Maccarinelli gewinnt Chaos-Kampf gegen McPhilbin: Neuer Britischer Cruisergewichts-Champion

Der walisische Ex-Weltmeister Enzo Maccarinelli (35-5, 27 K.o.’s) hat auf umstrittene Weise den Britischen Cruisergewichts-Titel gewonnen. Im Kampf gegen den Briten Shane McPhilbin (8-3, 5 K.o.’s) ging Maccarinelli in der ersten Runde schwer zu Boden, wurde aber vom Gong, der 47 Sekunden zu früh läutete, gerettet.

Maccarinelli wirkte von Beginn an recht wackelig auf den Beinen und wurde nach einer Innenhand, die von außen gar nicht besonders hart aussah, zum ersten Mal angezählt. Der 32-jährige war schwer angeschlagen, wollte aber gleich wieder aufstehen. Dann entschloss sich Maccarinelli doch noch dazu, niederzuknien und den vollen Count abzuwarten.

McPhilbin hätte an dieser Stelle wohl für die Entscheidung sorgen können, der Zeitnehmer beendete aber zu diesem Zeitpunkt die Runde, obwohl noch über 40 Sekunden zu boxen waren. In der zweiten Runde war Maccarinelli immer noch angeschlagen, rettete sich aber mit Klammern über die Zeit. In der dritten Runde machte Maccarinelli nach einem rechten Haken erneut Bekanntschaft mit dem Ringboden.

Die schwachen Nehmerfähigkeiten und die schlechte Defensive, die stets Maccarinellis Schachstelle gewesen waren, schienen dem ehemaligen WBO-Champion erneut zum Verhängnis zu werden, Maccarinelli bewies aber wie sooft ein großes Kämpferherz und fightete sich ab der vierten Runde wieder in den Kampf.

McPhilbin wirkte ab der fünften Runde zunehmend ausgepowert und war mit seinen eingesprungenen Angriffen viel zu vorhersehbar, um Maccarinelli noch einmal richtig gefährlich zu werden. Maccarinelli erfing sich zunehmend und konnte durch die klareren Treffer Runde für Runde aufholen.

In der siebten Runde ging McPhilbin nach einer 1-2-Kombination ebenfalls zu Boden, der 26-Jährige protestierte aber, da er von Maccarinelli niedergedrückt wurde. Auch in den Schlussrunden ließ Maccarinelli nichts mehr anbrennen und boxte einen am Ende doch noch relativ klaren Punktsieg (115-111, 116-111, 115-110) nach Hause. Auf Grund der skandalösen Ereignisse der ersten Runde hat Maccarinellis Erfolg aber einen ziemlich schalen Beigeschmack. Die Britische Boxkommission wird mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit ein Rematch anordnen.

„Er hat mich einfach kalt erwischt“, sagte Maccarinelli im Interview mit Boxnation. „Ich habe mich aber wieder erholt. Es war eine gute Taktik von Shane. Ich konnte meine Schläge nicht landen. Er hat mir einen Kampf gewährt, jetzt bin ich dran.“

„Ich dachte ich, ich habe ihn. So ist aber Boxen“, sagte McPhilbin. „Ihn zwei Mal am Boden zu haben, war toll. Natürlich würde ich gerne ein Rematch haben. Gegen Enzo zu kämpfen, war eine große Ehre. Wenn man da drinnen ist, merkt man nicht, wieviel Zeit noch in der Runde ist.“

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17 Gedanken zu “Maccarinelli gewinnt Chaos-Kampf gegen McPhilbin: Neuer Britischer Cruisergewichts-Champion

  1. Man o man.Das ist doch total unfair.Ich hatte gegen Enzo getippt und nun so eine Verdammte Verlauf des
    Kampfes.Die Boxmafia sind ja schlimmer als unsere gewählten Volksvertreter.Hoffe die Mayas haben recht und die Welt geht 2012 unter.Soviel Dreistigkeit hält kein Sch..Wein aus.Echt zum Kot..Zen.Verdammte Verbrecher
    Zec..ken.

  2. klar wäre ein rematch in verbindung mit einem NC oder wie das technisch dann heißt das sinnvollste. aber bei so einer britischen rummelbox-veranstaltung (von der atmosphäre her, nicht von den kämpfern, zumindest nicht maccarinelli) ist so ein besoffener timekeeper, der den gong aus versehen 40 sekunden zu früh schlägt, eben im eintrittspreis inbegriffen. das macht aber ein bisschen der authentizität aus, dass nicht alles perfekt durchgestylt und durchorganisiert ist wie an einem samstagabend in deutschland.

    das war natürlich jetzt übertrieben ausgedrückt – eine solch unfaire wertung geht auf keinen fall und das haben die offiziellen nach dem kampf auch ganz klar gesagt. die frage ist für mich, ob maccarinelli einen solchen rückkampf überhaupt will, bzw., ob er sinnvoll für ihn und seine gesundheit ist.

    oh, noch was: bin wahrhaft kein fanatischer huck-fan, aber gegen mcphilbin ist der geradezu ein filigraner boxästhet. also was mcphilbin gehalten, geschoben,etc. hat, wiegt die 40 sekunden, die ihm gestohlen worden sind, fast wieder auf. und in punkto „kneipenboxer“ dürfte huck hier definitiv auch seinen meister gefunden haben. die wolverhamptoner pubs dürften in den nächsten tagen auf jeden fall eine deutlich umsatzsteigerung verbuchen 😉

  3. @ UpperCut

    Das will ich auch nicht abstreiten,aber dein erster Kommentar liest sich so als wäre Sauerland der Vorreiter gewesen was Ber.r.ü.g.e.r.e.i.e.n. anbelangt und das ist mit Sicherheit nicht der Fall!!

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