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Manny Pacquiao besiegt Adrien Broner nach Punkten

Ein Bericht von FW

Manny Pacquiao besiegt Adrien Broner nach Punkten

In Las Vegas hat WBA-Weltmeister Manny Pacquiao seinen Titel im Weltergewicht gegen den 11 Jahre jüngeren US-Amerikaner Adrien Broner verteidigt. Der 29 Jahre alte Herausforderer ließ seinen vollmundigen Ankündigungen, er würde den „Pac Man“ durch KO besiegen, allerdings auch keine sonderlich großen Aktivitäten folgen.

Das soll aber Pacquiaos Leistung nicht herabwürdigen: der „Pac Man“ dominierte den Kampf im MGM Grand durchgängig und zeigte, dass er auch mit 40 noch nicht zum alten Eisen gehört. Zwar gelang es dem Weltmeister nicht, Broner durch KO zu besiegen, am Ende war das Urteil der Punktrichter allerdings eindeutig: 116-112, 116-112 und 117-111 lautete das Endergebnis auf den Scorecards. „Ich glaube wirklich nicht, dass meine Karriere vorüber ist. Ich habe es letztes Jahr bewiesen … und ich habe es heute Abend erneut bewiesen.“ sagte Manny Pacquiao dann auch unmittelbar nach dem Fight. Auf die obligatorische Frage nach einem möglichen Rückkampf gegen Floyd Mayweather, erklärte der 40-jährige, er wäre bereit dafür.

„The Problem“ Broner hatte den Kampf gegen Pacquiao allerdings wohl anders in Erinnerung: „Ich habe ihn geschlagen”, sagte Broner: „Jeder da draußen weiß das!“ Mit dieser Meinung scheint Broner allerdings alleine dazustehen. Ex-Weltmeister Shane Mosley twitterte dann auch das Folgende:

 

“Denkt irgendjemand, dass Broner wirklich glaubt, dass er gewonnen hat oder schauspielert er nur? Was war das?! Die Punktrichter waren bei ihm noch großzügig, wenn Ihr mich fragt.”

 

Mit mittlerweile drei Niederlagen in Folge muss sich Broner allerdings nun Gedanken über seine boxerische Zukunft machen, zumal er in naher Zukunft wegen verschiedener Delikte vor Gericht steht, unter anderem hat ihn ein New Yorker Juwelier auf Zahlung von zwei Millionen US-Dollar verklagt (Boxen.de berichtete).

Doch zurück zum Kampf: von Beginn an war Pacquiao der aktivere Mann und konnte schon in der ersten Runde mit der Linken ein paar Körpertreffer anbringen. Broner hatte mit seinen Konterversuchen nicht viel Erfolg. Broners Verteidigung war zwar gut,  aber Pacquiao war der schnellere Mann, auch wenn nicht alle Schläge ihr Ziel fanden. Einer Schlagstatistik zufolge hat Pacquiao im gesamten Kampfverlauf doppelt so oft geschlagen wie Broner. Ab der Mitte des Kampfes traf dann der „Pac Man“ auch besser, in Runde 7 stelle Pacquiao  seinen Herausforderer mehrfach an den Seilen und deckte ihn mit Schlagsalven ein. Broner schüttelte zwar nach dem Rundengong demonstrativ den Kopf, blieb aber auch in den Folgerunden der passivere Mann ohne Siegeswillen an den Tag zu legen. Wie „The Problem“ nach dem Schlussgong zu der Überzeugung kam, er habe den Kampf gewonnen, wird wohl sein Geheimnis bleiben.

Leicht verdientes Geld für Weltmeister Pacquiao, dem dieser nicht besonders attraktive Kampf mehr als 14 Millionen US-Dollar in die Taschen spülte. Der “Pac Man” sollte aber auf die Zeichen der Zeit achten: noch vor ein paar Jahren hätte er sich mit dem überraschend schwachen Broner nicht über 12 Runden gequält, sondern kurzrundig durch KO gewonnen. Pacquiao sollte – das ist allerdings meine rein persönliche Meinung – noch einen lukrativen Fight gegen Mayweather mitnehmen und dann die Boxhandschuhe an den Nagel hängen. Für einen schwachen Gegner wie Broner es war, hat es gereicht, mit der gezeigten Leistung dürfte es für Pacquiao gegen einen Boxer der Weltspitze aber schwer werden.

Manny Pacquiao bleibt also durch einstimmige Entscheidung weiterhin WBA-Weltmeister im Weltergewicht.

Auf der Undercard holte sich Marcus Browne ebenfalls durch einen Punktsieg über Badou Jack den vakanten WBC-Silber-Titel im Halbschwergewicht. Badou Jack war allerdings durch einen tiefen Cut auf der Stirn, den er in Runde 7 erlitt,  gehandycapt. Eigentlich hätte der Ringarzt den Kampf abbrechen müssen, stattdessen gab er Ringrichter Tony Weeks die Erlaubnis, den Fight weiterlaufen zu lassen.  Browne nutzte die Verletzung seines Gegners, dessen Gesicht bald völlig blutverschmiert war, aus und konnte seinen Vorsprung auf den Punktezetteln ausbauen.

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Nach der ärztlichen Versorgung der Wunde  bedankte sich der Schwede via Twitter bei seinen Fans, gab aber auch zu, dass der bessere Boxer an diesem Abend gewonnen hätte.

 

 

 

 

 

 

 

 

In einem weiteren Titelkampf holte sich Nordine Oubaali aus Frankreich den WBC-Gürtel im Bantamgewicht. Er besiegte den US-Boxer Rau’shee Warren ebenfalls nach Punkten.

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2 Kommentare

  1. 21. Januar 2019 at 09:02 —

    War zu erwarten. Der arbeitsfaule Broner wird es einfach nie kapieren.
    Steht da, gestaltet den Kampf nicht sondern setzt nur auf Konter. Wenn man dann nicht Reflexe und Geschwindigkeit dazu mitbringt endet es so.
    Boxer, die grundsätzlich ihre Kämpfe so gestalten, kann ich ohnehin nicht leiden. Die Flitzpiepe pflegt das Bild des Supüermanns von sich selbst. Es wird nicht gut mit ihm enden

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