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Miguel Cotto – Niederlage zum Karriereende

Es sollte eine ungefährliche Titelverteidigung zum Karriereausklang von Miguel Cotto werden. Der 37-jährige Puerto-Ricaner hat bereits vor Monaten angekündigt, sein Boxerlaufbahn in diesem Jahr ausklingen zu lassen. Nach 41 Siegen und 5 Niederlagen in den Jahren seit seinem Profidebüt im Jahr 2001 sollte die Titelverteidigung seines WBO-Gürtels im Superwelter noch einmal ein Erfolg werden.

Miguel Cotto ging als 6:1 Favorit in diesen Kampf. Sein Gegner Sadam Ali, ein in New York geborener Sohn jemenitischer Einwanderer, lag im WBO-Ranking auf Platz 9 und war bisher recht wenig bekannt. Die Rollenverteilung bei diesem Abschiedskampf war eigentlich klar. Von der Kampfansetzung her sollte es kein all zu großes Risiko für Cotto gegen. Doch es kam anders.

Der Herausforderer kämpfte zum Entsetzen der über 12 00 Zuschauer (meist Puerto-Ricaner) den Kampf seines Lebens. Für viele Fans war Cotto nach Mayweather und Pacquiao der drittbester Boxer in dieser Gewichtsregion. Diesen Ruf hat Sadam Ali nun erheblich angekratzt. Nach den ersten 4 Runden war der Kampf recht ausgeglichen. Beide hatten gute Aktionen für sich zu verbuchen. Die nächsten 3 Runden gingen an Cotto, Der Weltmeister kontrollierte den Kamp und Alles schien den erhofften Verlauf zu nehmen. In den Runden 8 und 9 wendete sich das Blatt etwas und Ali konterte geschickter, als es Cotto und dessen Fans lieb sein konnte. Cottos Überlegenheit begann zu bröckeln.

Die letzten 3 Runden mussten die Entscheidung bringen. Brachten sie auch, aber nicht wie erwartet. Cotto hatte sein Schrot verschossen und Ali übernahm die Initiative des Handelns. Er konnte nur noch reagieren, agierte selbst zu wenig. Der Kampf kippte nach Runde 10 eindeutig zu Gunsten von Sadam Ali. Cotto hatte nur noch die berühmte KO-Chance, um dem Kampf zu gewinnen. Dazu kam es nicht. Auch der eindringliche Appell von Trainer Freddie Roach an seinen Schützling, dass Cotto jetzt noch eine „großen Runde“ braucht, half nicht. Von Cotto sah man nur ein Bemühen einen relativ lockeren Eindruck zu machen, aber es kamen einfach zu wenige Aktionen, die noch etwas für ihn auf den Punktrichterzetteln bewirkt hätten. Das Urteil geht mit 116:112 und 2x 115:113 voll in Ordnung.

Zum Karriereende Cottos gab es auf jeden Fall noch einmal einen sehenswerten Kampf, auch wenn der Ausgang nicht wunschgemäß war. Unter diesen Umständen muss man an Cotto einfach nur Danke sagen. Danke für die vielen Kämpfe in all den Jahren. Aber auch Danke dafür, dass er erkannt hat, wann es die richtige Zeit ist zu gehen. Dieser letzte Kampf brachte ihm noch einmal 750 000 Dollar. So viel verdienen manche Leute in ihrem ganzen Leben nicht. Für den neuen WBO-Champ gab es 600 000 Dollar. Man kann gespannt darauf sein, wie er sich als Überraschungs-Weltmeister in Zukunft gegen andere Gegner präsentieren wird.

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9 Kommentare

  1. 4. Dezember 2017 at 12:27 —

    Bye Bye Cotto….keiner vermisst dich….und Ali wird bei der ersten Pflichtverteidigung seinen Titel wieder los

  2. 4. Dezember 2017 at 14:34 —

    Es war schon ein knapper Kampf
    Ich hatte 7-5 Runden für Ali
    Die ersten 7 Runden war Cotto eingentlich klar bisser ich hatte 5-2 Runden für ihm
    Ab 8.runde wurde dann Ali besser und Cotto wirkte müde

  3. 4. Dezember 2017 at 15:17 —

    Was überaschte, war die Power Alis bei 154. Ansonsten ist Cotto halt auch schon 37 und hat tolle Schlachten hinter sich, das spürt man eben. Trotz allem eine super Karriere und die HOF sollte ihm auch sicher sein.

  4. 4. Dezember 2017 at 16:35 —

    Es war ein guter Kampf mit einen fairen Urteil, was man ja nicht zwangsläufig erwarten konnte!
    Ich glaube das Cotto seinen Gegner schlichtweg unterschätzt hat, dazu die Verletzung…….
    Gut auch das er seine Karriere tatsächlich beendet hat und nicht noch einen Rückkampf wollte, denn beweisen muss er nichts mehr, hat mit vielen Größen im Ring gestanden!

  5. 4. Dezember 2017 at 20:59 —

    Tja, zu leicht genommen, die Punktrichter sind in meinem letzten Kampf sowieso auf meiner Seite, er ist nur Ali,…etc. wenigstens bist du nicht durch die Ringseile geflogen wie Bhop.
    Unrühmlicher Abgang. Schade

  6. 5. Dezember 2017 at 08:03 —

    Alles in Einem war es ein gutes Gefecht. Solche Duelle lassen die Motivation von jungen Atlethen wie Saddam Ali noch mal um einiges steigen, um die eine oder andere Klasse besser zu werden. Großartig von Cotto ihm diese Möglichkeit geboten zu haben.

    Zu Miguel Cotto muss man nichts mehr sagen. Ein hochtalentierter future HOF mit einer großartigen Karriere. Jedem der jetzt den Mund auf macht um hirnrissige Kommentare über ein All Time Boxing Great von sich zu geben, ist nicht mehr zu helfen. Da sollte lieber das Motto gelten: “Wenn man keine Ahnung hat, besser den Mund halten”.

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