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Maris Briedis – wie gefährlich kann ihm Jai Opetaia werden?

Maris Briedis – wie gefährlich kann ihm Jai Opetaia werden?

Eigentlich sollte dieser Kampf längst „über die Bühne“ gegangen sein: schon für den 6. April war die Begegnung angesetzt, doch dann erkrankte Briedis an Covid, der Kampf wurde auf den 11. Mai verlegt. Doch diesmal musste Opetaia wegen einer Rippenverletzung passen. Nun also der 02. Juli, der kommende Samstag.

Der australische Herausforderer gibt sich siegesgewiss.  „Er (Briedis) war lange Zeit ein großartiger Kämpfer, aber er hat noch nicht gegen einen Boxer wie mich gekämpft. Er war ganz oben, weil er das einzige Cruisergewicht ist, das sich anständig bewegen kann.“ erklärte der Boxer aus Sydney in einem Interview. Und untermauert seine Ambitionen mit einer Bilanz von 21-0-0 bei 17 KO-Siegen.  

Doch da kann der lettische IBF-Weltmeister mithalten: 29 Mal stand Mairis Briedis im Ring, verließ ihn 28 Mal als Sieger. Auch die deutschen Boxer Marco Huck und Mahmoud Charr mussten sich Briedis geschlagen geben.

Nur ein einziges Mal verlor das lettische Cruisergewicht: 2018 gegen den jetzigen Schwergewichtschampion Oleksander Usyk.

Mindestens drei Jahre will der 37-jährige noch boxen, eine Titelvereinigung und ein lukrativer Fight gegen YouTuber Jake Paul stehen noch auf der Wunschliste von Briedis.

Doch Pflichtherausforderer Jai Opetaia könnte die Pläne von Briedis durchkreuzen. Mit einem Sieg würde Opetaia zum einzigen australischen Weltmeister bei den Männern aufsteigen, und das auf den Tag genau fünf Jahre, nachdem Jeff Horn Manny Pacquiao in Brisbane den Titel abgenommen hat. Nun bleibt abzuwarten, was die „Wundertüte“ Opetaia enthält. Der IBF-Pflichtherausforderer qualifizierte sich im Alter von 16 Jahren als jüngster australischer Olympiaboxer für die Spiele in London und war ein Top-Amateur in Australien, bevor er 2015 Profi wurde. Doch im Profilager ist Opetaia international bislang nicht sonderlich aufgefallen. Bis auf einen Kampf auf Samoa stand der Australier bislang nur in seinem Heimatland im Ring. Was die Siege gegen seine Landsmänner  Daniel Amman, Moses Havea und Benjamin Kelleher wert sind, wird sich am Samstagabend herausstellen. Beim näheren Blick auf die Bilanzen seiner Gegner kommt man allerdings nicht umhin, sich zu fragen, woher Jai Opetaia seinen Optimismus nimmt.

Zumindest Mairis Briedis hält große Stücke auf die Boxer aus Down Under: „Ich habe mit einigen von ihnen Sparring gemacht, und sie sind harte Nüsse, die man knacken muss. Ich bin angenehm überrascht über das Niveau des Boxens hier.“

Trotzdem kann man wohl davon ausgehen, dass der Kampf mit Jai Opetaia nicht über die Runden geht. Davon geht auch Opetaias Promoter Dean Lonergan aus. Er sieht seinen Boxer als den Favoriten: „Jai wird als großer Außenseiter in diesen Kampf gehen, aber ich denke, er wird mit einem Sieg davonkommen, basierend auf der Art und Weise, wie er trainiert und Widrigkeiten überwunden hat. Jai ist unglaublich stark, aber sein größter Vorteil ist wahrscheinlich nicht seine Schlagkraft, sondern sein Kinn!“

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Jai Opetaia entthront Mairis Briedis

5 Kommentare

  1. 1. Juli 2022 at 15:40 —

    Überraschungen gibt es immer. Aber hier kann ich mir beim Besten nicht vorstellen, dass irgendwas gegen Briedis spricht. Hab mir mal den Record von diesem Jai angesehen. Der hat in seiner Bilanz bisher niemanden gehabt, den man kennen müsste. Das waren alles Gegner jenseits der Top 50, steht aktuell auch nur auf 35 bei boxrec. Denke wird ein easy payday für Maris Briedis. Alles als ein schneller KO innerhalb der ersten 6 Runden würde mich überraschen.

    • 1. Juli 2022 at 16:53 —

      Prinzipiell sehe ich es schon ähnlich..
      Allerdings hat Opetaia physisch leichte Vorteile, boxt vor heimischem Publikum und hat doch ordentlich Schlagkraft..
      Zudem ist Briedis dann doch jemand, der im Zweifelsfall nur so hoch springt, wie er muss..
      Könnte mir gut vorstellen, dass das ein unschöner Kampf über 12 Runden wird und dann auch nicht ganz so klar wie gedacht..

  2. 1. Juli 2022 at 16:55 —

    @ Knopster

    Davon gehe ich auch aus. Briedis hat sich zwar seit 2019 ziemlich rar gemacht, aber Opetaia stand auch nicht öfter im Ring. Mal sehen, wie gut sein Kinn wirklich ist.

  3. 1. Juli 2022 at 18:19 —

    Habe Opetaia noch nie kämpfen sehen, aber wenn er es ähnlich wie Noel ( Gevor) Mikaelyan schafft den Kampf zu gestalten, tja dann wage ich mal zu behaupten das Briedis den Titel in Australien verliert.

    Fand das der Kampf damals gegen Mikaelyan ein Fehlurteil war, bestenfalls hätte man zu Gunsten von Briedis ein Unentschieden geben müssen……obwohl Briedis eher verloren hat!

  4. 3. Juli 2022 at 08:24 —

    Briedis ist und bleibt eine Pfeiffe. Seine linke box art hat im diesmal nichts gebraucht.

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