Marquez holt Titel in der vierten Gewichtsklasse; Rios bekommt Sieg gegen Abril geschenkt

Juan Manuel Marquez ©Claudia Bocanegra.
Juan Manuel Marquez © Claudia Bocanegra.

Der für Juli angesetzte Kampf zwischen Juan Manuel Marquez (54-6-1, 39 K.o.’s) und Brandon Rios (30-0-1, 22 K.o.’s) kann wie geplant stattfinden. Beide Boxer konnten in der Nacht auf heute ihre von HBO übertragenen Aufbaukämpfe gewinnen. Während Marquez gegen den Ukrainer Sergei Fedchenko (30-2, 13 K.o.’s) einen ungefährdeten Punktsieg einfahren konnte, war Rios‘ Sieg gegen den Kubaner Richard Abril (17-3-1, 8 K.o.’s) mehr als umstritten.

Der mit 1,80 m fürs Leichtgewicht ungewöhnlich große Abril hielt Rios in den ersten zwei Runden erfolgreich auf Distanz und ließ den Kalifornier immer wieder ins Leere laufen. Die dritte Runde war relativ ausgeglichen. In der vierten Runde lief Rios einige Male voll in die Rechte des unbequem zu boxenden Kubaners hinein.

Da Rios über so gut wie keinen Jab verfügt und er aus der Distanz klare Nachteile hatte, suchte der von Robert Garcia trainierte Boxer stets den Infight, wo aber die meisten Schläge von Abril geblockt oder durch Klammern unterbunden wurde. In der siebten Runde wurde Abril fürs Klammern ermahnt, es schien aber dennoch Runde für Runde an den amtierenden WBA-Interims-Champion zu gehen.

Rios wirkte in der zehnten Runde bereits sehr frustriert, in Garcias Ecke kam aber nie so etwas wie Panik auf, da man bei engen Runden anscheinend mit dem Wohlwollen der Punktrichter rechnete. In der letzten Runde gab Rios noch einmal alles, er war aber nach wie vor viel zu eindimensional, um Abril ernsthafte Probleme zu bereiten.

Das Split Decision Urteil zugunsten von Rios (111-117, 116-112 und 115-113) löste nicht nur bei den Kommentatoren totales Unverständnis aus. Bei Rios‘ Promoter Top Rank kam aber Erleichterung auf, da bei einer Niederlage von Rios der geplante Kampf gegen Juan Manuel Marquez wohl ins Wasser gefallen wäre.

Marquez, der zum ersten Mal seit 18 Jahren wieder in der mexikanischen Hauptstadt Mexiko City boxte, hatte mit dem K2-Fighter Sergei Fedchenko hingegen kaum Probleme: Marquez benötigte zwar ein bis zwei Runden, ums sich auf seinen Gegner einzustellen, übernahm aber ab der dritten Runde das Kommando.

Fedchenko musste ab den mittleren Runden immer häufiger harte Treffer einstecken, bewies aber gute Nehmerfähigkeiten und schlug sich gegen den deutlich härteren Puncher Marquez recht tapfer. In den Schlussrunden war der 30-jährige Ukrainer bereits deutlich gezeichnet, in der 12. Runde drohte Fedchenko sogar niedergeschlagen zu werden, überstand aber Dank seiner Erfahrung die kritische Situation und schaffte es doch noch ins Ziel.

Das Urteil zugunsten von Marquez (119-109, 118-110 und 118-110) war eine glasklare Angelegenheit, der 38-jährige Mexikaner konnte sich mit diesem Sieg den vakanten WBO-Titel im Halbweltergewicht sichern, welches bereits die vierte Gewichtsklasse ist, in der Marquez einen Titel holen konnte. Man wird nun sehen, ob Top Rank trotz der schwachen Leistung von Rios an dem geplanten Duell festhält. Mit Mike Alvarado, der im Vorprogramm einen eindrucksvollen Sieg gegen Mauricio Herrera einfahren konnte, gäbe es im eigenen Haus jemanden, der sich den Kampf wohl mehr verdient hätte.

