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Manuel Charr vs Fres Oquendo – Jetzt das völlige „Aus“ für den Kampf?

Wohl kaum eine Kampfansetzung der letzten Jahre war von so viel Schwierigkeiten begleitet wie die WBA-Pflichtverteidigung vom Kölner Manuel Charr gegen den Amerikaner Fres Oquendo. Man kann es kaum fassen, dass diese „Never Ending Story“ nun womöglich ein unerwartetes Ende findet, ohne das der Kampf jemals stattgefunden hat.

Eigentlich sollten Charr und Oquendo schon im Mai 2018 in Chicago gegeneinander kämpfen,. Dann wurde der Kampf nach Köln verlegt und sollte im September stattfinden. Wenige Tage davor gab es Dopingvorwürfe gegen Charr. Eine  vorläufige Kampfabsage war die logische Folge. Charr beteuerte seine Unschuld und die Vorwürfe lösten sich wegen eines Verfahrensfehlers in Luft auf.

Der Verband WBA hat Manuel Charr mit Datum vom 21. Januar rehabilitiert. Der Kampf zwischen Charr und Oquendo sollte innerhalb der nächsten 60 Tage stattfinden. Wie die Internetseite ESPN berichtet, hat Fres Oquendo eine Frist verstreichen lassen, in der er den Vertrag unterschreiben sollte. Eine Erklärung dafür gibt es angeblich nicht. Dabei schien es jetzt so, als wäre mit dem Kampf endlich alles „in Sack und Tüten“. Nun scheinbar doch nicht?

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Die Vorgeschichte: Fres Oquendo kämpfte im Juli 2014 (!) in Grozny gegen Ruslan Chagaev um den damals vakanten regulären WBA-Titel. WBA-Superchamp, also der richtige Weltmeister, war damals noch Wladimir Klitschko. Oquendo sagte in der Woche davor den Kampf mehrmals zu und wieder ab. Er war gerade erst Vater geworden und hatte angeblich noch einige andere Probleme, wegen denen er nicht nach Tschetschenien reisen wollte. Die Veranstalter in Grozny hatten ein großes Event aufgelegt und waren stocksauer auf Oquendo, der seine Entscheidung bis zum letzten Drücker hinaus zögerte. In der Zwischenzeit wurde Alexander Petkovic als Ersatzgegner eingeflogen. Erst im letzten Moment entschied sich Oquendo dann doch, nach Tschetschenien zu reisen. Offenbar lockte die 1 Mio Dollar Börse doch so sehr, dass er die Reise auf sich nahm und ohne seit seiner Abreise geschlafen zu haben, gegen Chagaev in den Ring stieg. Die angereiste Boxprominenz, wie David Haye und Evander Holyfield, die zuvor im Moskauer Restaurant von Kostya Tszyu gefeiert hatten, waren am Kampftag vielleicht fitter als Oquendo. Trotzdem gelang es dem Amerikaner, Chagaev das Leben schwer zu machen. Chagaev siegte umstritten mit 114:114 und 2x 115:113. Danach gab es ein ewiges Hickhack wegen einem Rematch und Dopingvorwürfen gegen Oquendo. Schließlich erstritt sich Oquendo vor einem amerikanischen Gericht das Recht auf einen Rückkampf. Chagaev beendete zwischenzeitlich seine Karriere und der reguläre WBA-Gürtel wurde vakant.

Davon unberührt blieb Oquendos Recht auf den Titelkampf. Doch gegen wen? Das war die große Frage. Auf dunkelsten Wegen kam es dann dazu, dass erst einmal Manuel Charr und Alexander Ustinov um den vakanten Titel boxen. Der Sieger sollte dann gegen Oquendo kämpfen müssen. Das diese Sache nicht ganz sauber war, wird schon allein dadurch deutlich, dass die WBA den Kampf erst in dem Moment offiziell bekannt gab, als die Veranstaltung am 25. November 2017 in Oberhausen bereits angefangen und Oquendo keine Chance mehr hatte, rechtlich dagegen vorzugehen. Danach folgten die bereits o.g. Umstände im Jahr 2018, die den Kampf vorerst unmöglich machten. Zwischenzeitlich gab es auch Differenzen wegen der Aufteilung der Börse. Dann kam im Januar der „Lichtblick“ und neue Termine für 2019. Alles schien geklärt zu sein.

Jetzt offenbar doch nicht. Man kann gespannt sein, welche offiziellen Erklärungen in den nächsten Tagen kommen. Ist Fres Oquendo jetzt „raus“? Hat er in den fast 5 kampflosen Jahren vielleicht doch zu viel Ringrost angesetzt oder ist ihm die zu erwartende Börse zu gering? Gegen wen wird Charr dann als nächstes kämpfen? Für ESPN-Kolumnist Dan Rafael scheint es auf WBA-Interim-Champ Trevor Bryan hinaus zu laufen. Warten wir es mal ab.

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6 Kommentare

  1. 19. Februar 2019 at 12:33 —

    Eine unendliche Geschichte über die wohl schon genug diskutiert und geschrieben wurde!
    Der größte Hohn bei der WBA ist wohl auch deren Rangliste, denn wie kann es sein das ein Boxer, in dem Fall Oquendo, ca. 4,5 Jahre nicht mehr geboxt hat und dennoch nach wie vor Rang 3 belegt??

    Beste Alternative wäre wahrlich ein Kampf zwichen Charr und Interims-Champ Trevor Bryan, zumal sich danach das Thema Charr als WM erledigt haben dürfte!?

    • 19. Februar 2019 at 13:41 —

      das hängt eben mit diesem merkwürdingen gerichtsurteil zusammen. ich hoffe das oquendo jetzt endlich geschichte ist. glauben tue ich es noch nicht!

  2. 19. Februar 2019 at 17:20 —

    Fragt sich natürlich noch, wie Trevor Bryan gegenüber Manuel Charr boxerisch einzuschätzen ist.
    Für mich ist Bryan ein relativ unbeschriebenes Batt.

    • 19. Februar 2019 at 17:27 —

      Charrs Qualitäten hat man in den Kämpfen gesehen, wo es gegen Weltklasseleute ging, Vitali Klitschko, Briedis, Povetkin.

      Die restlichen Gegner in seinem Record waren allesamt wie er zweit- oder drittklassig.

      Wird es für Bryan daher reichen…natürlich wird es das.

      Charr hat alles was einen guten Boxer nicht auszeichnet.

  3. 19. Februar 2019 at 17:21 —

    Blatt

  4. bahahahahahahaha

    wer hat denn Charrs Kopf auf den Körper von einem Bodybuilder gephotoshoppt? 😀

    Man siehe sich die Hautunterschiede am Hals an, mal abgesehen davon, dass jeder außer Stevie Wonder weiß, dass das nicht der Körper von Pommespanzer Charr ist. Ist ja bei boxern mittlerweile schlimmer geworden als bei diesen ganzen Instagram nutten mit ihren filtern.

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