Top News

Mach’s noch einmal, James Toney!

Mach’s noch einmal, James Toney!

Könnte es jemanden interessieren? Und lässt sich damit Geld verdienen? Das sind vermutlich die beiden einzigen Fragen, deren Beantwortung mit „Ja“ darüber entscheidet, ob ein Boxer, dessen beste Zeiten schon länger zurückliegen, noch einmal im Ring zu sehen ist. „Showkampf“ oder „Exhibition“ heißt das Zauberwort, das nicht so jung ist, wie man denken könnte.

Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren „Exhibitions“ in den Vereinigten Staaten populär. Oft mussten offizielle Fights als Showkämpfe beworben werden, weil staatliche Gesetze das professionelle Boxen verboten. Und so standen auch schon Jack Dempsey oder Jack Johnson als „Showkämpfer“ im Ring. Auch ‚Big George‘ Foreman machte solche Fights.

Ungefähr sechs Monate nachdem Ali ihn geschlagen hatte, nahm George Foreman an fünf Showkämpfen teil. Und zwar an einem Nachmittag. Gegner am 26. April 1975 waren Jerry Judge, Boone Kirkman , Charley Polite, Terry Daniels und Alonzo Johnson.

Mittlerweile ist die Bedeutung des Begriffes „Exhibition“ jedoch eine andere. Vielleicht trifft es „inoffizieller Kampf ohne Wertung“ am besten. Das muss grundsätzlich nicht unbedingt etwas schlechtes sein, hat jedoch dazu geführt, dass es nun oft Boxrentner sind, die sich dazu berufen fühlen, im Ring ihr noch einmal ihr „Bestes“ zu zeigen und die Rente aufzubessern.

Aktuell plant der 53-jährige James Toney seine Rückkehr in den Ring. Am 29. Oktober will ‚Lights Out‘ wieder im Seilgeviert stehen. Der Showkampf gegen Jeremy ‚Half-Man, Half-Amazing‘ Williams ist der Headliner einer Veranstaltung namens „Battle of the KO Kings“, bei der noch  sechs weitere Fights zu sehen sein sollen. Das Ganze wird präsentiert von „Blue Moon Boxing“ und findet in Aguascalientes, Mexiko, statt. Angeblich ist der Stream für die Show unter bluemoonentertainment.com – nachdem man sich registriert hat – kostenlos.

Obwohl die Begegnung mit Williams als Showkampf angekündigt ist, hat Toney erklärt, er werde nicht nach Mexiko reisen, um zu spielen: „Es gibt keinen Showkampf! Ich bin ein Kämpfer. Ich bin da, um das Licht auszuknipsen. Evander (Holyfield) dachte, er würde einen Schaukampf zum Spaß machen und er wurde bloßgestellt. Ich spiele nicht. Ich werde ihm den Arsch aufreißen!“ Und auch der 49-jährige Williams, der zweimal die WBC Continental Americas Heavyweight Championship gewann, gibt sich siegesgewiss: „Ich schlage viel härter als er! Es ist eine Frage der Zeit, bis ich ihn erwische und endgültig fertig mache.“

Man darf gespannt sein, was am Ende herauskommt: ein sehenswertes Aufeinandertreffen oder ein Debakelfight, in dem zwei ältere Herren nach Atem ringend kraftlose Heumacher werfen.

Voriger Artikel

Boxpodcast 318 – Robin Krasniqi erhält 1 Million Euro für Klage gegen Fehlurteil!

Nächster Artikel

Boxsport Short News 19.10.2021

Keine Kommentare

Antwort schreiben