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Manny Pacquiao – Operation Titelverteidigung

Ein Beitrag von FW

Manny Pacquiao – Operation Titelverteidigung

Keine Frage: dieser Mann ist eine Legende. Die Liste der Gegner, die er geschlagen hat, liest sich wie das „Who` s Who“ der modernen Boxgeschichte: Marco Antonio Barrera, Erik Morales, Juan Manuel Marques, Oscar de la Hoya, Ricky Hatton, Miguel Cotto, Antonio Margarito, Brandon Rios oder Shane Mosley, um nur einige zu nennen. Der Boxer von den Philippinen düpierte Weltklasseboxer und Weltmeister.

Seinen ersten Profi-Kampf hatte Pacquiao 1995 im Alter von 16 Jahren, den ersten Titel holte sich der „Pac Man“ am 04. Dezember 1998: in Thailand gewann Pacquiao durch KO in der achten Runde gegen den thailändischen Titelverteidiger Chatchai Sasakul und war WBC-Weltmeister im Fliegengewicht. Seitdem ist es nur einigen wenigen Gegnern gelungen, über Pacquiao zu triumphieren, egal, in welcher Gewichtslasse der „Pac Man“ auch unterwegs war.

Mittlerweile ist der philippinische Boxer 40 Jahre alt und kehrt nun zum ersten Mal seit zwei Jahren in die USA zurück, um seinen WBA-Titel im Weltergewicht zu verteidigen. Gegner ist ein Enfant terrible der Boxszene: der frühere viermalige Boxweltmeister Adrien Broner alias „The Problem“. Ob sich Broners Kampfname auf seine Auftritte im Ring oder doch mehr auf seine kriminellen Eskapaden bezieht (Boxen.de berichtete), wollen wir hier nicht weiter ergründen.

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Fest steht, dass auch Broner durchaus boxen kann, wenngleich der US-Amerikaner mit seiner Ankündigung, den “Pac Man” mit einem einzigen Schlag auszuschalten, wohl eher danebenliegen dürfte. Natürlich ist Pacquiao nicht unbesiegbar, Juan Manuel Marquez zum Beispiel hat es im Jahr 2012 geschafft. Vor der ausverkauften Kulisse des MGM Grand in Las Vegas legte Pacquiao los wie die Feuerwehr und dominierte den Fight gegen seinen mexikanischen Gegner weitgehend. Bis zur sechsten Runde sah es gut aus für den „Pac Man“. Doch dann schlug die Rechte von Marquez ein: KO-Sieg in Runde 6. „Ich war zu selbstsicher!” sagte der Verlierer hinterher: „Ich dachte, ich hätte ihn.“

Broner – mit 29 immerhin 11 Jahre jünger als der Weltmeister – hat vermutlich mehr Power in den Fäusten als Marquez. Entsprechend selbstbewusst präsentiert sich der Herausforderer: „Man muss nicht viel schlagen, um Manny Pacquiao zu besiegen. Das Timing ist wichtiger als alles andere und jeder weiß, dass ich ein tolles Timing habe”, sagte Broner im Interview. Ob das tatsächlich ausreicht, um einen Boxer von der Klasse eines Manny Pacquiao auszuschalten?  Wenn man sich Broners Kampf gegen „El Chino“ Maidana ansieht, kann man eher zu dem Schluss kommen, dass ein aktiver schneller Boxer, der aggressiv vorgeht, ständig im Vorwärtsgang ist und „Druck“ macht, Broner durchaus in Schwierigkeiten bringen kann. Hinzu kommt, dass „The Problem“ in den beiden letzten Kämpfen gegen Mikey Garcia und Jessie Vargas nicht überzeugen konnte. Ja, Broner ist schnell, explosiv  und kann hart zuschlagen, ist noch nie KO gegangen und trotzdem scheint er nicht mehr ganz der Alte zu sein, hat – um es mal etwas lyrischer zu formulieren – zuletzt das Feuer vergangener Tage vermissen lassen.

Beide Kontrahenten brauchen einen Sieg in diesem Kampf: „Pac Man“, wenn er tatsächlich, wie er bereits angekündigt hat,  gegen den Gewinner aus Errol Spence Jr. vs Mikey Garcia oder vielleicht sogar noch einmal gegen “Money” Mayweather antreten will und Broner, wenn er weiter großes Geld verdienen und „vorne mitboxen“ möchte. Wenn es Broner gelingt, wieder zu seiner alten Form zurückzufinden, wenn er kämpft wie seinerzeit gegen John Molina Jr., Gavin Rees oder Eloy Perez, dann könnte er durchaus gefährlich für Pacquiao  sein.

Wenn nicht, dann bleibt ihm nur zu hoffen, den „Pac Man“ mit einem Lucky Punch zu besiegen. Mit Worten hat Broner das anscheinend schon getan: „Dieser Sieg macht mich zu einer Ikone. Ich bin über Nacht eine Legende!“ ließ der  29-jährige verlauten. Bleibt abzuwarten, was passiert, wenn am 19. Januar die Fäuste sprechen.

 

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