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Maja Milenkovic – Reset und Restart einer Boxkarriere

Nach den ersten 15 Kämpfen, von denen 10 verloren gingen, glaubte man das Maja „Wyoming“ Milenkovic sich mit einer Rolle als „Erfüllungsgehilfin“ für andere Boxerinnen abgefunden hätte. Ihre letzte Niederlage und darauf folgende inakzeptable Angebote weckten dann aber doch den Ehrgeiz der jetzt 26-jährigen Serbin, die in Karlsruhe ein zweites Zuhause gefunden hat. Es folgte vor mehr als einem Jahr eine Neuorientierung im Training und als Lohn der Mühe gab es im Jahr 2018 bereits 3 Punktsiege in Folge.

Jetzt steht Maja Milenkovic vor ihrer größten boxerischen Herausforderung: Am 26. Dezember kämpft sie in der „Bodensee-Arena” Kreuzlingen gegen Crystal Gracia Nova aus der Dom-Rep um den „International“ Titel des Verbandes WBA. Ihre Gegnerin hat bisher 8 Kämpfe absolviert, die sie alle vorzeitig gewinnen konnte. Der Kampf soll im Super-Bantamgewicht stattfinden. Von der absoluten Weltspitze sind beide Boxerinnen noch ein Stück weit entfernt, aber immerhin ist diese Kampfansetzung keine von denen, bei der Siegerin und Unterlegene von vorn herein feststehen.

Einige Tage vor dem Kampf ergab sich die Gelegenheit mit Maja Milenkovic ein paar Sätze zu sprechen:

Hallo Maja. Seid wir uns das letzte mal unterhalten haben, ist etwas Zeit vergangen. Damals hattest du gerade deinen letzten Kampf in Paderborn gegen Leonie Giebel nach Punkten verloren. Danach kamen 3 Siege. Was hat sich seit dem geändert?

Maja Milenkovic: Seit meinem Kampf in Paderborn haben sich viele Dinge geändert. Zu dieser Zeit hatte ich kein Team und keinen Trainer. Ich habe ohne Vorbereitung gekämpft. Einige Monate später kontaktierte einen richtigen Trainer und er bot mir “Sondentraining” an. Falls er Potenzial und Sinn für eine weitere Zusammenarbeit sieht, wollten wir weitermachen. Wie man jetzt sieht: Ich bin ich immer noch bei ihm. Mein Trainer ist Dominik Junge aus Karlsruhe. Dominik Junge ist der beste Trainer, den ich jemals hatte und ich vertraue ihm zu 100 %. Mein Job ist es, ihm zuzuhören und mich anzupassen. Ich denke, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Er hat einen Plan von dem was er macht und wir versuchen, alle Schritte nach und nach umzusetzen. Meine Kondition und mein boxerischen Können haben sich verbessert. Ich mache Sparring mit den besten Boxerinnen und lerne ständig dazu. Wir arbeiten sehr professionell und gute Arbeit zahlt sich aus. Meine drei Siege in den letzten Kämpfen sind der Beweis dafür.

Wenn man dich jetzt sieht, fällt auf, dass du muskulöser geworden bist. Hast du neben dem Training auch deine Ernährung umgestellt?

Maja Milenkovic: Ja, mehr Muskeln und trotzdem weniger Gewicht. Es ist kaum zu glauben. Ich bin jetzt im Superbantamgewicht und fühle mich sehr wohl. Es ist nichts unmöglich, wenn man hart arbeitet und diszipliniert ist. Ich trainiere täglich und nehme nur gesundes Essen zu mir. Meine Mahlzeiten basieren hauptsächlich auf Fleisch, Gemüse und gesunden Kohlenhydraten. Ich koche selbst und verzichte auf Fastfood. Außerdem richte ich mich nach einem Ernährungsplan, den ich von Eva Vorarberger empfohlen bekommen habe. Wie man sieht, können sich die Ergebnisse blicken lassen.

Dein nächster Kampf findet am 26. Dezember in Kreuzlingen am Bodensee statt. Dabei geht es um den WBA-International-Titel. Deine Gegnerin kommt aus der Dominikanischen Republik und hat bisher alle 8 Kämpfe vorzeitig gewonnen. Was weisst du sonst noch über sie? Fühlst du dich fit genug für einen 10 Runden Titelkampf? Hast du dir eine Strategie zurecht gelegt für diesen Kampf oder wartest du ab, wie der Kampf läuft?

