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Marco Huck vs Yakub Saglam – Was kann man erwarten?

Beitragsbild: Team Saglam

Für seinen zweiten Aufstieg ins Schwergewicht hat der 33-jährige Ex-Cruiser-Champ Marco Huck (40(27)-5(3)-1) mit dem 41-jährigen Yakup Saglam (40(37)-4(3)-0) einen bekannten und grundsoliden Gegner gewählt. Der Kampf zwischen Beiden findet am 16. Juni im „Ballhaus Forum“ München im Rahmen von „Petko`s Fight Night“ statt.

Für Marco Huck soll es wieder einmal ein Restart seiner Karriere sein. Die Zeiten, wo seine Werdegang als Sauerland-Boxer relativ sicher und erfolgreich auf Schienen stand, sind Vergangenheit. Sein Schritt in die Selbstständigkeit im Jahr 2015 war aus seiner Sicht unumgänglich, endete aber mit einer KO-Niederlage gegen den Polen Glowacki. Dabei verlor er auch seinen lange gehaltenen WBO-Titel. Der Verband hatte ihn kurz zuvor wegen seiner vielen Titelverteidigungen zum „Superchamp“ erklärt. Gleich danach bekam er dann die Pflichtverteidigung „verordnet“.  Die WBO-Titelverteidigung in Eigenregie sollte sein großer Durchbruch in den USA werden. Für Huck war das Resultat ein Desaster.

Es folgte ein Kampf gegen seinen altbekannten Gegner Ola Afolabi um dessen IBO-Titel. Eine „Karriere“ als RTL-Boxer war angedacht. Huck hätte es sich leicht machen und diesen Gürtel 2x im Jahr gegen machbare Gegner verteidigen können. Was mit einer Titelverteidigung gegen Dmytro Kucher gut anfing, endete bereits im nächsten Kampf gegen Mairis Briedis, als Huck mit einem Fight um 3 Titel noch einmal den großen Wurf machen wollte. Er verlor deutlich nach Punkten und stand wieder „ohne was“ da. Damit war auch der RTL-Deal hinfällig. Mit Glück landete Huck im WBSS-Turnier, wo er bereits in der Vorrunde gegen Oleksandr Usyk ausschied. Wieder stand Marco Huck boxerisch vor dem Nichts, was einen Titel anbelangt. Das Cruiser ist an der Spitze sehr gut besetzt. Hucks Entscheidung um aus der Misere zu kommen: Aufstieg ins Schwergewicht.

Bereits unter Sauerland-Flagge gab es im Jahr 2012 einen Ausflug in die höchste Gewichtsklasse. Es war Hucks Wunsch, unbedingt gegen den damals ebenfalls bei Sauerland unter Vertrag stehenden WBA-Weltmeister Alexander Povetkin antreten zu wollen. Er verlor in einem relativ ausgeglichenen Kampf nach Punkten (114:114, 113:116, 112:116). Danach beorderte Sauerland ihn zurück ins Cruisergewicht und lies ihn weiter seinen WBO-Titel verteidigen. Im Falle eines Sieges über Povetkin hätte das gewiss anders ausgesehen.

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Als Erinnerung der Kampf zwischen Huck und Povetkin vom Februar 2012:

Jetzt also der zweite Versuch, im Schwergewicht etwas zu erreichen. Sein Gegner Yakup Saglam hat zwar eine lange Kampferfahrung, ist aber ein -wenn man so will- Freizeitboxer, der einer Vollzeitbeschäftigung als Metallarbeiter nachgeht. Er kam bei seinen 40 Siegen auf 37 KO-Erfolge. Das allerdings gegen Boxer, die absolut nichts mit der 1. Liga des Schwergewichts zu tun hatten. Bei seinen 4 Niederlagen (Wallisch, Charr, Solis, Parker) trat Saglam mit seinem Top-Kampfrekord gegen Boxer an, von denen sich deren Manager eine große Karriere versprachen. Um es deutlich zu sagen: Mit seinen Niederlagen brachte er seine Gegner nach vorne. Reine Spekulation ist die Frage, ob Saglam in diesen Kämpfen tatsächlich zu 100% auf Sieg geboxt hat.

Was kann man am Samstag zwischen Huck und Saglam erwarten? Huck will sich als Schwergewichtler beweisen und braucht zum Einstieg einen klaren und deutlichen Sieg. Für Saglam ist es eine Gelegenheit zu zeigen, dass er nicht nur gegen „Laufkundschaft“ gut aussehen kann. Man kann wohl davon ausgehen, dass er sich nicht auf den Weg nach München macht, um sich für ein paar Euro weghauen zu lassen. Saglam und sein Team sind davon überzeugt, Huck das Leben schwer machen zu können. Er wird von zahlreichen Fans unterstützt. Sogar sein Arbeitgeber hat auf Firmenkosten für die gesamte Belegschaft einen Betriebsausflug nach München organisiert. Die Motivation sollte auf beiden Seiten bei vollen 100% liegen.

Boxerisch gesehen werden sich 2 erfahrene Gegner gegenüber stehen. Huck wird womöglich wieder einmal versuchen, seinen Gegner mit einem wilden Frontalangriff nieder zu machen. Es wird für Saglam darauf ankommen, Huck früh genug zu stören und nicht „ins Rollen“ kommen zu lassen. Sollte der Kampf über die Runden gehen, wird es wichtig sein, schon in den ersten Runden zu punkten und keine Runde wegzuschenken. Mit dem Kopf gedacht, ist für die meisten Fans Marco Huck der Favorit. Mit dem Herzen gefühlt, ist es Yakup Saglam, dem man den Sieg gönnt.

