Top News

Manuel Charr – Aus Versehen gedopt?

Das Possenspiel um die Dopingvorwürfe gegen Manuel Charr scheint nun langsam dem Ende entgegen zu gehen. Kurz zusammengefasst: Es wurden bei einer Dopingprobe von Manuel Charr verbotene Substanzen gefunden. Der geplante WM-Pflichtkampf gegen Fres Oquendo wurde abgesagt. Der Dopingvorwurf ist ausgestanden. Nicht etwa wegen erwiesener Unschuld, sondern weil Formalitäten beim Öffnen der B-Probe nicht eingehalten wurden.

Jetzt galt es nur noch, eine passende Erklärung zu finden, um den angekratzen Ruf des regulären WBA Weltmeisters wieder aufzupolieren. Einen solchen Versuch macht der Kölner Express auf seiner Internetseite. Seit Samstag ist da zu lesen, dass Manuel Charr durch „dubiose Pillen“ gedopt gewesen sein soll. Natürlich unwissentlich. Wie sollte es auch anders sein.

Manuel Charr weilte in den vergangenen Tagen in Marokko. Anlass seiner Reise war eine Charity-Veranstaltung mit einigen früheren Fussball-Größen. Wieder zurück in der Heimat, konnte Charr mit einer Erklärung für seine Dopingprobe aufwarten. Er bestreitet nach wie vor wissentlich gedopt zu haben. Da ein rechtsgültiger Nachweis nun nicht mehr geführt werden kann, gilt die Unschuldsvermutung. Egal was man davon hält oder nicht hält.

Das Charr einen Monat nach der VADA Probe selbst noch einmal eine eigene Probe abgegeben hat, bei der keine verbotenen Mittel gefunden wurden, spielt keine Rolle. Letztendlich wohl auch deshalb, weil es sich um eine Blutprobe handelte, die gar nicht auf die in der Urinprobe enthaltenen Substanzen untersucht wurde. Das war schon mal ein leicht durchschaubarer Taschenspielertrick. Sich dann hinzustellen und zu verkünden: Ich bin sauber! Wörtlich: „Es konnte kein Doping nachgewiesen werden, ich bin demnach clean.“ ist schon irgendwie dummdreist hoch 9 gewesen.

Sky - Wählen Sie Ihr Lieblingsprogramm!

Dann kam die Geschichte mit der verpatzen B-Probe, nach der er angeblich nicht beim Öffnen der B-Probe dabei war. Man habe ihn nicht eingeladen, hieß es. Das klingt ungefähr so, als würde die VADA zum ersten mal eine B-Probe öffnen und ihre eigenen Regeln nicht kennen. Da es dabei um einen WM-Titel geht, scheint es schon recht komisch, dass die VADA so einen groben Fehler macht. Die Glaubwürdigkeit verbessert hat diese Story das Ganze nicht unbedingt.

Nun die neuste Erklärung: Charr gibt zu, womöglich unwissentlich gedopt zu haben. Er sagt im Express-Artikel: „Das Ergebnis ist auf freiverkäuflich in Deutschland zu erwerbende Supplemente zurückzuführen, die ich eine Zeit lang zu mir genommen habe. Und weiter: „Mir war absolut nicht bewusst, dass sie Inhaltstoffe enthalten, die gegen die Anti-Doping-Regeln verstoßen.“ Er habe diese Mittel auf Grund von Tipps befreundeter Kampfsportler genommen.

Zur Unterstützung dieser Aussage wird ein „Anti-Doping-Doktor“ aus Köln zitiert, der zumindest sagt, dass es viele gefälschte Mittel gibt. Zum „Fall Charr“ wolle er sich nicht äußern, weil es um ein schwebendes Verfahren gehen würde. Um welches Mittel es sich genau handelt, wurde natürlich auch nicht gesagt. Es klingt aber zumindest etwas merkwürdig, dass ein frei verkäufliches Nahrungsergänzungsmittel ausgerechnet mit den verbotenen Steroiden Epitrenbolon und Drostanolon „verunreinigt“ sein soll.

Mehr als Stirnrunzeln, die Augen verdrehen und die Luft aus dicken Backen pusten kann jetzt auch nicht mehr. Kaum ist eine hahnebüchende Geschichte durch, kommt die nächste. Und genau das scheint auch das Ziel zu sein. Man hat es einfach satt, verarscht zu werden und hört schon gar nicht mehr hin. Irgendwann in der ersten Jahreshälfte 2019 kommt dann der Kampf gegen Oquendo und alles ist vergessen. Vergessen, aber auch vergeben wäre es gewesen, wenn Charr zugegeben hätte, in die Trickkiste gegriffen zu haben. Er wäre dafür als Ersttäter mit einem halben Jahr Sperre davon gekommen, hätte aber wenigstens einen kleinen Rest seiner Glaubwürdigkeit behalten.