© adrivo Sportpresse GmbH

22 Gedanken zu “Marquez holt Titel in der vierten Gewichtsklasse; Rios bekommt Sieg gegen Abril geschenkt

  1. @ Uppercut
    das ist nicht zwangsläufig wieder mit Sauerland in Verbindung zu bringen, sondern eher den Staaten. Kirkland vs Molina, Cloud vs Campillo, Abril vs Rios sind die bekanntesten Beispiele in diesem Jahr, wo immer der Auswärtsboxer übel besch.issen wurde. Möchte nicht wissen, was uns bei Hopkins vs Dawson in 14 Tagen wieder geboten wird. Da gibt es zwar keinen Auswärtsboxer, aber trotzdem ist da mit allem anderen zu rechnen außer fairem Boxen.

  2. Rios hat aller höchstens 4 Runden gewonnen und das mit Wohlwollen und solche P.enner sagen 116:112 bzw. 115:113 für Rios. Unglaublich!!! Mit Fehlurteilen kann man bei solchen Fights immmer rechnen, aber in so einer krassen Form, fällt mir auf Anhieb kein ähnliches Beispiel ein.

  3. Stiverne musste gegen Jourenyman Herring über die Runden. Ich fasse es nicht und der ist bei der WBC Top-gerankt. Journeyman Herring boxt nächste Woche übrigens schon wieder!!! Blamage !!!

  4. Ist schon komisch das solche Leute als potenzielle K2-Gegner gehandelt werden, welche ebenfalls nur Leute geboxt haben die das Niveau eines Boytsov-Gegners haben und sich in einem anderen Thread über Fury und Boystov mokiert wird. Welliver fällt da auch nicht weit vom Stamm.

  5. @ JohnnyWalker

    Hast du schon mitbekommen, dass es hier nicht ums HW und auch nicht mal annähernd um die Klitschkos geht?
    Oder laberst du nur mal so wieder unkontrollierten Unsinn daher?

  6. Tja nicht nur in Deutschland oder USA ist sowas „normal“ letze Woche hatte Shinzuke Yamanaka seinen WBC Titel in Bantamgewicht gegen Vic Darchinyan „verteidigt“ wohlgemerkt war das Urteil auch ein witz ich hatte 10:2 Runden für Darchinyan. Wenn die Gastboxer wenigsten noch mit einen Unentschieden rausgehen würden dann hätten die keine unnötige Niederlage in Rekord.

  7. @kevin wenn du johnywalker dafür anmotzt das er hier übers hw redet dann sind dir die meisten beiträge von tommyboy entgangen der schreibt nämlich in fast jedem beitrag was vom hw.

  8. JohnnyWalker sagt:
    15. April 2012 um 13:33

    Stiverne musste gegen Jourenyman Herring über die Runden. Ich fasse es nicht und der ist bei der WBC Top-gerankt. Journeyman Herring boxt nächste Woche übrigens schon wieder!!! Blamage !!!

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    weiß nicht, ob es eine blamage ist, muss mir den kampf mal auf yt ansehen. aber ich habe immer respekt vor solchen leuten wie herring, die teilweise jedes wochenende boxen, auf ihren kampfrekord einen sch… geben und sich den topgerankten leuten stellen

  9. yasin sagt:
    15. April 2012 um 15:05

    @kevin wenn du johnywalker dafür anmotzt das er hier übers hw redet dann sind dir die meisten beiträge von tommyboy entgangen der schreibt nämlich in fast jedem beitrag was vom hw.

    –––––––

    😉 – yepp, bloß mit dem unterschied, dass johnny w. sich auch in anderen gewichtsklassen sehr gut auskennt, tommyboy nicht mal weiß, wer zum besipiel wach ist

  10. im Artikel steht, marquez habe „den ersten Kampf seit 18 Jahren“ bestritten. entweder das abgebildete foto stammt aus den 90ern oder es waren 18 monate.

    zum urteil: total panne, das hat doch echt nichts mit sport zu tun. hätte man auf den gesterigen kampfabend doch auch verzichten können. bam bam…

  11. @ Ferenc

    Yamanaka vs Darchinyan

    Ich hab den Kampf auch gesehen, ich hatte Yamanaka mit 116:112 vorn. Darchinyan’s Schläge gingen meistens auf Deckung oder in die Luft, obwohl auch hier sehr viele knappe Runden dabei waren

    @ kevin22

    Probleme ?

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