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Luis Nery vs Shinsuke Yamanaka 2.0 – Ein Debakel für beide Boxer

Nachdem der Mexikaner Luis Nery dem Japaner Shinsuke Yamanaka im August 2017 den WBC-Gürtel abgenommen hatte, wurde seine Dopingprobe positiv getestet. Er beschwor seine Unschuld und sagte gegenüber dem Weltverband WBC, dass er womöglich unwissentlich eine verbotene Substanz über den Verzehr von Rindfleisch aufgenommen hätte. Der Verband glaubte ihm und Nery konnte seinen WBC-Titel im Bantamgewicht behalten. Er wurde dazu verpflichtet, noch einmal gegen Yamanaka zu kämpfen.

Das war eine mehr als salomonische Lösung. In anderen Fällen war weniger Rücksicht angesagt. Es kam Nery vielleicht zu Gute, dass er zuvor noch nie wegen Dopingvergehen aufgefallen war. So wie er im ersten Kampf zum Titel kam, sollte es ihm nicht schwer fallen, seinen Erfolg zu wiederholen. So sollte es dann auch kommen. Allerdings passierte etwas Unerklärliches: Nery schaffte es nicht, das Bantam-Limit zu erreichen. Auch beim Nachwiegen hatte er noch 3 Pfund zu viel. Sowas ist einfach unprofessionell oder war es gar Absicht? Selbst wenn Nery gewinnt, ist der Gürtel weg. Ein Debakel für den Mexikaner.

Der Kampf entwickelte sich genau so wie der erste. Allerdings als Kurzversion. Yamanaka kämpfte genau so offen und deckungslos wie beim ersten mal. Er fing sich vollkommen unnötige Treffer ein und war schon in der ersten Runde am Boden. Scheinbar hatte er aus dem ersten Kampf absolut Nichts gelernt. Seine schwülstige Aussage, er wolle „seinen“ Gürtel unbedingt zurück und er wollen für sich, seine Familie und sein Land kämpfen, war einfach nur lächerlich. Seinen großen Worten folgten keine Taten. In Runde 2 setzte sich dieses Spiel fort. Der Japaner wurde nach Belieben getroffen und musste mehrmals zu Boden. Das war das Aus für ihn. Will man es ganz kritisch sehen, könnte man sagen er hat sich einfach abschießen lassen. Es gab also einen TKO 2-Sieg für Nery.

Man muss sich dabei fragen, ob Yamanaka überhaupt die Motovation hatte, den Kampf gewinnen zu wollen. Die nächste Frage ist, wie und gegen wen er in den letzten Jahren den Gürtel verteidigt hat. Immerhin trug er den WBC-Bantam-Titel von 2011 bis 2017. Es sah schon im ersten Kampf so aus, als würde der Japaner wie ein Anfänger und nicht wie ein altgedienter Weltmeister kämpfen. Im Rematch war es noch schlimmer. Man könnte fast glauben, der Japaner hat mit seinem ganzem Vermögen auf seine Niederlage gesetzt. Anders kann man sich kaum vorstellen, weshalb sich Yamanaka so dumm angestellt hat. Auch das war ein Debakel.

Damit ist der Gürtel wieder vakant. Nery hätte ihn zwar verdient gewonnen, aber sein Kampfgewicht stimmte nicht. Er wird entweder beim nächsten mal besser vorbereitet sein oder eine Gewichtsklasse aufsteigen. Bleibt er im Bantam ist er wohl der Erste, der um den vakanten Gürtel kämpfen darf. Der nächste hoch plazierte Kandidat ist der 25-jährige Emmanuel Rodriguez (17(12)-0-0) aus Puerto Rico. Steigt Nery ins Superbantam auf, warten da gleich 3 hoch platzierte Landsleute auf ihn: WBC-Champ Rey Vargas, WBC Silver-Champ Julio Ceja und NABF-Champ Diego de la Hoya.

 

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1 Kommentar

  1. 3. März 2018 at 18:58 —

    An dem glänzenden Sieg über Yamanaka hat Nery im Moment wenig Freude.

    Weil er das Gewicht nicht gebracht hat,ist sein Titel vakant.

    Darüber hinaus hat ihn der Verband WBC jetzt bis auf weiteres suspendiert, weil man seine 5 Pfund Übergewicht für absolut inakzeptabel hält. Er bekommt einen Termin, wo er das erklären soll.

    Ich denke mal, damit werden nur irgendwelche Fomalien vorgetäuscht, damit es nicht so dumm aussieht, wenn Nery gleich wieder um den Titel boxen darf. Vielleicht gibts ja ein Miniturnier à la Holyfield um den Gürtel.

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