bei ihm ist es so, dass sich Erfolge und Misserfolge die Wage halten. Nach seiner Boxkarriere tourte er beispielseise mit seiner Autobiografie um die Welt und hielt vor seinen Fans Lesungen, was er sich gut bezahlen lies. Seine eigene Boxpromotion, die er zusammen mit wechselnden Partnern betreibt, kam bisher noch nicht zu einem großen Durchbruch. Auch seine Talentsuche ist nicht das, was er einmal vollmundig angekündigt hatte. Er hat Ideen, fängt immer wieder etwas Neues an und kümmert sich dann zu wenig darum, wenn kein schneller Erfolg abzusehen ist.

Tysons großer Vorteil: Er hat einen Bekanntheitsgrad, der sich gut vermarkten lässt. Es gibt sogar Comics mit ihm als Hauptfigur, wobei er seine Rolle selbst spricht.

Sky - Wählen Sie Ihr Lieblingsprogramm!

Einen guter Einfall Tysons war eine erneute Rundreise zu seinen Fans, die ihn gegen Bezahlung treffen konnten. Es gab 2018 Termine in ganz Europa, wo die Boxsport-Fans ihrem Idol nahe sein konnten. Natürlich musste das bei einer solchen Persönlichkeit und Boxsportlegende wie Mike Tyson ein Erfolg werden.

Hier die Ankündigung von Ende 2017:

Der letzte große Coup, den Tyson landen konnte, war seine Investition ins Cannabis-Geschäft. In Kalifornien steht der Gebrauch von Cannabis-Produkten nicht mehr unter Strafe und es ist offiziell erlaubt, Cannabis anzubauen. Tyson hat zusammen mit Partnern eine über 400 ha große Plantage gekauft, wo Cannabis angepflanzt werden soll. Um die Weiterverarbeitung will man sich ebenso kümmern. Teil des Unternehmens ist auch eine „Cannabis-Akademie“, an der Anbau und Verarbeitung von Cannabis von Landwirten erlernt werden können, die ebenfalls auf Cannabis-Anbau umsteigen wollen. Darüber hinaus soll auf dem Farmgelände ein großer Campingplatz angelegt werden. Kritiker dieser ganzen Unternehmung befürchten, dass da ein „Kiffer-Paradies“ entsteht. Letztendlich haben aber in den USA bereits Staaten wie Colorado, Washington, Oregon, Alaska und Nebraska den Cannabis-Anbau und -Handel schon vor Kalifornien legalisiert. Allein in Kalifonien wird erwartet, dass damit jährlich bis zu 7 Milliarden Dollar umgesetzt werden.

Cannabis zieht auch andere Geschäftsfelder mit sich. Dazu passt die Ankündigung, dass Mike Tyson demnächst ein großes Musikfestival abhalten will. Was Tyson dazu inspiriert hat, kann man nur ahnen. Musikfestivals sind schon seit „Woodstock“ nicht nur in den USA ein riesiger komerzieller Erfolg. Geplant ist erst einmal eine eintägige Veranstaltung am 23. Februar auf Tysons über 400 Hektar großem Farm-Gelände. Es soll ein Musikfestival für die ganze Familie werden. Neben Speisen und Getränken gibt es eine Anzahl von Fahrgeschäften und aufblasbaren Hüpfburgen, Hindernisbahnen und Labyrinthen. Auch an eine Ruhezone namens „Chillville“ mit mindestens 100 Spezial-Bohnensäcken ist gedacht. Man legt in einer Presseerklärung allergrößten Wert darauf, dass dieses Festival in Übereinstimmung mit den kalifornischen Gesetzten ist und kein Verkauf von Cannabis stattfinden wird. Zumindest kann man dann wohl davon ausgehen, dass es keinen offiziellen Cannabis-Kiosk geben wird.

