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Miguel Berchelt verliert WBC-Gürtel an Oscar Valdez

Man hatte bereits im Vorfeld dieses WM-Kampfes daran gedacht, dass zwischen Berchelt und Valdez heiß hergehen würde. Und genau so kam es auch. Berchelt und Valdez boxten im bedingungslosen „mexican Style“ – sie gaben ohne jeden Schnörkel alles, was drin war. Dabei wurde deutlich, dass der Herausforderer einfach der überlegene Boxer war. Der WBC-Titel im Superfedergewicht wechselte seinen Besitzer.

Für viele andere Boxer im Super-Federgewicht wäre Berchelts Performance vielleicht ausreichend gewesen, doch für Valdez kam von Berchelt nicht besonders viel, was ihm Schwierigkeiten hätte bereiten können. Der Herausforderer siegte vorzeitig durch KO 10. Dabei lag er nach Punkten so weit vorne, dass er den Titel auch erobert hätte, wenn der Kampf über 12 Runden gegangen wäre.

Von den ersten 3 Runden kann man mit Wohlwollen vielleicht eine an Berchelt geben. Er ist wie Valdez top vorbereitet und beide landen unter hohem Tempo schon mal gute Treffer. Ein langsames Abtasten in den ersten Runden, so wie man es auch vielen anderen Kämpfen kennt, gab es zwischen den beiden Mexikanern nicht. In Runde 4 muss Berchelt stehend angezählt werden und hat “schwer zu rudern”. Diese 4. Runde hatte Spuren hinterlassen. Womöglich würde hier bereits die Grundlage für das spätere KO gelegt. Berchelt brauchte die ganze 5. Runde, um wieder so halbwegs klar zu kommen. Dabei kassierte er weitere Kopftreffer, die sich aufsummierten und gewiss nicht gut für Berchelts “Wohlbefinden” waren.

Die Runden 6 und 7 gehen an Berchelt, der versucht im Vorwärtsgang Boden gut zu machen. Er will den Kampf dominieren, aber seinen Schlägen fehlt die Kraft, um Valdez gefährlich werden zu können. Im Gegensatz dazu kommen präzise Hände von Valdez, der Berchelt damit Stück für Stück „mürbe klopft“. In den nächsten beiden Runden baut Berchelt ab. Seinem Vorwärtsgang und seinen Schlägen fehlt einfach die Kraft. Beide Boxer haben bis dahin viel Kondition investiert. Während Valdez es sich leisten kann, halbwegs ökonomisch zu boxen, arbeitet sich Berchelt erfolglos daran ab, Runden für sich zu entscheiden. Es gelingt ihm aber nicht, weil Valdez fast jeden Angriff mit soliden Treffern, hauptsächlich zum Kopf, beantworten kann. Der Bodenbesuch Berchelts in Runde 9 besiegelte wohl dann auch alle Hoffnungen des WBC-Weltmeisters, diesen Kampf noch einmal zu drehen und seinen Gürtel behalten zu können.

Das vorzeitige Ende kam dann in Runde 10. Berchelt sah in seiner Ecke schon in der Pause zur 10. Runde nicht mehr gut aus. Der Ref kam vorbei und meinte sinngemäß, dass er sich das nicht mehr lange anguckt und den Kampf stoppen wird, wenn das so weiter geht. Berchelt war bereits geschlagen, versuchte aber noch über die Zeit zu kommen. Ein krachender Kopftreffer beendete die Weltmeisterschaft von Miguel Berchelt, der danach minutenlang liegen blieb. Er wurde wie vom Blitz gefällt. Man ist hinterher immer schlauer: Vielleicht wäre es besser gewesen, ihn schon in der Pause rauszunehmen.

Nach dem Kampf … Ehre und Respekt ! – DAS ist Boxen. (Bild: WBC)

Hier ein Clip vom ganzen Kampf:

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4 Kommentare

  1. 21. Februar 2021 at 13:39 —

    Boxerisches Top-Event, das jeder, der sich für den Sport interessiert, gesehen haben sollte. Valdez hat nicht nur „mexican Style“, sondern vor allem auch smart und mit absoluter Ruhe geboxt. Wenn der Niederschlag in der 10. nicht KOTY wird, weiß ich auch nicht. Berchelt geht es zum Glück wieder gut, ist aus dem Krankenhaus raus. Bin gespannt, wie es mit den beiden absolut sympathischen Typen weitergeht – mit Valdez sowieso (evtl. gegen Shakur?), aber auch mit Berchelt.

    • 21. Februar 2021 at 16:11 —

      Da ist der Februar noch nicht mal vorbei und Du willst das Thema KOTY schon abschließen..? 😀

      Davon abgesehen stimme ich voll und ganz zu..

      • 21. Februar 2021 at 17:09 —

        🤣🤣🤣 haste auch wieder Recht, wer weiß, was noch alles passiert. Ich bin optimistisch dieses Jahr 🥊🥊🥊

  2. 21. Februar 2021 at 21:23 —

    KOTY wird der zweite KO von Povetkin gegen Whyte.

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