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Mike Tyson – Ein Leben auf der Achterbahn (Teil 1)

In den letzten Wochen macht, wie wir alle wissen, ein ganz bedeutender Vertreter des Boxsports wieder von sich reden: Mike Tyson. Der mittlerweile fast 54-jährige „Iron Mike“ hat ein äußerst bewegtes Leben hinter sich wie kaum ein anderer Boxer . Dabei wechselten sich absolute Höhen und abgründige Tiefen ab. Das Leben von Tyson glich bis vor etwa 10 Jahren der Bewegung einer Gondel bei einer rasanten Achterbahnfahrt. Erst das Zusammensein mit seiner dritten Ehefrau Lakiha „Kiki“ Spicer brachte nach einigen Anfangsschwierigkeiten etwas mehr Ruhe und Ordnung in Tysons Leben.

Hier ein paar Begebenheiten aus Mike Tysons wechselvoller Biografie, die vielleicht nicht ganz so geläufig sind: Sein boxerischer Weg ist allerseits bekannt. Er wurde 1986 der jüngste Schwergewichtsweltmeister aller Zeiten. Sein Leben bis dahin und auch der spätere Verlauf seiner Karriere hing im Wesentlichen mit den Geschehnissen in seinem Privatleben zusammen. Was man von ihm hörte, war nicht immer besonders glorreich. Die Leute, die ihn kannten oder sich zumindest für ihn interessierten, teilten sich bald in zwei Gruppen. Viele Boxfans liebten ihn, aber viele Menschen verurteilten ihn auch für seine Lebensweise. Man bezeichnete ihn als „the baddest man on the planet“, was nicht gerade schmeichelhaft klang. Seine Karriere und auch sein Privatleben sind auf Wikiwand.com dokumentiert.

Seine Wege im Ring bahnte er sich rücksichtslos, doch seine Vergangenheit und der in jungen Jahren erworbene Ruhm schien sein Privatleben aus dem Ruder laufen zu lassen. Im Jahr 1990 verlor er seine drei WM-Gürtel (IBF, WBA und WBC) in Japan überraschend gegen James Douglas. In einem viele Jahre späteren Interview mit der Journalistin Emanuela Audisio sagte Tyson dazu: „Ich war immer eine Bestie, ein dressierter Gorilla, ein armer Säufer, ein arroganter Psychopath, der jüngste Schwergewichts-Weltmeister und ein Arschloch. Ich hätte den Titel am 11. Februar 1990 in Tokio nicht an Buster Douglas verloren, wenn ich damals nicht mein gewohntes, „spezielles Aerobics“ praktiziert hätte: alle Zimmermädchen des Hotels zu vögeln. Ich hätte die Frauen lieber wegschicken sollen.“

Es muss bei Tysons „Aerobics“ heftig zugegangen sein. Tyson hatte Douglas am Ende von Runde 8 am Boden. Nur die Ringglocke rettete den Herausforderer. In Runde 10 wendete sich das Blatt zu Gunsten von Douglas. Tyson boxte unkonzentriert und schien seine Kraft verpulvert zu haben. Nach einer Serie von Kopftreffern ging Tyson KO. Es war die erste Niederlage seiner Karriere.

Die nächsten vier Kämpfe trugen ihm vier Siege nacheinander ein. Schließlich brachte ihn 1992 die Anschuldigung einer Frau, er habe sie vergewaltigt, ins Gefängnis. Tyson sagte damals vor Gericht aus, dass es einvernehmlicher Sex mit ihr war. Man glaubte ihm nicht, weil er schon früher wegen Rohheitsdelikten auffällig war. Er wurde zu 6 Jahren verurteilt, von denen er 3 absitzen musste. Er lies sich zu seinem eigenen Schutz erst einmal in Einzelhaft versetzen und begann Bücher zu lesen. Er konvertierte zum Islam. Tyson lernte im Gefängnis Leute kennen, die zu langen Strafen verurteilt waren. Einige davon besucht er auch heute noch.

Auch der weitere Werdegang von Tyson wird auf Wikiwand.com hinlänglich beschrieben. Allerdings wirkt das Interview, was Tyson 2017 der bereits oben genannten Journalistin Emanuela Audisio weniger schön gefärbt, weil Tyson offen und knochentrocken Auskunft über sich selbst gibt und dabei kein Blatt vor den Mund nimmt. Er habe seinen Vater nicht gekannt, seine Mutter sei eine Prostituierte gewesen, für die es nach ihrem Tod nicht einmal einen Sarg gab, weil er sich den schlichtweg nicht leisten konnte. Tyson gibt zu, dass er nach ihrer Beerdigung losgezogen und in Häuser eingebrochen ist. Dann ging er in eine Bar und hat sich betrunken. Das tat er auch noch, nachdem er den WM-Gürtel gewonnen hatte.

 

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