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Manuel Charr sagt Kampf gegen Odlanier Solis ab

Laut einer Meldung des „Express“ ist der Kampf zwischen Manuel Charr und Odlanier Solis abgesagt. Der Fight um die Interims-WM am 11. März in Kameha Grand Hotel Bonn muss „rückabgewickelt“ werden. Als Grund dafür wird eine Schulterverletzung von Manuel Charr angegeben.

Die Neuigkeit kommt ein paar Tage, nachdem die WBA bekannt gegeben hat, dass diese Kampfansetzung keine Interims-WM ist und der Verband auch nicht vor hat, eine Interim-WM im Schwergewicht ausboxen zu lassen. Das Merkwürdige daran: Wie kamen Charr und sein Management eigentlich auf die Idee, dass der Kampf gegen Solis eine Interims-WM ist? Gab es überhaupt eine Absprache mit der WBA oder war dieser Interim-Titelkampf von Beginn an reines Wunschdenken?

Manuel Charr: „Ich habe gehofft, es ist nicht so schlimm, doch so kann ich nicht boxen.“ Charrs Arzt Dr. Oliver Tobolski hat ihm eine Spritze gegeben und sofort „die Reißleine gezogen“. Das Wort „Reißleine“ passt sehr gut. Und ohne zu übertreiben muss man als außenstehender Boxfan sagen, dass diese Verletzung und die Kampfabsage das Beste ist, was Charr und seinem Management in dieser Situation passieren konnte.

Ohne die Aussicht auf einen zukünftigen großen Payday ist der Kampf gegen Solis ein Zusatzgeschäft. Es ist kaum davon auszugehen, dass die Eintrittsgelder von ein paar hundert exclusiven Gästen einer Dinner-Boxveranstaltung ausreichen werden, um so ein Event zu finanzieren. Solis wird nicht für lau antreten und eine Undercard will auch finanziert werden. Selbst wenn Manuel Charr wegen der Aussicht auf einen angeblichen WM-Kampf umsonst boxen würde, wären die übrigen Kosten rausgeworfendes Geld, wenn keine Refinanzerung zu erwarten ist.

Nach Angaben des Express werden bereits verkaufte Eintrittskarten zurück genommen. Zitat Express: „Ob und wann der Solis-Kampf nachgeholt werden kann, hängt von der genauen Diagnose ab.“ Man beachte hier besonders das „Ob“, das von der Diagnose abhängen soll.

Egal wie man über die Kampfansetzung, den Interim-Titel und jetzt über die Absage denkt: Ein Fight zwischen Charr und Solis wäre eine „spektakuläre“ Ansetzung, die sich viele Boxfans gerne angesehen hätten. Manuel Charr trägt immerhin den WBA-International-Titel. Er könnte diesen Gürtel gegen Odlanier Solis verteidigen. Vielleicht findet sich ja ein pfiffiger Veranstalter, der an RTL oder SAT1 heran tritt, um diesen Kampf incl. einer akzeptablen Undercard möglich zu machen.

Erst einmal gehen die besten Genesungswünsche an Manuel Charr. Man kann nur hoffen, dass sich seine Verletzung als nicht so schlimm heraus stellt und er bald wieder trainieren kann.

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11 Kommentare

  1. 20. Februar 2017 at 21:22 —

    schade, dann gute Besserung!

  2. 20. Februar 2017 at 21:31 —

    Mein Kommentar ist insolvent gegangen……

  3. 20. Februar 2017 at 21:33 —

    Exclusiven = exklusiven.

  4. 20. Februar 2017 at 22:39 —

    Was soll man dazu sagen!? Charr ist ein Journeyman und Solis ein Fetter Potwall der nichts mehr zustande bringt.Die echt guten Schwergewichtler sind zurzeit Wilder,Klitschko,Parker,Joshua.Alle anderen guten sind entweder gedopt oder haben keine Eier in der Hose.😞

    • 20. Februar 2017 at 23:33 —

      Da bin ich aber sehr erleichtert, dass diese vier nun offiziell nicht gedopt sind…..

      Und dass ausgerechnet Klitschko auf einmal Eier gewachsen sein sollen..?! Hast Du da etwa Insider-Infos..?

      • 21. Februar 2017 at 00:15 —

        Im Gegensatz zu Povetkin und Co haben sich Klitschko,Wilder,Parker,joshua sich nicht erwischen lassen.Ich bin vollkommen überzeugt davon,das jeder Profi -Boxer dopt.Verstehe nur nicht was daran so schlimm sein soll.Wenn alles frei zugänglich wäre,gebe es auch keine schwarzen Schafe,die sich ein Vorteil davon erhoffen.

        • 21. Februar 2017 at 00:40 —

          Wenn man Doping frei gibt, werden es viele übertreiben und dann gewinnen nicht mehr die besseren Boxer, sondern die mit dem besseren Doping.

          Doping freigeben kann nicht die Lösung sein.

          • 21. Februar 2017 at 01:26

            Ein guter Boxer wird jeden halbwegs talentierten Gegner schlagen.Mit oder ohne Doping.Das Zeug wird ja meistens für die Kondition bzw Ausdauer genommen.Eigenartigerweise sind die meisten Übeltäter in den schwereren Gewichtsklassen zu finden.

          • 21. Februar 2017 at 13:31

            Fuchs, der Wettbewerb ist doch hier völlig belanglos. Das Leben der Athleten wird aufs Spiel gesetzt.
            In den unteren Gewichtsklassen läuft doch das gleiche ab. Ich meine, wer testet denn auf Golden Boy oder PBC Veranstaltungen? Wenn man Glück hat USADA. Lächerlich.

          • 21. Februar 2017 at 13:58

            Ich habe eine Idee für eine neue Kategorie WM-Gürtel: Doping-Gürtel. Eine Sparte direkt neben den Standard-Gürteln.
            Dann können diejenigen die kein Problem mit Doping haben, sich die Eier auf Erbsengröße klein-dopen.

  5. 20. Februar 2017 at 23:55 —

    Wusste ich es doch,……ein Strohfeuer um sich ins Gespräch zu bringen!

    Über Charr kann man ja denken was man will, aber als Boxer der dritten Reihe hat er verdammt viel erreicht, das er jetzt keine Interims-WM bekommt war eigentlich auch klar, viele haben es geglaubt weil er und sein Umfeld es in den Medien breit getreten haben, aber schaut man sich mal die Rangliste an kann das nicht funktionieren! Außerdem gibt es noch nichtmal einen WBA-WM im Schwergewicht, dann kann es auch keinen Interims-WM geben!
    Ein Hoch auf Johannes der dachte da muss doch was dran sein und ein Hoch auf jeden der gedacht hat das der Kampf tatsächlich kommt!

    Auch eine schlechte PR ist eine gute PR!

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