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Mairis Briedis bekommt Sieg geschenkt

Mit einem Punkturteil von 114:112, 115:111 und 116:110 für Mairis Briedis wurde in Chicago ein Urteil gefällt, das bemerkenswert ist. Alle 3 Punktrichter hatten den Letten gegen Noel Mikaeljan (Gevor) vorne, einer davon sogar sehr deutlich. Es macht einen als Zuschauer schon etwas sprachlos, wenn man sowas sieht. Der offensichtliche Beschiss, den man hier und da überall mal sieht, ist also auch im WBSS Turnier eingezogen.

Überhaupt muss man, bevor es um den Kampf selber geht, erst einmal fragen wie der Weltverband WBC dazu kommt für diesen Vorrunden-Kampf erstmals den Diamondbelt im Cruisergewicht auszuloben. Ein Diamondbelt sollte eigentlich etwas Besonderes sein. In der Wertigkeit über dem regulärem WM-Gürtel stehend. Geht man von einem fairen Kampf und fairer Beurteilung aus, sollten schon beide Boxer es verdient haben, diesen Gürtel zu bekommen. Briedis hat zumindest eine WBC-Vorgeschichte. Er trug den Silverbelt und war dann auch Weltmeister, bis er den Gürtel gegen Usyk verlor. Welche WBC-Vorgeschichte hat Noel Gevor? Keine! Gevor hat bisher nur WBO-Kämpfe bestritten, wenn es um Titel ging. Also war es doch wohl von vorn herein klar, wer diesen Kampf gewinnen soll. Wären die Punktrichter ehrlich gewesen, hätten wir jetzt einen WBC-Diamond-Champ, der noch nie zuvor einen WBC-Kampf bestritten hat. Das ist schon irgendwie doof, oder?

Zum Kampf: Es wurde von vorn herein deutlich, dass Briedis seinen Gegner erheblich unterschätzt hatte. Er gewann zwar die ersten beiden Runden knapp, aber danach wurde deutlich, dass er meilenweit schlechter auf diesen Kampf vorbereitet war, als man es bei einer solchen Turnierteilnahme erwarten würde. Der Kampf wurde zusehends unsauber. Das lag sowohl an beiden Boxern, als auch am Ringrichter, der nicht im Stande war, die Kontrahenten in den Griff zu bekommen. Hinterkopfschläge, Kopfstöße, Schwitzkasten à la Klitschko usw. gab es in jeder Runde. In Runde 4 erteilte der Ref deswegen einen Punktabzug für Gevor. Das glich sich dann in der 10. aus, weil auch Briedis ein Punkt wegen unfairer Aktionen abgezogen bekam.

Im Mittelteil des Kampfes gingen mehr Runden knapp an Gevor, als es Briedis lieb sein konnte. Der Hamburger landete einige seiner Schwinger und Briedis fand einfach keine sauberen Mittel dagegen. Ab der 9 Runde wirkte das Ganze nur noch wie ein einziges Gewürge, weil beide ihr Pulver verschossen hatten. Wenn Beide mal wieder ineinander verkeilt waren, sah man deutlich das Gevor auf Zeit spielen musste. Dennoch konnte er sich das eigentlich leisten, weil er zumindest nach „Adam Riese“ vorne sein müsste. Briedis wusste, dass er hinten ist und machte halbherzige Versuche, noch eine vorzeitige Entscheidung zu suchen. Selbst wenn man die letzten beiden Runden noch an Briedis geben will: Gevor hätte immernoch knapp vorne sein müssen.

Wie bereits oben erwähnt: Die Punktrichter entschieden sich für einen Briedis-Punktsieg. Man hatte den Letten als Favoriten für den Turniersieg gesetzt. Er hat sich Gevor als Gegner selber ausgesucht. Es winkte der WBC-Diamondbelt. Da lag es doch schon beinahe auf der Hand, wer diesen Kampf gewinnen soll, solange er stehend über die 12 Runden kommt. Fair geht anders. Man hatte schon beinahe die Lust verloren, sich den letzten Kampf dieser Veranstaltung überhaupt noch anzusehen.

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Im zweiten Vorrundenkampf ging es zwischen dem Polen Glowacki und dem Russen Vlasov um den WBO-Interim-Titel und auch etwas mehr zur Sache. Zumindest war der Kampf flüssiger und nicht so ein zähes Gewürge wie zwischen Briedis und Gevor. Aber auch hier kann man über das Urteil (115:112, 117:110, 118:110 für den Polen) streiten. Wieder gab es ein Urteil, dass der vermeintliche Favorit unverdient hoch zugesprochen bekam. Man muss sich schon fragen, weshalb es diese Viertelfinalrunde überhaupt gibt, wenn ein Boxer schon von vorn herein als Sieger beinahe festzustehen scheint. In dem Clip ist erst der Schluss des anderen Kampfes zu sehen:

Artur Mann erreichte über 10 Runden einen verdienten Punktsieg (96:91, und 2x 98:89) über den man nicht „meckern“ muss:

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1 Kommentar

  1. 12. November 2018 at 01:49 —

    Der Kampf Briedis vs Mikaeljan war einfach nur furchtbar an zuschauen, das die 3 Punktrichter dann auch noch für Briedis gewertet haben obwohl von dem gar nichts kam ist wohl ein Skandal, der Punktrichter der Briedis dann auch noch eine 116:110-Wertung gegeben hat, hat wohl die Boxer verwechselt!?

    Diese Fehlentscheidung kann ich mir nur so erklären das der Favorit wohl nicht verlieren durfte….!?

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