Schon seit Jahren ist bekannt, dass Mike Tyson auch während seiner aktiven Zeit als Boxer zugetan war. Hier ein Artikel der Internetseite von „The Telegraph“ (2013). Vielleicht hat er ja jetzt einen Weg gefunden, um nach seiner Boxkarriere zu einem anhaltenden wirtschaftlichen Erfolg zu kommen. Was auch immer die Zukunft bringen mag: Mike Tyson bleibt Mike Tyson. Die einen mögen ihn. Andere mögen ihn nicht. Was auch immer geschieht, er ist und bleibt eine Ikone des Boxsports. Wollen wir einfach mal für ihn hoffen, dass sein Plan diesmal aufgeht.

Von Tyson ist bekannt, dass er schon länger Partydrogen zugeneigt war. Im Jahr 2013 verriet er auch seinen „Trick“ wie er sich durch Kontrollen mogelte. So nebenbei räumte Tyson auch mit der Legende des „Tyson Bezwingers“ Danny Williams auf. Zumindest relativierte er dessen KO 4-Sieg aus dem Jahr 2004 über ihn. (Klick) 

Was Tysons neue Pläne angeht, sich in Zukunft als Cannabis-Farmer zu betätigen, kann man sicher geteilter Meinung sein. Einerseits möchte man hoffen, dass sein Vorhaben diesmal Hand und Fuß hat und langfristigen Erfolg zeigt. Andererseits kann man jetzt schon wieder darauf spekulieren, woran er diesmal scheitern wird.

Für die jüngeren Boxfans, die mit Mike Tyson nicht ganz so vertraut sind, hier mal ein paar Ring-Szenen mit Mike Tyson, dem „gefährlichsten Boxer aller Zeiten“:

Voriger Artikel

Gervonta Davis vs Abner Mares am 09. Februar

Nächster Artikel

Happy Birthday, George Foreman

5 Kommentare

  1. Tyson war schon immer eine witzfigur und wird auch immer eine Witzfigur bleiben, weil er selbst nach so vielen Jahren immer noch nichts dazu gelernt hat. Einfach ein Hohlkopf.

    Und als Boxer war er gnadenlos überbewertet.

    • 11. Januar 2019 at 08:46 —

      wenn man deinen Texten so folgt… – und typische Sätze sind “Er ist überbewertet” und “man sollte seine Leistung anerkennen…” – dann klingt das immer mehr für mich, als würdest du über DEIN Leben heulen. Gute Boxers laberst du klein und kleine machst du größer.
      Siehst du dich als unterwertet? Verkannt? Erkennt man deine “Leistungen” nicht an? Und warum denkst du so? Frau weg? Andere und jüngere steigen vor dir in der Firmenhierarchie auf? Übergeht man dich bei Gehaltserhöhungen? Tuschelt man über dich heimlich und hört urplötzlich auf zu reden, wenn du in deren Richtung blickst oder an sie herantrittst?
      Hast du schon mal kleine Tiere gequält und getötet. Denkst du darüber nach es auch mit Menschen zu tun?

  2. 11. Januar 2019 at 08:31 —

    So kann man mit seiner Einschätzung danebenhauen und seine Ahnungslosigkeit demonstrieren. Tyson war damals ein völlig neuer Typ Schwergewichtsboxer, nahm einen kometenhaften Aufstieg, schlug jeden, der sich ihm in den Weg stellte, war mit seiner neuen Pendeltechnik, seiner Physis, seinem kompromißlosen Indengegnerreingehen über viele Jahre eine absolute Ausnahmeerscheinung. Seine menschlich-charakterliche Seite steht auf einem anderen Blatt.

    • 11. Januar 2019 at 16:17 —

      Einfach nicht kommentieren, Docuwe!
      Tyson ist eine Legende. Hat mit seinen 179cm alles weggehauen, was Rang und Namen hatte in seiner Prime. Ein unverwechselbarer Style, dem keiner auch nur annähernd heran kam. Schade, dass sich sein Schicksal nach dem Tod D`Amatos radikal zum negativen ändern sollte. Ein begnadetes Talent, ein Rohdiamant, den D`Amato leider nicht mehr zuende schleifen konnte.

  3. 12. Januar 2019 at 12:52 —

    Dem ist nichts hinzuzufügen, Peddersen!

Antwort schreiben