Voriger Artikel

Mairis Briedis bekommt Sieg geschenkt

Nächster Artikel

Boxsport – Rückschau (KW 45)

30 Kommentare

  1. 13. November 2018 at 07:57 —

    …und der angebliche Mafiaboss konnte nicht verurteilt werden, weil zufällig alle Zeuge erschossen wurden….

    • 13. November 2018 at 21:28 —

      das war kein mafiaboss sondern der kinderfreund dutroux.
      das war kein mafiaboss sondern der inlandsgeheimdienst nsu.
      das war kein mafiaboss sondern die parteispendenveröffentlichende cdu.

  2. 13. November 2018 at 08:04 —

    Nun ja, es war die VADA, die beim Öffnen gegen ihre eigenen Statuten verstoßen hat. Das im Leistungssport gedopt wird, ist Längstens bekannt, darum gibt es ja solche ADA`s, aber das diese sich dann nicht an die eigenen Vorgaben halten, und das immer wieder, ist ziemlich fragwürdig und dubios.

    Der Fisch stinkt vom Kopf her, nicht vom Schwanz!

    • 13. November 2018 at 21:30 —

      welcher durchschnittsverdienende labormitarbeiter würde für einen hohen 5-stelligen betrag nicht die ein oder andere einladung im papierkorb verschwinden lassen anstatt sie herrn charr zuzuschicken…

  3. 13. November 2018 at 09:25 —

    Wichtiger wäre wenn die geschichte nun endlich durch wäre und das verfahren abgeschlossen wäre damit charr endlich gegen oquendo kämpfen kann und damit auch dieses juristische verfahren (was ja auch mit doping) zu tun hatte durch ist.
    dann kann bei der wba endlich wieder alles einen normalen gang gehen und charr nach einer freiwilligen gegen Trevor Bryan einen pflichtkampf machen.

  4. 13. November 2018 at 11:12 —

    Brennov; ja der war gut Trevor Bryan – Qualität bleibt untereinander – Der hat auch nur gegen die Spitze geboxt.
    Passt !
    ;-)))

    • 13. November 2018 at 11:35 —

      sorry aber das wäre ein ausglichener kampf. warum soll charr ein missmatch gegen joshua machen. das bring doch keinem was.
      was man braucht sind gute ausgeglichene kämpfe.

    • 13. November 2018 at 11:37 —

      Außerdem ist Bryan als WBA Interims WM der nächste PH von Charr nach Oquendo. Charr ist zwar PH von Joshua aber der kampf steht turnusmäßig erst wieder 2020 an da joshua mit Povetkin gerade seine WBA pflicht erledigt hat!

  5. 13. November 2018 at 15:26 —

    der typ wird das niemals bestätigen. haben alle schon vergessen wie er geschworen hat das er nen deutschen pass hat, den man nur abholen musste? jetzt schwört er er habe niemals gedopt, dann niemals wissentlich gedopt und nun aus versehen gedopt.

    • 13. November 2018 at 15:52 —

      auch wenn das für dich schwer zu verstehen ist aber nicht wissentlich und aus versehen ist das gleiche!

      • 13. November 2018 at 15:54 —

        ist es nicht. ist es wirklich NICHT, auch wenn du das jetzt so gar nicht kapierst.

        • 13. November 2018 at 16:35 —

          es ist übrigens völlig egal ob wissentlich oder unwissentlich oder aus versehen. als Profisportler ist er dazu verpflichtet zu jeder Zeit unter kontrolle zu haben welche Stoffe er zusich nimmer. er ist nicht deswegen juristisch unschuldig sondern wegen den verfahrensfehler einer wohl unstrittigen positiven probe. also hatte er nur Glück, einen guten Anwalt und vielleicht auch die richtigen Kontakte und das nötige Kleingeld (alles Spekulation und daher unererhblich)

          • 13. November 2018 at 21:33

            wer omeirat heißt hat immer das nötige kleingeld…

          • 13. November 2018 at 21:36

            noch eine persönliche frage, brain-off:

            bist du nicht wissentlich so blöd oder aus versehen?

          • 14. November 2018 at 01:27

            und genau da gebe ich dir recht. man müsste meinen als profi sollte man professionell im umgang mit preparaten oder zusatzmittel sein oder zumindest nicht jedem seiner freunde glauben die ihm was geben, vor allem wenn man sich so sein umfeld anguckt.

