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Miguel Vazquez boxt Ji-Hoon Kim 12 Runden lang aus

Es war, wie zu erwarten, Boxer gegen Puncher, Technik gegen Schlagkraft. Am Ende siegte das Konterboxen des Mexikaners Miguel Vazquez über die Aggression des favorisierten Koreaners Ji-Hoon Kim und gewann ihm den vakanten IBF-Titel im Leichtgewicht.

12 Runden lang wartete Kim darauf den einen harten Schlag zu landen, der Vazquez ausknocken würde, doch der Mexikaner war zu clever um Kim diese Möglichkeit zu geben. Kim versuchte von Anfang an Vazquez seinen Stil aufzuzwingen und ging mit wilden, brachialen Schwingern in die Offensive. Dabei legte er ein hohes Tempo vor, doch Vazquez gelang es den meisten Schlägen auszuweichen und seinerseits Konter unterzubringen. Die deutlich überlegene Technik des 23-jährigen Vazquez, der zuletzt mit Breidis Prescott einen weiteren für seinen harten Punch bekannten Boxer geschlagen hatte, setzte sich schon früh durch und ließ Kim schlecht aussehen. Trotzdem war von Anfang an klar, dass ein Treffer von Kim ausreichen könnte um den Kampfverlauf auf den Kopf zu stellen.

Vazquez behielt jedoch nicht nur seine Linie bei, sondern wurde sogar zunehmend dominanter. Kim blieb vorhersehbar in seinen eindimensionalen Angriffen, dämpfte aber ein wenig das Tempo, und Vazquez fiel es immer leichter verschiedene Winkel zu benutzen und Kim klassisch auszuboxen. In der Folge drehte Vazquez dann richtig auf und lieferte eine ganz starke fünfte Runde ab, in der er Kim sogar ein paar Mal leicht durchzurütteln schien.

Der Rhythmus des Kampfes änderte sich kaum mehr. Vazquezs starker Jab, seine schnelleren Hände und seine deutlich höhere Präzision stellten Kim, der kaum klare Treffer landen konnte, aber selber viel zu offen war, vor unlösbare Probleme. Die einzige Dramatik, die der Kampf noch erhielt, kam in der achten Runde, als ein Kopfstoß, den Ringrichter Laurence Cole direkt richtig erkannte, zu einem recht üblen Cut über Vazquezs rechtem Auge führte. Eine Runde später kam es durch Kims wilde Art zu boxen zu einem erneuten Aufeinandertreffen der Köpfe, bei dem dieses Mal der Koreaner einen Cut davon trug, doch keiner der beiden Cuts hatte einen wirklich nachhaltigen Effekt auf den Kampfverlauf.

Das Auswerten der Punktkarten nach 12 Runden war nur eine Formalität, da Miguel Vazquez so klar den Kampf gewonnen hatte, dass es schwer war eine Runde für Ji-Hoon Kim zu finden. Die Punktrichter fanden bei ihren Scores von 120-108, 119-109 und 118-110 zusammen gerade mal 3 Runden für den Koreaner. Der noch junge Vazquez, dessen 3 Profiniederlagen gegen Topleute in höheren Gewichtsklassen mit Timothy Bradley und Saul Alvarez kamen, machte mit dem Sieg über Kim und den Titelgewinn des IBF-Gürtels einen großen Schritt in seiner Karriere, und muss als ernsthafter Top10-Boxer im Leichtgewicht gelten.

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