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Mike Tyson bringt sich in Form – „Comeback“ in Australien?

Man möchte es kaum glauben, aber wie es aussieht, plant Mike Tyson tatsächlich sein Comeback im Ring. Es geht ihm dabei nicht um sine Rückkehr in den Leistungssport oder in die Boxsport-Ranglisten, sondern um Showkämpfe. Der Erlös soll für wohltätige Zwecke gespendet werden. Aber auch dafür will er gut gewappnet sein und bereitet sich intensiv vor. Nach 15 Jahren Ringabstinenz fühlte er sich nach eigenen Angaben bei den ersten Trainingseinheiten wie 120-jähriger. Inzwischen hat er seinen Rost abgeschüttelt und scheint schon wieder auf einem guten Level angekommen zu sein. Angeblich war sogar US-Präsident Trump -selbst ehemals Boxpromoter- davon beeindruckt, nachdem er einen Youtube Clip von Tysons Trainingseinheiten gesehen hatte.

Jeder, der sich mit Mike Tyson beschäftigt, kennt seine Geschichte. Nur um mal ein paar Stichpunkte zu nennen: Jüngster Schwergewichtschamp aller Zeiten, „der böseste Mann dieses Planeten“, Gefängnisstrafe, Comeback mit erneutem Titelgewinn, Niederlage gegen Holyfield, Disqualifikation im Rematch wegen Ohrbiss, Kampf gegen Lennox Lewis, zunehmend Drogen- und damit verbundene Motivationsprobleme. Sein Karriereende kam nach Niederlagen, die längst nicht mehr seinem früheren Niveau entsprachen. Er beendete seine offizielle Boxerlaufbahn im Jahr 2005 mit knapp 39 Jahren und einem Kampfrekord von 50(44)-6(5)-0 nach einer Niederlage gegen Kevin McBride. Tyson gab nach 6 Runden auf, kassierte dabei aber noch einmal mehr als 5 Millionen Dollar.

Tyson schien zum Ende seiner Karriere boxerisch und persönlich „erledigt“ zu sein. Die Abstürze in den Jahren danach waren noch schlimmer. Er versank immer mehr in drogenbedingten Entgleisungen. Tyson war 2009 auf seinem Tiefpunkt. Er hatte Angst alleine zu sein. Tyson selbst schilderte im Jahr 2012 gegenüber der Daily Mail, wie das aussah:

Es war wirklich finster. Ich war in meiner Hotelsuite, ich hatte sieben Frauen dort. Ich hatte Morphiumtropfen und ich hatte mein Kokain. Ich hatte meine (Viagra-ähnliche Pille) Cialis, ich hatte mein Marihuana ich hatte die Hennessy. Ich war an meinem tiefsten Punkt, weil ich paranoid wurde und dachte, diese Frauen versuchten mich auszurauben. Ich habe angefangen, sie zu schlagen. Ich war an einem dunklen Ort. Ich sagte mir: “Das ist also mein Teufel, hier bin ich, ich bin allein eingesperrt. Es gibt niemanden, der mir sagt, was ich falsch mache. Das ist der Teufel, er hat gewonnen.“ Ich habe sie alle rausgeschmissen. Das war also mein tiefster Punkt. Oh Mann. Ich bin nur sehr dankbar, jetzt noch hier zu sein – mein Herz hätte auseinander sprengen sollen. Ich schwitzte und war hellwach. Kein Kokain mehr. Jetzt nicht mehr. Jetzt bin ich drei Jahre sauber.“

Einen völlig anderen Mike Tyson kann man 2020 erleben. Nachdem er in den letzten Jahren immer wieder Projekte anging und dann scheitern lies, scheint er jetzt mit seiner offiziell erlaubten Cannabis-Farm gutes Geld zu verdienen. Er posaunt zwar gerne heraus, dass er wohl selbst sein bester Kunde wäre und Unmengen an Cannabis rauchen würde, aber auch das scheint nun erst einmal vorbei zu sein. Jetzt will er für wohltätige Zwecke in den Ring steigen. Er trainiert für sein „Comeback“ und nimmt diese Sache sehr ernst. Es sollen Showkämpfe über 3 oder 4 Runden werden. Wann, wo und gegen wen er kämpfen wird, ist noch im nebeligen Bereich. Aber es gibt bereits erste Spekulationen.

Selbstverständlich wäre es wohl am einfachsten und besten, wenn Tyson in den USA in den Ring steigen würde, wo er immernoch am populärsten ist. Aber auch anderenorts gibt es Interesse an seiner Rückkehr in den Ring. Wie die „Daily Mail“ berichtet, würde der australische Promoter Brian Amatruda Tyson gerne mit einer Million Dollar nach Australien locken. Als mögliche Gegner nannte er die in Australien bekannten Rugbyspieler Barry Hall, Paul Gallen sowie Sonny Bill Williams, die auch Boxer sind. Hall und Gallen kämpften bereits im November 2019 gegeneinander und erzielten in Melbourne ein Unentschieden. Tyson wäre ein willkommener Gegner. Doch bevor man konkrete Angebote machen will, muss erst die Corona-Krise vorüber sein.

Mike Tyson feiert am 30. Juni seinen 54. Geburtstag. Andere Boxer haben in diesem Alter vielleicht schon Schwierigkeiten eine Boxlizenz zu bekommen. Für Tyson sollte das keine all zu große Hürde sein. Auch die strengen Einreisebedingungen nach Australien sollten kein Hindernis darstellen. Tyson, der wegen seiner Vorstrafen „belastet“ ist, war bereits 2012 auf Einladung von Promi-Agent Max Markson in Australien zu Gast. „Es sollte kein Problem sein, einen Charity-Kampf in der „Melbourne-Arena“ vor 10 000 oder im „Princes Park“ vor 30 000 Zuschauern abzuhalten.“ sagte Amatruda gegenüber Daily Mail. Vor Anfang 2021 wird allerdings kaum damit zu rechnen sein.

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5 Kommentare

  1. 6. Mai 2020 at 21:56 —

    Mike könnte ja Charr Boxen den haut er auch mit 54 um 😁😁😁😁

  2. 7. Mai 2020 at 01:48 —

    australien wäre auch ne coole MEZ, morgend um 10 Uhr oder so? Freu mich für Mikesh.

  3. 7. Mai 2020 at 01:52 —

    Ah nee, ist der Kampf in Sidney (bspw.) um 0:00 Uhr, ist er hier 16 Uhr und aufwärts, nice to see.

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