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Mahmoud Charr und Boxpromoter Erol Ceylan beschließen Zusammenarbeit

Boxpromoter Erol Ceylan hat den Schwergewichtler und amtierenden WBA-Weltmeister Mahmoud Charr unter Vertrag genommen und eine Vereinbarung mit der Diamond Boy Promotion geschlossen. Beide Seiten unterzeichneten in Hamburg einen langfristigen Kontrakt. Charr hält seit November 2017 den WM-Titel und konnte 31 seiner bisher 35 Kämpfe als Profi siegreich bestreiten.

Zwei, die sich kennen und wieder zueinander gefunden haben: Boxpromoter Erol Ceylan aus Hamburg und WBA-Weltmeister Mahmoud Charr aus Köln. Beide haben in Hamburg jetzt einen langfristigen Vertrag unterzeichnet, mit dem Ziel, dass Charr möglichst bald seinen WM-Gürtel verteidigen wird. Vielerlei unglückliche Umstände verhinderten bisher, dass Charr seinen Traum in Form von Titelverteidigungen weiterleben konnte. Doch damit soll nun Schluss sein.

„Ich bin mir sicher, dass Erol mit seinen engen Verbindungen in die USA genau der richtige Partner an meiner Seite ist”, so Charr. „Ich würde gerne gegen Andy Ruiz boxen und danach Tyson Fury ins Visier nehmen.”

Bereits 2011 stieg der Sohn einer libanesischen Mutter und eines syrischen Vaters für die EC Boxpromotion in den Ring. Charr wechselte, der enge Kontakt zwischen Ceylan und ihm blieb.

„Mahmoud war und ist immer ein Teil der ECB-Familie. Wir strukturieren gerade unseren Stall neu, richten uns strategisch aus. Nach der Verpflichtung von Victor Faust haben wir mit Mahmoud nun einen amtierenden Weltmeister im Schwergewicht. Wir sind sehr gut aufgestellt und ich bin überzeugt, dass er schon bald große Kämpfe machen wird”, so Ceylan. Der Hamburger Promoter hat die Arbeit bereits aufgenommen und bastelt an der Zukunft von Charr. Mit Charr und Weltergewicht Sebastian Formella ist Ceylan nun der einzige Promoter in Deutschland, der zwei Weltmeister unter Vertrag hat. Formella ist Titelträger nach Version der IBO.

Im Leben von Mahmoud Charr, der auch als Manuel Charr bekannt wurde, lief nicht immer alles geradlinig. In der libanesischen Hauptstadt Beirut geboren, flohen er und seine Familie nach Deutschland, als er noch ein Kind war. Schon früh musste Charr sich also widrigen Gegebenheiten anpassen. Zum Boxsport kam er erst über Umstände, nachdem er zuvor Erfolge als Kickboxer und Muay Thai-Kämpfer erzielte. Nach kurzer Amateurlaufbahn ging es für ihn mit Anfang 20 direkt zu den Profis, wo er u.a. mit Trainer-Legende Ulli Wegner zusammenarbeitete. Seine fehlende Erfahrung musste er durch Einsatzwillen kompensieren und sich jede Gelegenheit erkämpfen. Nach mehreren Aufenthalten bei verschiedenen Promotern, managte er ab 2011 seine Karriere selbst und erfüllte sich ein Jahr später einen Lebenstraum, als er in dessen letztem Kampf auf WBC-Weltmeister Vitali Klitschko traf. Beim Duell in der Moskauer Olimpiyskiy-Halle konnte den mutig boxenden Charr am Ende lediglich eine Cut-Verletzung stoppen. Eine Entscheidung, die noch heute für Diskussionen sorgt.

Was für viele der Höhepunkt gewesen wäre, war für ihn erst der Start in eine verheißungsvolle Karriere. In den folgenden Jahren stieg der 1,92 m große Hüne gegen diverse bekannte Gesichter der Boxwelt in den Ring – oftmals auch als Auswärtsboxer. Vor allem in Russland erarbeitete er sich den Ruf des stets einsatzwilligen Kämpfers, der keiner Herausforderung aus dem Weg geht. Mit Alexander Povetkin, Alex Leapai, Johann Duhaupas, Michael Grant, Kevin Johnson oder Mairis Briedis standen ihm dabei diverse amtierende oder ehemalige Weltmeister bzw. WM-Herausforderer im Seilgeviert gegenüber. 2017, über ein Jahrzehnt nach Karrierebeginn, bekam er schließlich eine erneute Chance auf WM-Gold. In der König Pilsener Arena von Oberhausen schickte er den Russen Alexander Ustinov erst auf die Bretter und gewann dann nach Punkten, sodass er sich am Ende tatsächlich den Weltmeisterschaftsgürtel der WBA umschnallen durfte. Mit Erol Ceylan an seiner Seite will Charr seine Geschichte nun weitererzählen.

Foto und Quelle: ECB

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6 Kommentare

  1. 23. Juni 2020 at 12:01 —

    Erst Andy Ruiz und dann Fury? Ein gesundes Selbstvertrauen ist wichtig aber das grenzt ja schon an Größenwahn 🙂 Ich habe wenn ich den Namen Charr lese immer den hammerknockout von Pove vs. Charr im Kopf…so und noch schlimmer wird es gegen die Weltspitze aussehen.

    • 23. Juni 2020 at 12:30 —

      Der gegen Briedis gefiel mir persönlich besser 😀

      • 24. Juni 2020 at 15:13 —

        Ja auch ein schöner KO 🙂 bei Pove guckt Charr aber noch dämlicher als die Lichter ausgehen 🙂

    • 25. Juni 2020 at 16:25 —

      Einer der schönsten HW Knockouts der vergangenen Jahre..
      Für Charr wäre es dann auch schon vs Ruiz vorbei, egal in welcher Verfassung der antritt.. David Price oder Erkan Teper wären Gegner auf Augenhöhe..

  2. 23. Juni 2020 at 14:00 —

    Dass sich Charr “Weltmeister” nennt, ist der Beweis dafür, dass die WBA den Boxsport zur absoluten Lachnummer mit ihren inflationären Papiertiteln gemacht hat.
    Kein Wunder, dass dieser Typ so lange inaktiv ist, denn so eine dreiste Augenwischerei interessiert niemanden. Die Leute lassen sich halt nur bis zu einem gewissen Grad verarschen.

  3. 23. Juni 2020 at 15:13 —

    Erol Ceylan wird Charr wieder boxen lassen. Dann hat er bald einen Weltmeister weniger.

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