      • 14. November 2018 at 01:25 —

        doch es sind zwei unterschiedliche ansichten aber egal was ich damit sagen wollte und kein plan warum du dich an meinen beispielen jetzt so aufhängst ist das der typ einfach unverschämt lügt und denkt er kommt damit durch. was in diesem fall und auch mit dem deutschen pass ja auch geklappt hat. ich mein kein hahn kräht mehr danach. mit sturm das selbe. der lässt ein wenig gras über die sache wachsen und das wars dann läuft er wieder mit deutscher und syrischer flagge rein und die komödie um charr und weltmeister geht weiter.
        sorry falls ich wieder irgendwelche beispiele genannt habe die dir sauer aufstoßen nur wollte ich damit veranschaulichen wie falsch der kerl ist. selbst wenn man beim lügen erwischt wird denkt er wahrscheinlich sogar den eigenen schwachsinn den er erzählt.

  6. 13. November 2018 at 19:09 —

    Immer wenn man denkt, es geht nicht mehr peinlicher, schafft es die WBA doch irgenwie, sich nochmal selbst zu toppen…

    Wie kann es denn eigentlich überhaupt sein, dass ein Boxer, der noch nie einen Top-20-Gegner besiegt hat, sich seit mittlerweile einem Jahr als Weltmeister feiern lässt?

    Und um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, wird er für das Doping sogar noch belohnt, weil er ohne Titelverteidigung “Weltmeister” bleibt.

    Es ist Charr hoch anzurechnen, dass er vor keinem Gegner kneift, dass er nach der Verletzung so schnell und für seine Verhältnisse stark zurückgekommen ist und dass er für seine überschaubaren Fähigkeiten doch sehr weit gekommen ist, aber er ist dennoch von Weltspitzen-Niveau meilenweit entfernt…

  7. 13. November 2018 at 22:43 —

    Max Power
    13. November 2018 at 21:33
    wer omeirat heißt hat immer das nötige kleingeld…

    Wenn Canelo nicht das Kleingeld hatte ,wie soll das ein Charr das hinbekommen haben.Bischen nachdenken schadet nicht.
    Hinter einigen Posting liest man blanken Neid.Einen WM Titel zu gewinnen ist die eine Sache.Es zu verteidigen gegen stärkere Boxer ist eine andere Sache.Das Geschwächst darum ist mir egal.

    • 14. November 2018 at 15:55 —

      naja ob canelo wirklich einen nachteil aus seinem doping test hatte. er konnte den kampf gegen golovkin nach hinten verschieben und so seine chancen steiger!

  8. 14. November 2018 at 18:48 —

    Vielleicht ist der Titel nun doch futsch … Der arme Charr tut mir ja sooo Leid. Dann war wohl es doch etwas dick aufgetragen mit dieser ganzen Story. (Klick)

    • 14. November 2018 at 19:26 —

      Na das ist auch gut so das sich die WBA endlich mal zu Wort meldet!
      6 Monate Sperre und die aberkennung des WMTitel´s ist nur die logische Konsequnz!
      Eigentlich müsste dann ja der Interim-WM am grünen Tisch den regulären Titel zugesprochen bekommen und ihn als erstes gegen Oquendo verteidigen müssen, aber mal abwarten was sich die WBA da noch einfallen lässt!?

      • 14. November 2018 at 21:26 —

        Genau so sehe ich das eigentlich auch. Charr und seine Geldgeber werden zwar im Dreieck springen, aber so wäre es gerecht.

        Da war die ganze Anstrengung umsonst… nix da mit neuer Küche für Mutti. Jetzt muss der Gürtel wieder enger geschnallt werden … o.O :p

        • 15. November 2018 at 02:02 —

          Hast du keine Angst vor Brennov, wenn du seinen Gott beleidigst?
          Wenn der dich nachts mal alleine auf der Straße sieht?

        • 15. November 2018 at 09:07 —

          Ach da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.
          Das wird sich leider wieder sehr lange hinziehen. Hoffentlich nicht so lange wie der Oquendo fall.

          • 15. November 2018 at 09:36

            Laut boxingscene soll charr nur gesperrt werden aber den titel behalten. der kampf gegen oquendo wäre dann im april 2019.

            boxingscene.com/wba-strip-charr-miller-dinu-unlikely-title-fight–133710

  9. 15. November 2018 at 07:52 —

    Zukünftig ist unser Manuel halt eben unser “Weltmeister der Herzen”.

    Schon peinlich wie sich dieser “deutscher Passbesitzer” windet und dreht. Und wie er sich in jeder Aktion als “Weltmeister” bezeichnet.

Antwort schreiben