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Marlen Esparza holte sich den zweiten WM-Gürtel im Fliegengewicht

Mit einem Punktsieg über die Japanerin Naoko Fujioka holte sich die Amerikanerin Marlen Esparza den zweiten Gürtel im Fliegengewicht. Fujioka brachte den WBA-Gürtel mit in den Ring. Esparza riskierte ihren WBC-Gürtel. Als “Zugabe” wurde auch über den Gürtel des “The Ring Magazine” entschieden.

Der Kampf fand am Samtag auf der Garcia vs Tagoe Card statt und war von den Titeln her der eigentliche Hauptkampf der „Golden Boy“-Veranstaltung von Oscar de la Hoya in San Antonio.

Um das Ergebnis gleich vorweg zu nehmen: Nach 10 relativ ausgeglichenen Runden kamen die Punktrichter auf wundersame Weise zu einem fast schon überdeutlichen oder besser gesagt: abenteuerlichen Ergebnis: 100:90. 97:93 und 100:90 für die Heimboxerin aus Texas. Das Kampfgericht war ausschließlich mit Amerikanern besetzt. Zwei der Punktrichter waren Texaner, eine kam aus Nevada und bewertete den Kampf wenigstens noch mit 97:93. Die Texaner gaben der Japanerin nicht eine einzige Runde. Beschämend und dreist. Mehr mag man dazu nicht sagen.

Kurz zusammengefasst: Esparza hatte ab der zweiten Runde immer ein paar Treffer mehr drin, bevor Fujioka ab der Kampfmitte aufkam und eigentlich die Rundensiege verdient hatte. Der Bodenbesuch der Japanerin in Runde 4 war nicht auf Schlagwirkung zurück zu führen. Kurz vor Schluss schienen Sieg und Niederlage dicht beieinander zu liegen. Die Heimboxerin hatte dann vielleicht das etwas bessere Finish, was den Kampf zu ihren Gunsten entschied.

Schaut man sich den Clip zu den Kampf an, kann man sich mit diesem Urteil kaum einverstanden erklären. Die immerhin schon 46-jährige Japanerin stand der 14 Jahre jüngeren Amerikanerin in keiner Beziehung nach. Im Gegenteil. Esparza hatte ihre Mühe, Fujioka im Griff zu behalten. Eigentlich hätte das Urteil wesentlich knapper ausfallen müssen. Nach dem, was man vom Bildschirm aus zu sehen bekam, wäre ein 96:94 oder besser ein 95:95 vertretbar gewesen. Es hätte sich gewiss niemand beschwert, wenn es ein Unentschieden und ein Rematch für diesen intensiv geführten Fight gegeben hätte.

Natürlich wurde die texanische Heimboxerin Esparza nach dem Kampf vom Publikum bejubelt. Als neutraler Beobachter hat man 3 graue Haare mehr bekommen, mit welcher Dreistigkeit so manches Urteil gefällt und über Ruhm und Niederlage entschieden wird. Fujioka hätte nur durch ein glasklares KO oder mit einer Schrotflinte (am Kopf der Punktrichter) gewinnen können. Einmal mehr beweist sich hier, dass die 2 min Runden für KO-Siege in Frauenkämpfen in den meisten Fällen einfach zu kurz sind, um eine Gegnerin mürbe zu machen und vorzeitig zu bezwingen.

Fujioka wird wohl jetzt ihre Karriere beenden und demnächst eine verdiente Kandidatin für die „Hall of Fame“ sein. Esparza darf sich freuen, jetzt zwei WM-Titel und den Gürtel des “The Ring Magazine” zu tragen. Die Punktrichter haben vielleicht die richtige Boxerin zur Siegerin erklärt, aber musste es mit so einem absolut übertriebenen Urteil sein? Der Kampf war eine gute Werbung für das Frauenboxen. Das Urteil wohl eher nicht.

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4 Kommentare

  1. 12. April 2022 at 10:12 —

    Hatte es auch unentschieden, aber über dreimal 96:94 für Esparza hätten sich vermutlich nur wenige beschwert. So fragt man sich: Warum dürfen solche Lappen Kämpfe bewerten und bekommen auch noch Geld dafür?

  2. 13. April 2022 at 18:52 —

    Off Topic – Dillian Whyte Trainingsvideo ist on. Sieht gut aus!
    youtube.com/watch?v=e0Ux_FZU37o

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