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Manuel Charr: Weg, Training, Ziel

 Als ich Manuel Charr telefonisch erreiche, sitzt er in seinem Auto und erzählt mir, dass er auf der angestrengten Suche nach einem Steakhouse sei. Er habe Appetit auf Fleisch, finde aber kein Restaurant und sei schon fast verhungert. Es wird eine lustige, aber auch anregende und informative  Unterhaltung, und  er gibt gern Auskunft über sich und  seine Trainingsvorbereitung, wenn’s um wichtige  Kämpfe geht. Blicken wir also auf den Werdegang Manuels und auf seine Vorbereitungen.

Der Weg

Manuel Omeirat-Charr wird in Beirut / Libanon geboren, am 10. Oktober 1984. Er ist syrischer Nationalität  und wohnt derzeit in Köln. Seine Zeit als Kampfsportler beginnt als Kickboxer in Essen. Kurze Zeit später geht er ins Profilager als Thai-Kickboxer. Aber er ist gleichzeitig Mitglied im BC Erle in Gelsenkirchen, einem Amateurboxclub. Als Amateur verzeichnet Manuel 16 Siege bei 13 KOs. Diese KO-Rate ist für Amateurboxer recht ungewöhnlich. Er bringt es dabei bis zum Westdeutschen Meister im Jahre 2004. Ab dem 2005 schlägt Charr die Profilaufbahn ein. Über das Trainingslager des „Max Schmeling Gym“ in Berlin kommt er zum Sauerland-Stall und wird dort von Trainer Uli Wegner betreut. Auch als Sparringspartner von z.B. Valuev, Povetkin und Ruiz dringt er immer stärker ins Profigeschäft des Schwergewichts ein. Über die Zeit im Sauerlandstall von 2005 – 2007 äußert er sich noch heute äußerst positiv. Sie „sei für ihn eine wichtige und erfolgreiche Zeit“ gewesen, sagt er nachdrücklich. 2007 wechselt er zum Universum und wird dort von Fritz Sdunek trainiert. Auch zu dieser Episode sagt der „Diamond Boy“ nur Gutes:  Er habe  unter Sdunek  „seine Fähigkeiten verbessern“ können und sei seinem Ziel, Schwergewichtsweltmeister zu werden, näher gekommen. Charr wechselt dann zur „Sturm Box-Promotion“.  Mit diesem Veranstalter knockt  er im Juni 2011 Danny Williams in der siebten Runde aus. Immerhin hatte Williams die Schwergewichtslegende Mike Tyson, dessen große Zeit allerdings damals schon länger vorbei war,  im Jahre 2004 in der vierten Runde durch K.O. besiegen können. Am 18.11.2011 holt sich Manuel Charr den vakanten „WBC International Silver“ – Schwergewichtstitel durch einen TKO-Sieg (RTD)  nach der achten Runde über den brasilianischen Schwergewichtler Marcelo Luiz Nascimento, der bis dahin nur eine Niederlage zu verzeichnen hatte (siehe auch den Beitrag von adrivo in den „News“ vom 18.11.11).  Mittlerweile hat er 20 Profikämpfe absolviert, die er allesamt gewonnen hat (11 k.o.)

Das Training

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Manuel betont, dass er  im Grundsatz das Training der alten Meister bevorzuge: Training in den Bergen, Holz hacken, Kraft tanken, auch Schwimmen und Ringen. Vor einem  Kampf beginnt er ca. acht Wochen mit dem Trainingslager.

Längeres Lauftraining sei für einen Schwergewichtler nicht ratsam, sagt er. Er bevorzugt das Intervalltraining auf dem Laufband. Jeweils für vier Minuten dreht er voll auf, macht eine kurze Pause, und wieder geht’s los. Die Anzahl der Wiederholungen richtet sich nach der Rundenzahl des bevorstehenden Kampfes. Daneben geht’s in die Berge, mit entsprechenden Steigerungsläufen, also unter hoher Belastung. Ausdauernde längere Läufe finden eher in seiner Freizeit statt.

Im Mittelpunkt des Gerätetrainings steht der Sandsack. Fünf Minuten bearbeitet er ihn, dann kurze Pause, und wieder los. Auch hier richten sich die Wiederholungen nach den Runden der Kampfzeit. Im Rahmen des Zirkeltrainings bewältigt Manuel im Durchschnitt zwölf Stationen. Jede Station wird in ca. 30 Sekunden absolviert, dann folgt eine kurze Pause und die nächste Station beginnt. Das Krafttraining ist hier eingeschlossen.  Die Birne bearbeitet er für jeweils drei Minuten, darauf folgt eine Pause von einer Minute. An den Pratzen wird ebenfalls jeweils für drei Minuten mit hohem Tempo gearbeitet. Es kommen dabei bis zu zwölf  mal drei Minuten zustande.  Auch  im Sparringtraining ist eine  vergleichbare Intensität gefordert.