Die Frage, die unterm Strich bleibt, ist: Was will er überhaupt im Schwergewicht? Steigt er nur auf, um nicht mehr auf sein Gewicht achten zu müssen? Wird er im Schwergewicht ein Weltklasse Boxer? Nach alledem, was man von Huck kennt, verschätzt er sich auch hier gewaltig. Er gehörte weder im Cruiser zur Welspitze, noch wird as im Schwergewicht so sein.  Wenn er halbwegs klug ist, belässt er es auch diesmal bei einem kurzen Ausflug in die höhere Gewichtsklasse und kehrt ins Cruisergewicht zurück. Der einzig kluge Weg wäre, nochmal den IBO-Gürtel zu holen und einen Versuch starten, ob RTL oder ein anderer TV-Kanal ihm in den nächsten paar Jahren bis zur Boxer-Rente noch ein “Gnadenbrot” zahlt.  In Reihe 1 des Cruiser- oder Schwergewichts ist kein Platz für Marco Huck.

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10 Kommentare

  1. Profilbild von c.boxing
    15. Juni 2018 at 08:00 —

    Huck hat ohne nennenswerte Fähigkeiten als Boxer, als reiner Schläger / Brawler, eine gute Karriere gemacht.
    Klaro mit Sauerland als Rückendeckung (d.h. mit öffentlich, rechtlichem Geld), viele seiner Siege (Ofolabi, Lebedev) waren mehr als fragwürdig.
    Ich hatte nach dem Debakel gegen Glowacki schon gesagt, ein Ausflug ins MMA wäre mit seinem Background als Amateur Kickbox-Weltmeister und Profi Boxweltmeister, wahrscheinlich besser vermarktbar gewesen.
    Aber: hätte, hätte.. de facto ist Huck einer der Boxer der, meiner Meinung nach, mit für den Niedergang im deutschen Boxen verantwortlich ist. Wie auch Sturm, Abraham, etc. will ihn doch niemand mehr sehen.
    Höchstens verlieren.

  2. Profilbild von globuli
    15. Juni 2018 at 14:44 —

    Ein neuer Rekord:
    5 Stunden Boxen am Samstag auf Sport 1.

  3. Profilbild von Marvin Hagler
    15. Juni 2018 at 16:06 —

    Das Klügste wäre wohl gewesen wenn Huck seine Karriere beendet hätte! Er hat mit der Hilfe von Sauerland mehr erreicht als ihm eigentlich zugestanden hätte, aber das Problem ist wohl das Huck sich selbst für sehr gut hält!?
    Gegen Saglam ist Huck sicherlich Favorit, allerdings hat Saglam den Kampf nicht kurzfristig angenommen und hatte somit genügend Vorbereitungszeit, Schlagkraft hat er allemal……..mal sehen wie es läuft?

    Wenn Huck den Kampf gewinnen sollte, kann sein erklärtes Ziel eigentlich nur der reguläre WBA-WM-Titel sein, gegen Charr/Oquendo/Miller würde ich ihm einen Sieg schon noch zutrauen….ein Rückkampf gegen Povetkin wäre aber wohl am interessantesten!?

    @ globuli

    5 Stunden Boxen hört sich zwar im ersten Moment gut an, aber die ganze Werbung dazwischen ist eher nervtötend!

    • Profilbild von Flo9r
      16. Juni 2018 at 14:14 —

      Wenn Huck in aktuellem Zustand nochmal vs Povetkin in denn Ring steigt, würde ich darauf wetten, dass das sein letzter Auftritt im Ring wird..
      Als hochgefressener Cruiser mit limitierter Technik und unterdurchschnittlicher Power sollte er sich maximal Charr als Ziel wählen und selbst da würde ich den Paperchamp leicht favorisieren..

  4. Profilbild von c.boxing
    15. Juni 2018 at 17:25 —

    Huck beim weigh in mit schwabbel plauze. Sieht 0 nach Profi Sportler aus. Konditionell War er ja eh der burner.

  5. Profilbild von globuli
    15. Juni 2018 at 23:50 —

    Hallo Tom,
    natürlich ist das mit den dauernden Werbeunterbrechungen
    für den Zuschauer eher lästig und ein ausgesprochenes Ärgernis.
    Auf der anderen Seite ist dies im Free-TV betriebswirtschaftlich nicht anders finanzierbar.

  6. Profilbild von Laui
    16. Juni 2018 at 22:53 —

    Sch..s egal, wird geguckt gleich

  7. Profilbild von ivan
    18. Juni 2018 at 17:22 —

    Wahnsinn schlägt einen 41 jährigen Hobby Boxer und labert was von Schwergewicht dominieren😁das kann ja nur von Huck kommen ,mal sehen welchen krassen K.o. Schläger er sich als nächstes vornimmt 😁😁😁

  8. Profilbild von bronzbomber007
    18. Juni 2018 at 19:14 —

    hukiz hats drauf wenns gegen AJ geht kann er seine MMA Kampfkünste einsetzen, vielleicht siegt er so gegen den Briten .

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