Maja Milenkovic: Über meine Gegnerin wissen wir nicht viel. Sie hat einen brillanten Rekord von 8 Kämpfen und 8 Siegen durch KO. Das bedeutet, dass sie eine starke Puncherin ist. Wir freuen uns auf diese boxerische Herausforderung und der Öffentlichkeit einen Top-Kampf zu zeigen. Wir haben hart dafür gearbeitet und harte Arbeit lohnt sich immer. Die Vorbereitung war sehr lang und ich fühle mich fit wie nie zuvor. Ich bin bereit für den Kampf. Es ist die größte Chance, die ich bisher bekommen habe, also werde ich mein Bestes geben. Wir haben natürlich eine Strategie und planen, wie der Kampf laufen soll. Aber darüber werde ich nicht reden. Ich will es am 26. Dezember im Ring zeigen.

Möchtest du der Öffentlichkeit vor diesem Kampf noch etwas sagen?

Maja Milenkovic: Ich bin meinem besten Trainer Dominik für diese harte Arbeit mit mir sehr dankbar. Er ist nicht nur ein Trainer, sondern der beste Freund und meine psychologische Unterstützung. Vielen Dank an meinen Manager Markus Schefer, der diesen Kampf organisiert hat und an mich glaubt. Und natürlich geht auch ein großer Dank an meine Mach1-Gym-Familie, die mir bei der ganzen Vorbereitung sehr geholfen hat: Ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen. Danke auch für dieses Interview.

Auch Majas Trainer Dominik Junge ist guter Dinge und zuversichtlich, dass ein Sieg machbar ist. Auf Maja angesprochen, gab Dominik Junge vor ein paar Tagen folgendes Statement ab:

Maja hat gerade das Abschlusstraining hinter sich gebracht und ist für den Kampf gut gewappnet. Sie hat sich in den letzten Monaten gut entwickelt. Maja kam zu mir als sehr limitierte Boxerin ohne vernüftige Grundausbildung. Inzwischen hat sie ihre Basics gut gelernt und sich in einigen Punkten stark verbessert. Natürlich kann man in der verhältnismäßig kurzen Zeit keine Boxerin auf Top-WM Niveau hervorzaubern, aber sie hat gute Ansätze und muss diese nun im Kampf umsetzen.

Körperlich sind meine Athleten in guter Form, denn für eine schlechte Fitness gibt es keine Entschuldigung. Deshalb startet sie jetzt auch im Super Bantamgewicht, also in einer tieferen Gewichtsklasse wie früher. Zur Gegnerin: Es stimmt, dass sie mit 8 vorzeitigen Siegen anreist und auch wenn ihre Gegnerinnen eventuell nicht die ersten Wahl waren, muss man im Frauenboxen es trotzdem erst einmal schaffen, 8 Kämpfe in Folge vorzeitig zu beenden. Wir haben Respekt vor ihr, aber wir haben auch einen klaren Gameplan und wollen uns den Gürtel holen. Selbstverständlich werde ich am 2. Weihnachtsfeiertag in ihrer Ecke sein. Der “International” ist ein wichtiger WBA Titel und es wird kein 08/15 Kampf.

Wir wünschen Maja Milenkovic, dass sie am 2. Weihnachtsfeiertag den Lohn für die fleissige Trainingsarbeit der letzten Monate einfahren kann. Der Wechsel zu einem erstklasigen Trainer und in eine andere Gewichtsklasse waren nur zwei der vielen richtigen Entscheidungen, die sie für sich getroffen hat. Das Wichtigste war wohl ihr starker Wille und ihr eigener Ehrgeiz, doch noch die „Kurve zu kriegen“ und sich nach 10 Niederlagen nicht aufzugeben. Hoffen wir mal, dass sich das auszahlen wird und Maja Milenkovic sich und ihrem Team ein tolles Weihnachtsgeschenk machen kann.

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3 Kommentare

  1. 23. Dezember 2018 at 19:14 —

    Na ja, vielleicht kriegt sie ja noch die Kurve und legt, für sich, noch eine erfolgreiche Karriere hin!?

    Es sollte vielleicht noch erwähnt werden das Milenkovic in der Vergangenheit bestimmte Kämpfe deswegen angenommen hat um ihre, zumindest damals, kranke Mutter finanziell zu unterstützen.

  2. 29. Dezember 2018 at 20:59 —

    Derzeit die Einzigste aus Karlsruhe, die auswärts gegen eine 8 zu Null Gegnerin gewonnen hat und einen WBA Titel gewonnen hat. Die restlichen Boxerinnen aus KA haben ja nur Fallobst geboxt und wenn mal eine halbwegs gute Gegnerin kam verloren (s. Kaiserin). Weiter so, das Training scheint Früchte zu tragen.

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