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Mahmoud Charr jetzt wieder bei ECB unter Vertrag

Wie am heutigen Montag zu hören ist, gibt es endlich wieder etwas Bewegung betreffs der Personalie Mahmoud Charr (31(17)-4(3)-0) zu vermelden. Der 35-jährige und der Hamburger Boxstall ECB von Erol Ceylan haben erneut einen Vertrag geschlossen. Nach jahrelangem Karriere-Stillstand soll Charr endlich wieder in den Ring steigen und seinen immer noch vorhandenen WBA-Gürtel verteidigen.

Mahmoud (damals noch „Manuel“) Charr erkämpfte diesen Gürtel unter recht mysteriösen Umständen gegen den Russen Ustinov, den er im November 2017 in Oberhausen nach Punkten schlagen konnte. Zuvor gab es reichlich Irritationen, weil eigentlich der Amerikaner Fres Oquendo Anspruch auf einen Kampf um diesen Gürtel hatte.

Es war lange Zeit unklar, ob die Begegnung zwischen Charr und Ustinov überhaupt ein WM-Kampf um den regulären Schwergewichtsgürtel sein durfte. Auch die WBA hielt sich zurück, diesen doch eher zweitklassigen Fight als WM anzukündigen. Eine offizielle Bestätigung des Titelkampfes gab es erst durch eine Pressemitteilung die raus ging, nachdem die Veranstaltung in Oberhausen bereits 10 Minuten am Laufen war. Charr siegte damals nach Punkten (115:111,115:112 und 116:111) und konnte sich seiner Meinung nach damit endlich als „erster deutscher Schwergewichts-Weltmeister nach Max Schmeling“ feiern lassen, auch wenn es nur der „reguläre“ Titel war und er gar keinen deutschen Pass hatte.

Das Einzige, aber sehr wohl bewundernswerte daran war die Tatsache, dass er diese 12 Runden nach einer beidseitigen Hüftgelenk-OP durchgestanden hatte. Seit diesem Tag hält Charr den WBA-Gürtel, ohne ihn noch einmal verteidigt zu haben. Immer wieder geplante Titelverteidigungen platzten aus verschiedenen Gründen. Einmal lag es an Oquendos Manager Don King, dann gab es einen Dopingverdacht gegen Charr, der wegen eines Verfahrensfehlers im Sande verlief. Das soll sich nun bald ändern.

Charr und Ceylan haben jetzt einen längerfristigen Vertrag unterschrieben, von dem sich Charr viel verspricht. Er lehnt sich schon mal gleich weit aus dem Fenster und spricht laut dem Kölner „Express“ von Kämpfen in den USA gegen Andy Ruiz jr oder Tyson Fury. Charr war bereits im Jahr 2011 bei Erol Ceylan unter Vertrag, nachdem seine Zusammenarbeit mit der Kölner „Sturm-Promoton“ vorbei war. Er absolvierte lockere Kämpfe gegen Serdar Uysal und Marcelo Nascimento. Danach gründete er die „Diamond-Boy Promotion” und es gab noch eine Zusammenarbeit mit ECB im Kampf gegen Taras Bidenko, bevor es dann ohne die Hamburger Promotion in Moskau gegen Vitali Klitschko zu seinem lang ersehnten WM-Kampf kam. Jetzt heißt es also „auf eine Neues“ für beide Vertragspartner.

Erol Ceylan sagt dazu: „Wir strukturieren gerade unseren Stall neu, richten uns strategisch aus. Nach der Verpflichtung von Victor Faust haben wir mit Mahmoud nun einen amtierenden Weltmeister im Schwergewicht. Wir sind sehr gut aufgestellt und ich bin überzeugt, dass er schon bald große Kämpfe machen wird.” Wann und wo das genau sein wird, ist natürlich noch ungewiss.

Mahmoud Charr ist guter Dinge. Er sagt: „Ich bin mir sicher, dass Erol mit seinen engen Verbindungen in die USA genau der richtige Partner an meiner Seite ist.“

Voraussetzung für große Kämpfe ist selbstverständlich, dass es erst einmal zu weiteren Lockerungen bei den Boxveranstaltungen kommt. Kämpfe mit Live-Publikum sind ja im Moment noch untersagt. Vielleicht sehen wir Charr deshalb demnächst erst einmal bei einer kleineren EBC-Veranstaltung, wie Ceylan sie schon öfter durchgezogen hat, um seine Boxer in Bewegung zu halten. Für Charr wäre es nach so langer Zeit der Ringabstinenz bestimmt kein Fehler, erst einmal einen lockeren Kampf über 6 oder 8 Runden gegen einen machbaren Gegner zu absolvieren. Das kann er natürlich nur dann machen, wenn die WBA ihre Zustimmung gibt. Ansonsten riskiert er seinen Gürtel doch noch am grünen Tisch zu verlieren. Genau so erging es Susi Kentikian, die 2016 ohne ausdrückliche Genehmigung der WBA einen Kampf absolvierte und danach stehenden Fußes den Super World Titel von der WBA aberkannt bekam.

Zur Erinnerung hier noch einmal der Kampf zwischen Charr und Klitschko:

… und Charrs bisher letzter Kampf gegen Ustinov:

 

 

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3 Kommentare

  1. 22. Juni 2020 at 23:43 —

    Na ja, wenn Charr jetzt wieder bei EZB unter Vertrag ist wird er wohl wieder mal in naher Zukunft kämpfen!?
    Allerdings wird er den “WM”-Titel nicht mehr all zu lange tragen werden…..wenn er überhaupt noch Mal Geld damit verdienen wird!?

  2. 23. Juni 2020 at 12:05 —

    @ Fuchs ich kommentiere das mal hier in deinem Artikel, da es beim Artikel über Charr von ” Der Redaktion” gleich gelöscht werden würde. Hoffe das ist ok, passt ja zumindest zum Thema.

    Zitat Artikel ” Redaktion ” :
    Nach mehreren Aufenthalten bei verschiedenen Promotern, managte er ab 2011 seine Karriere selbst und erfüllte sich ein Jahr später einen Lebenstraum, als er in dessen letztem Kampf auf WBC-Weltmeister Vitali Klitschko traf. Beim Duell in der Moskauer Olimpiyskiy-Halle konnte den mutig boxenden Charr am Ende lediglich eine Cut-Verletzung stoppen. Eine Entscheidung, die noch heute für Diskussionen sorgt.

    Hab mir den K(r)ampf nochmal angeschaut und frage mich bei wem die Entscheidung bis heute noch diskutiert wird. Charr hat mit viel Phantasie drei Jabs an den Mann gebracht und was ist daran mutig geboxt 4 Runden in der Doppeldeckung da zu stehen und ohne zu schlagen sich vermöbeln zu lassen ???. Dann noch der Niederschlag in Runde 2 und der Cut kam auch durch Schlagwirkung und nicht durch einen Ellbogen oder Kopfstoß. Also was hat er denn gedacht??? Das er den Kampf hintenraus noch gewinnt??? Oder gar durch KO und das mit kaum bis gar nicht vorhandener Schlagkraft gegen einen Gegner der von einem übelsten Aufwärtshaken von keinem geringeren als Lennox Lewis unbeeindruckt stehen bleibt. Entschuldigung, aber was bitte gibt es an dem Urteil zu diskutieren. Nur weil Charr wie ein wilder durch den Ring hüpft??? als wenn er nicht froh war das der Kampf abgebrochen wurde. In den nächsten Runden wäre schwer gefällt wurden.

  3. 23. Juni 2020 at 16:38 —

    Hat er denn jetzt einen deutschen pass

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