Das Ziel

Dass Manuel Charr zu den Schwergewichtlern zählt, denen eine goldene Zukunft zugetraut wird, ist unter nicht wenigen Beobachtern der Schwergewichtsszene unbestritten. Bei seiner Größe von 192 cm und einem durchschnittlichen Kampfgewicht um die 110 kg hat er einen harten rechten Punch, ist auch für einen Schwergewichtler ziemlich beweglich und boxt mit Intelligenz.  Was einem auffällt, ist seine Fähigkeit zur Selbstmotivation. Er ist überzeugt davon, in naher Zukunft zu den Größten im europäischen Schwergewicht und darüber hinaus aufzurücken. Ein Ziel hat Manuel Charr immer vor Augen: Weltmeister im Schwergewicht zu werden. Wenn er weiter ernsthaft und systematisch dieses Ziel verfolgt, ist es bestimmt nicht ausgeschlossen,  dass  er in nicht allzu weiter Ferne in den Kreis der weltbesten Schwergewichtler hineinfindet. Voraussetzung dafür ist aber, dass er weiterhin die richtigen Aufbaugegner findet und an der Ernsthaftigkeit des Trainings nicht rüttelt. Immerhin steht er schon jetzt, mit seinen knapp 27 Jahren,  an 30. Stelle der computergestützten Rangliste der aktiven Schwergewichtler in der Welt. Wird er ein Großer des Schwergewichts? Man wird sehen.

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212 Kommentare

  1. kevin22
    10. Dezember 2011 at 10:38 —

    In der Szene von den Warez-Ultras hatte man das Telefonat auch in ganzer Länge hören können… war echt hart an der Grenze!

    Man kann kaum etwas verstehen, man hörte seine Crew mit dem Bordcomputer des geschanghaiten Autos diskutieren, daher wohl auch die groben Fehler von Paul!?

    Auch Charrs Zwischenrufe zu den Fussgängern trug nicht gerade der Kommunikation bei, man konnte auch immer das Zerknorkeln der leeren Eierpappen deutlich im Handy hören!

  2. Michael
    11. Dezember 2011 at 09:39 —

    Aus einem Ackergaul läßt sich kein Rennpferd machen.
    Charr leidet an Selbstüberschätzung und seine Fans ebenso.

  3. bigbubu
    11. Dezember 2011 at 11:28 —

    @Michael

    Aber mit einem Ackergaul kann man wenigstens noch was verdienen! 😉

  4. kevin22
    11. Dezember 2011 at 11:48 —

    bigbubu sagt:

    “Aber mit einem Ackergaul kann man wenigstens noch was verdienen! ;-)”

    Kommt darauf an wie man ihn “melken” will!
    In der Blue Oyster Bar wird er DER Star^^ 😉

  5. bigbubu
    11. Dezember 2011 at 11:54 —

    Auf zum Charr melken in die Blue Oyster Bar. 🙂

  6. DR_BOX
    11. Dezember 2011 at 12:01 —

    HAR HAR

  7. DR_BOX
    11. Dezember 2011 at 12:39 —

    Stimmt das eigentlich, dass Charr grössere Möpse hat, als seine Freundin?

  8. Shannon Arreola
    11. Dezember 2011 at 21:27 —

    Nein! Dolly Buster hat Doppel E, Die “Doppel-D-Kobra” eben Doppel D. Charr trainiert aktuell wieder wie die alten Meister, Holzhacken im Steakhouse. Er ist DIE deutsche Hoffnung 2012aller Boxexperten.

  9. Shannon Arreola
    11. Dezember 2011 at 21:30 —

    Wann kommt hier eigentlich das ausführliche Manuel Charr “The great Future and Hope of the German Heavyweight” – Interview?

  10. kevin22
    11. Dezember 2011 at 22:17 —

    Charr soll ein lukratives Angebot von Victoria´s Secret erhalten haben!

    Der Grund für Heidis Rausschmiss: “Auf Manuels BH passen doppelt so viele Steine!”

  11. DR_BOX
    12. Dezember 2011 at 12:27 —

    Das Wampen-Model (=WM) scheint seinen “Fans” ja jede Befindlichkeit mitteilen zu müssen

    http://www.imgbox.de/users/public/images/No59MzYTec.JPG

  12. 24. Februar 2014 at 23:27 —

    Dass Manuel Charr zu den Schwergewichtlern zählt, denen eine goldene Zukunft zugetraut wird, ist unter nicht wenigen Beobachtern der Schwergewichtsszene unbestritten.
    Bei seiner Größe von 192 cm und einem durchschnittlichen Kampfgewicht um die 110 kg hat er einen harten rechten Punch,
    ist auch für einen Schwergewichtler ziemlich beweglich und boxt mit Intelligenz.
    Er ist überzeugt davon, in naher Zukunft zu den Größten im europäischen Schwergewicht und darüber hinaus aufzurücken.
    Wenn er weiter ernsthaft und systematisch dieses Ziel verfolgt, ist es bestimmt nicht ausgeschlossen, dass er in nicht allzu weiter Ferne in den Kreis der weltbesten Schwergewichtler hineinfindet.

    Immerhin steht er schon jetzt, mit seinen knapp 27 Jahren, an 30. Stelle der computergestützten Rangliste der aktiven Schwergewichtler in der Welt.

    Der vorangegange Text ist ziemlich schwachsinn wenn ich das so Lese aber die die Letzte Frage :Wird er ein Großer des Schwergewichts?: kann ich beruhigt mit einem klaren NEIN beantworten

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