Top News

Manuel Charr – Unschuldig wegen einem Verfahrensfehler?

Jede Person, die einer Straftat angeklagt ist, gilt bis zum gesetzlichen Beweis ihrer Schuld als unschuldig.“ So oder so ähnlich lauten die Gesetze in zivilisierten Ländern. Das gilt auch für Doping, was laut Gesetz ebenfalls eine strafbare Handlung ist. Werden bei einem angestrebten Nachweis der Schuld grobe Fehler gemacht, kann das Verfahren ins Leere laufen. Letzteres scheint im „Fall Charr“ nun eingetreten zu sein.

Bei Manuel Charr gab es im Rahmen einer Dopingkontrolle in der A-Probe einige Auffälligkeiten. Angeblich wurden gleich 2 verbotene Substanzen gefunden. Manuel Charr wies jeden Vorwurf von sich. Der bereits angesetzte WM-Kampf gegen Fres Oquendo wurde abgesagt. Von Seiten des Charr-Managements herrschte Ratlosigleit, was jetzt passieren solle. Die Enttäuschung wegen des Doping-Verdachts war groß.

Es stand Aussage gegen Aussage. Charr beteuerte seine Unschuld. Die A-Probe sagte etwas anderes. Endgültige Klarheit sollte durch die B-Probe geschaffen werden. Das zog sich etwas hin und man hörte in den letzten Wochen nichtes Neues mehr. Auffallend war, dass die WBA sich mit keiner Silbe zu den Vorwürfen gegen den regulären Schwergewichtschamp geäußert hat.

Sky - Wählen Sie Ihr Lieblingsprogramm!

Jetzt der „Hammer“: Das ganze Verfahren ist scheinbar ungültig, weil die “Voluntary Anti-Doping Association” (VADA) es angeblich trotz mehrfacher Anfrage versäumt hat, Charr und seinem Team die Gelegenheit zu geben beim Öffnen der B-Probe dabei zu sein. Das ist ein Verstoß gegen die Rechte Charrs und macht die Proben hinfällig. Der Rechtsgrundsatz „in dubio pro reo“ (im Zweifel für den Angeklagten) gilt auch hier.

Man muss ich in diesem Zusammenhang allerdings schon fragen, ob so eine Institution wie die VADA ein solches Öffnen einer B-Probe zu ersten mal macht. Einmal mehr muss man mit der Stirn runzeln, was da so alles geht oder eben nicht geht. Von Felix Sturm gab es vor mehr als 2 Jahren die gleichen Unschuldsbekundungen. Zumindest bis zum Öffnen der B-Probe. Auch damals sollten angebliche Verfahrensfehler dazu führen, das ganze Prozedere in Zweifel zu ziehen. Aber die B-Probe war dann eindeutig und zerstörten die Glaubwürdigkeit Sturms. 

Jetzt im „Fall Charr“ kommt das Ergebnis der B-Probe scheinbar gar nicht erst in Betracht, weil Charr oder ein Vertreter seines Teams nicht beim Öffnen der Probe dabei waren. Die WBA sagt weiterhin nichts. BDB-Präsident Pütz ist laut BILD wieder einmal schockiert und sagt, dass Charrs Lizenz derzeit nur auf Eis gelegen hat und er nicht gesperrt wäre. Also weiter im Text und abwarten, wann denn nun der Kampf zwischen Oquendo und Charr neu terminiert wird. Vielleicht kommt der Kampf ja noch irgendwann, bevor Oquendo seinen Rentenantrag ausgefüllt hat. Es lohnt sich nicht, weiter darüber nachzudenken. Als erfahrener Boxfan ist man mittlerweile hart im Nehmen und daran gewöhnt, veräppelt zu werden.

Voriger Artikel

Wladimir Klitschko – Plant er seine Rückkehr in den Boxring?

Nächster Artikel

Oleksandr Usyk vs Tony Bellew – 10. November Manchester

15 Kommentare

  1. 6. November 2018 at 09:02 —

    @fuchs: die B-Probe wurde bei Sturm von der VADA gar nicht mehr geöffnet. Hier gab es fehler in der Dokumentation. daher wurde sein kampf gegen chudinov auch nicht annuliert. die staatsanwaltschaft hat sie dann beschlagnahmt und untersucht. Positiv aber nicht verwertbar da die dokumentation fehlt. somit kann nicht sicher gestellt werden dass sie nicht verunreinigt ist. das verfahren verlief in sande. damit ist bei sturm nichts zerstört und auch er gilt als unschuldig.

    • 6. November 2018 at 09:14 —

      Du tust mir Leid.

      • 6. November 2018 at 11:30 —

        Brauch ich dir nicht.
        Aber beim Doping gibt es Regeln und die gibt es auch für die Dopingkontrollen.
        Was soll ein System bringen bei dem Dokumente verschwinden oder Probem falsch geöffnet werden und in nicht zugelassenen Laboren getestet werden.
        Auf dieser Grundlage kann man niemanden schludig sprechen.
        Also sind die Boxer Felix Strum und Manuel Charr unschuldig und behalten folgich ihre Titel und Siege!

  2. 6. November 2018 at 13:46 —

    Auch hier hat Brennov absolut recht und die Fälle mit Charr, Sturm und Povetkin zeigen doch eindeutig, wie das Doping instrumentalisiert wird!

    Kein Top-Boxer ist oder wäre so dämlich, sich beim Doping erwischen zu lassen. Für eine Antidoping-Agentur gibt es aber genügend Möglichkeiten der Manipulation. Blättere den Funktionären eine entsprechende Summe auf den Tisch und Du kannst Dich getrost darauf verlassen, dass der Funktionäre dafür Sorge leistet, dass eine Doping-Probe kontaminiert und im Anschluss aufgrund eines Fehlers annulliert wird.

