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Maria Lindberg kämpft um IBF-Titel im Weltergewicht

Bilder: Maria Lindberg

Bereits am heutigen Freitag geht es in Montreal für die in Deutschland sehr bekannte Schwedin Maria Lindberg um den Titel des Verbandes IBF im Weltergewicht. Sie fordert die Kanadierin Marie Eve Dicaire heraus, die diesen Gürtel im Dezember 2018 von Chris Namus (Uruguay) erobert und bisher einmal verteidigt hat.

Lindberg sagte von sich aus, dass Dicaire für sie eine Albtraumgegnerin ist und sie eine sehr schwierige Aufgabe haben wird. Die Weltmeisterin ist technisch sehr versiert und hat alle ihre bisherigen 14 Kämpfe nach Punkten für sich entschieden. Zuletzt kämpfte sie gegen eine andere Schwedin, Mikaela Lauren, die extra noch einmal aus ihrem Ruhestand zurück kehrte, um diese WM (womöglich gegen eine unwiderstehliche Börse) zu boxen. Lauren unterlag dann recht deutlich mit 98:92, 99:91 und 97:93.

Dicaire ist im Ring extrem schnell und beweglich unterwegs. Dass sie eine Rechtsauslegerin ist, macht das Ganze für Maria Lindberg auch nicht leichter. Lindberg hat sich darauf vorbereitet und will von Beginn an Druck aufbauen. Sie wird sich ordentlich ins Zeug legen müssen, wenn ihr das gelingen soll. Ob Lindberg mit ihren jetzt immerhin 42 Jahren noch so schnell unterwegs ist wie die 10 Jahre jüngere Titelträgerin? Wir werden es am Ergebnis sehen.

Einen Wermutstropfen gab es für die Schwedin bereits vor dem Kampf. Ihr Trainer Khoren Gevor steckte in den letzten Wochen selbst in Kampfvorbereitungen und ihr Co-Trainer, Pavel Melkomian, der russischer Staatsbürger ist, bekam nicht rechtzeitig ein Visum für Kanada.

Den „letzten Schliff“ holte sich Maria Lindberg im New Yorker „Gleasons Gym“, wo sie bereits früher einmal trainierte und sie noch gute Kontakte hat. Letztendlich wird sie dann auch von einem amerikanischen Coach begleitet. Don Saxby wird in Montreal in ihrer Ecke stehen. Saxby trainierte in der Vergangenheit u.a. auch Badou Jack. Letzte Vorbereitungen liefen im “Hard Knox Gym” Montreal.

Man muss keine Glaskugel befragen um zu wissen, dass Lindberg nicht in der Favoritenrolle ist. Was man aber bei so einem Kampf erwarten kann, ist ein guter Fight, der WM-würdig ist und am Ende auch fair bewertet wird. Vor einer KO-Niederlage muss Lindberg vielleicht keine Angst haben, aber ob sie nach Punkten gegen die Weltmeisterin ankommen wird, kann man bezweifeln. Es sei ihr gegönnt, sich in Kanada noch ein paar schlanke Dollares zu verdienen. 

Im Kampfvertrag zwischen Lindberg und Dicaire ist keine Rückkampfklausel enthalten. Bedeutet das, die Weltmeisterin ist sich völlig sicher zu gewinnen? Ist dieser Kampf für Maria Lindberg nur noch ein „Bonbon“, das sie auf der Zielgeraden ihrer Karriere mitnehmen will? Oder werden wir eine Lindberg sehen, die sich noch einmal richtig ins Zeug wirft und wirklich gewinnen will? Hoffenlich hat sie dann mehr Erfolg, als ihr Trainer Khoren Gevor, der in Italien gegen Giovanni de Carolis klarer Punktsieger war, dann aber vom Kampfgericht „rasiert“ wurde.

Bleibt zu hoffen, dass es möglichst zeitnah einen youtube-clip von dem Kampf zu sehen gibt.

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