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Martin Bakole schlägt Tony Yoka +++ FULL FIGHT +++

Martin Bakole schlägt Tony Yoka

Satz mit „X“! Die Vorstellung, die Boxexperten und -fans von Tony Yoka erwartet hatten, blieb aus. Stattdessen war es Martin Bakole, der dem Kampf seinen Stempel aufdrückte und Yoka förmlich überrollte.

Der 28-jährige „Wahl-Schotte“ fügte Heimboxer Yoka die erste Niederlage seiner Profikarriere zu, hatte Yoka im Lauf des auf 10 Runden angesetzten Kampfes sogar zweimal am Boden. Kaum zu fassen: Punkrichter Bertrand Chagnoux wertete trotzdem 94:94 auf seinem Punktzettel, Smail Alitouche war mit 96:92 immerhin noch näher an den Tatsachen als Ammar Sakraoui, der es 95:93 für Martin Bakole hatte.

Eine insgesamt fragwürdige Wertung, die wohl nur zustande gekommen ist, weil alle drei Punktrichter aus Frankreich stammen.

Zu Beginn des Kampfes ein paar gute Aktionen von Yoka, der die schnelleren Hände zu haben schien, doch Bakole – wie es der User eines Boxforums schrieb – „haut man nicht so mir nix dir nix weg“.  Stattdessen gelang es dem gebürtigen Kongolesen, harte Treffer zu setzen und auch schon Schlagwirkung zu erzielen. Yokas Deckung offenbarte zahlreiche Lücken, die Bakole ausnutzen und den Franzosen schon in der ersten Runde auf die Matte schicken konnte.

Eigentlich fragte ich mich schon in der zweiten Runde, wie denn der Plan B von Yoka aussieht. Wobei es den Eindruck machte, also ob ‚La Conquete‘ nicht einmal einen Plan A haben würde. Coach Virgil Hunter sah vermutlich schon die „Felle davon schwimmen“ und hatte in der Ringpause an Yoka appelliert, er solle an seine Familie denken und entsprechend fighten. Der Franzose begann die zweite Runde dann auch etwas offensiver, bevor Martin Bakole wieder ein paar Treffer landen konnte, die Yokas Aktivität beendeten. Bakole eindeutig der stabilere Mann, der sich auch durch die gelegentlichen Treffer seines Gegners nicht beeindrucken ließ.

In Runde 3 begann dann das Blut aus der Nase von Tony Yoka zu fließen, Ursache: möglicherweise ein Nasenbeinbruch. Bakole machte weiter Druck und fand ein dankbares Opfer in Tony Yoka, dem zusätzlich ein Cut unter dem Auge zu schaffen machte. Eine Doublette von Yoka wurde vom heimischen Publikum frenetisch bejubelt, Bakole ließ sich nicht beeindrucken und boxte weiter „seinen Stiefel runter“. „Punishment in Paris“ titelte dann auch ein TV-Kommentator, während sich der Heimboxer weiter vorführen ließ.

Auch im weiteren Kampfverlauf nichts Neues: wenn Bakole trifft, tut es Yoka weh. Wenn Yoka dann mal trifft, lächelt Martin Bakole. Virgil Hunter versucht sein Glück mit „You`re a champion, Tony“, doch im Ring ist davon nichts zu sehen. Yoka vermutlich der schnellere und technisch bessere Mann im Ring, aber grau ist alle Theorie: umsetzen kann der Franzose davon nichts.

Stattdessen muss Yoka auch im fünften Durchgang noch einmal runter und kann auch bis zum Ende der auf 10 Runden angesetzten Begegnung keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Alles in allem eine enttäuschende Leistung des 30-jährigen. Am Ende schien Yoka froh darüber, überhaupt über die Runden gekommen zu sein.

Während Yoka und sein Team sich nun Gedanken darüber machen müssen, was mit Yoka los war, hat sich Bakole für größere Aufgaben empfohlen. Dringender Handlungsbedarf besteht allerdings beim Kampfgericht dieses Fights. Wertungen wie diese machen den Boxsport unglaubwürdig!

Hier der ganze Kampf

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8 Kommentare

  1. 15. Mai 2022 at 11:20 —

    Vielleicht sollte ich wieder auf Boxkämpfe wetten…..hatte im Vorfeld schon gedacht das Yoka unter die Räder kommt, gut…bin von einen Ko-Sieg für Bakole ausgegangen, aber gewonnen ist gewonnen!
    Yoka ist völlig überbewertet wie so manch anderer Schwergewichtler……

    Die Punktrichter bei diesen Kampf gehören ebenso lebenslang gesperrt wie die beim Kampf Bivol vs Alvarez und auch der Punktrichter der gestern Abend beim Kampf in Magdeburg für Fress gewertet hat!

  2. 16. Mai 2022 at 17:38 —

    Schade, ich mag Yoka bzw. seinen schnellen, technischen Boxstil. Aber für Bakole freut es mich natürlich umso mehr, klasse Fighter, klasse Typ. Sollte sich jetzt eigentlich eine Chance zumindest auf einen Eliminator verdient haben.

    • 17. Mai 2022 at 09:34 —

      gegen hrgovic!

      • 17. Mai 2022 at 10:36 —

        Wäre ein schwieriger Fight für den Kroaten, Bakole ist echt eine Abrissbirne. Sollte noch an seiner Kondition arbeiten, zum Ende hin hat er ein wenig abgebaut, aber er musste ja auch nicht mehr machen – er hatte Yoka bereits alle Zähne gezogen.

        • 17. Mai 2022 at 10:56 —

          ja aber das wäre seine einzige chance auf einen eliminator. bei der wbc und wbo werden es joyce vs. parker sein und bei der wba bryan vs. dubois. naja aber bakole wird sicher erstmal keinen eliminator bekommen. so oder so ist der eh erstmal wertlos weil es keine chance gibt um einen der titel zu boxen. usyk vs. joshua muss erstmal geboxt werden und danach werden wir sehen wie es weitergeht auch mit fury.

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