Mahmoud Charr vs Christopher Lovejoy – 15. Mai Köln

Man sollte es kaum für möglich halten, aber das lange Warten der zahlreichen Charr-Fans hat am 15. Mai ein Ende. Mahmoud Charr (31(17)-4(3)-0) steigt tatsächlich wieder in den Ring und kämpft in Köln gegen den US-Amerikaner Christopher Lovejoy, der mit einem blitzsauberen Kampfrekord von 19(19)-0-0 anreisen wird. Teile der Undercard sich auch schon bekannt gegeben worden.

Das liest sich erst einmal ganz gut, aber wenn man sich die Gegnerschaft anschaut, die Promoter Erol Celan da in den Ring schicken wird, kommen einem doch irgendwie leichte Zweifel, ob das Ganze erst gemeint ist oder nicht. Diese Card ist wohl eher nicht dafür gedacht, echten Boxfans einen anspruchsvollen Kampfabend zu servieren. Offenbar passt man sich den Gegebenheiten an und versucht aus der momentanen Situation noch das Beste zu machen, damit wenigstens die Preisklasse der „Charr-Fans“ glücklich gemacht werden kann.

Doch erst einmal zum Hauptkampf zwischen Charr und Lovejoy. Wie bereits erwähnt, hat der gute Mann aus Las Vegas einen tadellosen Kampfrekord. Keine Niederlage in 19 Kämpfen und jedes Mal vorzeitig gewonnen. Doch schaut man sich seine bisherige Gegnerschaft an, wird schnell deutlich weshalb es bisher nur zu Rang 310 bei Boxrec gereicht hat. Alle Gegner waren entweder Debütanten oder Journeyman, die zum verlieren eingekauft waren und Mr. Lovejoy diesen phänomenalen Kampfrekord beschert haben. Ein Kampfrekord wie der des 38-jährigen US-Boxers kann noch gepimpter gar nicht sein. Man sollte lieber nicht weiter darüber nachdenken. Wünschen wir Charr einfach einen guten Kampf und einen Sieg für seine Fans.

Schaut man sich das Plakat zu dieser Veranstaltung an, kann man ganz oben noch mit dünner Schrift „The WBA World Champ is back“ lesen. Eigentlich hatte der „Champ“ die Gelegenheit, binnen 3 Monaten seit Ende Januar um seinen Titel zu kämpfen und den zurück zu erobern. Doch davon ist keine Rede mehr. Stattdessen kämpft Charr gegen einen völlig unbedeutenden Gegner, nur um überhaupt mal wieder einen Kampf auf die Uhr zu bekommen. Was aus seinem Titel wird, scheint schon keine Rolle mehr zu spielen.

In der heute von ECB veröffentlichten Presseerklärung heißt es: „Zuletzt boxte der 1,92 m große Hüne (35 Kämpfe, 31 Siege, 17 Knockouts) im November 2017, als er in der König Pilsener Arena in Oberhausen den Russen Alexander Ustinov in die Schranken wies und sich damit zum Weltmeister im Schwergewicht nach Version der WBA krönen konnte. Daran gilt es am 15. Mai anzuknüpfen, um sich für einen möglichen Showdown gegen einen der anderen Weltmeister der Gewichtsklasse in Stellung zu bringen.“ Wenn man diese Worte richtig interpretiert, ist Charrs WBA- Gürtel also endgültig abgeschrieben und er will gegen einen anderen Weltmeister kämpfen. Wie die Chancen dafür stehen, wissen wir.

Es soll noch zwei weitere Schwergewichtskämpfe in Köln geben. Christian Hammer bekommt nach seiner Punktniederlage gegen den Franzosen Yoka einen leichten Gegner, den polnischen Journeyman Patryk Kowoll (7(5)-24(16)-0) serviert. Eigentlich war für ihn der Kongolese Knife Didier (6(5)-6(3)-0) vorgesehen. Der 41-jährige hat zuletzt in Hamburg gegen Michael Wallisch vorzeitig verloren. Aus bisher nicht bekannten Gründen hat man nun für Hammer den Polen ausgewählt.

Den dritten Schwergewichtskampf bestreitet der 28-jährige Ukrainer Viktor Vykhryst 6(4)-0-0) gegen den 48-jährigen Jacek Krzysztof Piatek, bei dem bisher 11 Siege (9 mal durch KO) und noch keine Niederlage zu Buche stehen. Was man von dem Polen zu sehen bekommen wird, bleibt abzuwarten. Vielleicht wird dieser Kampf sogar der beste der Veranstaltung.

16 Gedanken zu “Mahmoud Charr vs Christopher Lovejoy – 15. Mai Köln

  1. Wenn da nur nicht Dong King in letzter Minute dazwischenfunkt…hahaha.

    So ein Müll vom Niveau her. Aber ich bin ehrlich: Bin gespannt, wie sich Charr gegen einen so schlecht gerankten Gegner verkauft. Und nach wem er danach grossmaulig brüllen wird.

    1. Zumal seine bevorzugten Dopingmittel, Trenbolon und Masteron ja auch nicht dafür bekannt sind, dem Körper einen so aufgeblähten Look zu verleihen, im Gegenteil, deshalb sind sie ja so beliebt in der BB-Szene 😀

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