    Die entscheidende Frage dabei ist nur, wann die Medien davon erfahren? Denn wenn die Katze erst einmal aus dem Sack ist, lässt sie sich so schnell nicht mehr einfangen.

    Sturm, Charr und Povetkin haben nicht mehr und nicht weniger gedopt, als alle anderen Top-Boxer, aber man hat versucht, an ihnen ein Exempel zu statuieren. Wenn Du nicht der “political correctness” entsprichst oder die Wetten einen bestimmten Wert überschreiten, kann man die ADA’s wunderbar dafür nutzen, ein bestimmtes Ergebnis zu erwirken.

    • sitzt dein Aluhut nicht etwas zu eng?

      • 6. November 2018 at 18:00 —

        Begründung?!

        • Ich übertreibe eben gerne, aber mal im ernst es gibt wirklich namhaftere Boxer auf deren Rücken man solche Politischen spielchen austragen könnte als die von Pove und Charr. Bei Pove könnte ich es noch verstehen, immerhin tut quasi die ganze Welt alles daran um Russland in den Medien schlecht zu reden und sich als Feind warm zu halten aber bei Charr? Ich bitte dich, für den interessiert sich niemand.

          Das alle Boxer gleich viel dopen ist eine haltlose behauptung. Sicher ist es so, dass wenn man alles “richtig” macht im vorfeld, man viele arten von Doping verschleiern kann. Funktioniert bei Bodybuildern die alle Vollgepumpt sind auch gut. Dabei muss man aber sehr diszipliniert sein und schon kleine Zeitliche abweichungen reichen, damit das Doping ans Tagelicht kommt. Wenn ich mir jetzt überlege wie dilettantisch sich viele Boxer im Vorfeld in bezug auf Gewicht machen, verunreinigte Nahrung etc. verhalten, ist es sehr unwahrscheinlich das alle diszipliniert Dopen und nur Pove, Charr und Sturmic das nicht hingekreigt haben. Verstehst du jetzt worauf ich hinaus will?

          Das die ganzen Doping Agenturen alle Dreck am stecken haben genau wie viele NGOs, Verbände, Funktionäre etc. da habe ich keinen Zweifel.

          • 7. November 2018 at 09:44

            Nur weil Charr unter mysteriösen Umständen des Dopings überführt wurde, was im Nachhinein wohl wieder annulliert wird, so wie es aussieht, heißt das nicht auch zwangsläufig, dass es sich auch um Charr dreht. Charr ist lediglich ein Kopf der rollt bzw. nur sein Kampf gegen Oquendo.

            Das gleiche gilt für Povetkin, Sturm, Alvarez und alle anderen, welche des Dopings “überführt” wurden. In den politischen Spielchen der Verbände sind diese Boxer eher als Opfer zu verstehen, als Täter.
            Dabei will ich nicht behaupten, dass jeder überführte Doper auch eine weiße Weste hat, aber es ist doch auffällig, wie viele Verfahrensfehler solch professionellen Agenturen unterlaufen. Ähnlich unprofessionell verhalten sich im Boxsport sonst nur noch die Verbände selbst!

            Aber das alle Boxer dopen, ist ein fast unumstößlicher Fakt. Nur wenn Du zum richtigen Zeitpunkt die Mittelchen wieder aus dem Körper hast, bzw. diese nicht mehr nachweisbar sind bzw. die Mittelchen noch nicht als verboten ausgewiesen wurden, dann hat der Doper auch nicht gedopt!

            Im Zweifelsfalle bin ich immer für den Angeklagen und das solange, bis seine Schuld unzweifelhaft bewiesen ist. Bis dahin haben für mich die Verbände, Promotor und Wettanbieter wesentlich mehr Dreck am stecken, als jeder noch so unwichtige oder aber auch wichtige Boxer.

          • 7. November 2018 at 10:39

            du redest von verschörungstheorien wenn man sagt alle boxer seinen gedopt und sagst im nächsten satz: “Funktioniert bei Bodybuildern die alle Vollgepumpt sind auch gut”
            wie schizophren bist du eig.

  3. Jeder der etwas vom Boxen versteht, weiß, dass Pommespanzer Charr und Adnan Sturmic niemals betrügen würden.

    Als ich mal in Köln nach dem Einkauf auf dem Wockenmarkt auf dem Nachhause weg war, ist die Tüte gerissen und die orangen sind rausgefallen. Charr kam sofort und half mir sie aufzusammeln. Würde sowas ein Dopingsünder tun? Niemals.

    Bei Sturmic war auch bestimmt wieder ein Anti-Doping Mitarbeiter mit seinen Speckigen McDonalds fingern dran, kein Wunder das die verunreinigt wurde.

    Alles in allem beide Saubere jungs.

    • 6. November 2018 at 16:22 —

      natürlich haben beide gedopt. nur das haben alle.
      aber mit so einem verfahren kann man keinen verurteilen. entweder es sind diletanten oder alle korrupt bei der vada.
      in beiden fällen ist die agentur ungeeignet um brauchbare ergebnisse zu erhalten!

    • 6. November 2018 at 17:59 —

      Hey Dr, jetzt bitte nicht wieder aus persönlichen Gründen Rückfällig werden. Vergiß die Zeit, wo Du nur Fallobst gelabert hast. Seit einigen Monaten scheinst zu genesen zu sein. Also bitte bleib auch gesund!

      Niemand streitet ab, dass Charr oder Sturm gedopt waren!

  4. 7. November 2018 at 00:26 —

    Spielt Read Dead Redemption 2, alles andere im Leben ist im Moment egal

Antwort schreiben