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Lomachenko und Povetkin siegreich

Lomachenko und Povetkin siegreich

In der O2 Arena in London Greenwich konnte sich Vasiliy Lomachenko am Abend erwartungsgemäß gegen seinen Herausforderer Luke Campbell durchsetzen. Am Ende hatte „Hi-Tech“ auf den Punktzetteln die Nase vorn und gewann einstimmig mit 119-108, 119-108, 118-109.

Lomachenko begann abwartend, studierte Campbell in den ersten Runden, sodass die Anfangsphase des Fights recht ausgeglichen war. Die erste Runde kann man durchaus an Campbell geben, da er der aktivere Mann war und mehr schlug, auch wenn nur ein linker Haken sein Ziel fand. Auch in Runde 2 ließ sich Campbell nicht „die Butter vom Brot nehmen“ und nutzte seine Reichweitenvorteile, während Lomachenko immer noch auf der Suche nach der richtigen Schlagdistanz zu sein schien. Ab der vierten Runde kam Lomachenko langsam auf Betriebstemperatur und ab Runde 5 setzte „Hi-Tech“ auch gute eigene Akzente. Gegen Ende des Durchgangs konnte Loma seinen Gegner das erste Mal in Schwierigkeiten bringen: nachdem er eine Linke ans Kinn und einen Treffer zum Körper genommen hatte, wich Luke Campbell an die Seile zurück, wo Lomachenko ihn weiter bearbeitete. Möglicherweise rettete nur der Rundengong den Herausforderer vor einer frühen Niederlage. Campbell kam aber aggressiv zurück und die sechste Runde gestaltete sich wiederum recht ausgeglichen.

In Runde 7 konnte der Herausforderer einige gute Körpertreffer anbringen, kassierte aber im Gegenzug mehrere harte Rechte und musste sich erneut an den Ringseilen stellen lassen. Campbell verkaufte sich trotzdem besser als erwartet und so lagen beide Boxer in dem engen Gefecht auf den Punktzetteln bis ins letzte Drittel des Kampfes etwa gleichauf. Erst in Runde 11 gelang es Lomachenko, einen Niederschlag zu erzielen. Nach mehreren harten Körpertreffern musste Campbell „ein Knie nehmen“, konnte sich aber bis zum Gong retten. Auch in der Schlussrunde war der alte und neue Weltmeister der dominierende Mann. Das Punkturteil der Offiziellen dürfte mit 119-108, 118-109 und 118-109 allerdings zu hoch gegriffen sein und spiegelt nicht den wahren Kampfverlauf wider.

Luke Campbell war trotzdem voll des Lobes für den Sieger: „Er hat mich gerade geschlagen, also ist er sehr gut. Er ist ein besonderer Fighter.“ Nachdem „Loma“ nicht nur seine WBA- und WBO-Titel verteidigt, sondern bei diesem Fight neben dem Gürtel des „Ring Magazines“ auch den vakanten Titel als WBC-Weltmeister im Leichtgewicht gewonnen hat, fehlt nur noch der IBF-Titel, den zurzeit Richard Commey trägt.

Soweit bekannt, erhält Luke Campbell für den Fight seine Rekordbörse in Höhe von 1 Million Pfund (etwa 1.122.000 US-Dollar), für Lomachenko und seinen Promoter Top Rank fallen etwa 4 Millionen US-Dollar ab.

Hier der Link zu einem Video des Kampfes: (KLICK)

 

Auf der Undercard konnte auch Alexander Povetkin den Ring als Sieger verlassen. Der Versuch seines Kontrahenten Hughie Fury, den Kampf mit seiner langen Führhand zu dominieren, misslang jedoch in weiten Teilen des Kampfes. Wie eine britische Tageszeitung hämisch schrieb: „Fury hatte in seinem ersten Kampf für Eddie Hearns Matchroom Boxing zwar ein Feuerwerk versprochen, aber wie befürchtet startete er in Schrittgeschwindigkeit und der 39-jährige Povetkin gab das Tempo vor.“

Zwar war deutlich zu sehen, dass der Boxer aus Russland nicht mehr die Spritzigkeit vergangener Tage besitzt, doch Furys Hoffnung, Povetkin würde im Kampfverlauf „die Puste ausgehen“, bewahrheitete sich nicht. Da in der ersten Hälfte des Fights viele Schläge von Povetkin danebengingen oder auf Furys Deckung landeten, dürfte der Brite sich trotzdem einige Runden gesichert haben.

Fury klammerte oft, wenn Povetkin in den Infight gehen wollte. Das Geschehen im Ring erinnerte mitunter wenig an einen Boxkampf. Ich hatte zugegebenermaßen die Hoffnung in mir getragen, dass Alexander Povetkin durch KO siegt, aber Furys Nehmerqualitäten haben das wohl verhindert. Trotzdem kam bei den Judges wohl der Povetkin-Style besser an, als das, was Hughie Fury zeigte. Der wirkte in den späteren Runden zudem etwas “fußlahm”, was Povetkin die Möglichkeit gab, einige Kombinationen und Körpertreffer anzubringen.

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Am Ende lautete das Urteil der Punkrichter trotz des Heimvorteils für Fury dreimal 117-111 für Alexander Povetkin, der sich mit seinem Sieg den vacanten WBA International Titel sichern konnte.  Hughie Fury zeigte sich nach seiner Niederlage enttäuscht: “Ich habe mein Bestes gegeben und bin nur Zweiter geworden.”

Enttäuscht dürften wohl auch die meisten Zuschauer gewesen sein, denn die hochgestellten Erwartungen vieler Boxfans konnte der Fight bei weitem nicht erfüllen, wie auch dieser Post von Dan Rafael (ESPN) zeigt:

 

Trotzdem hat Povetkins neuer Titel wohl Begehrlichkeiten geweckt:

Noch ist der Fight hier zu sehen:

https://www.dailymotion.com/video/x7j9s4f

 

Die weiteren Kämpfe und ihre Ergebnisse

Charlie Edwards vs. Julio Cesar Martinez: no contest wegen Nachschlagens

Joshua Buatsi besiegt Ryan Ford durch TKO
Joe Cordina gewinnt durch Punkturteil gegen Gavin Gwynne
James Tennyson siegt per KO über Atif Shafiq
Savannah Marshall: Sieg über Daniele Bastieri durch TKO
Martin Joseph Ward schlägt Josue Bendana durch TKO
Connor Coghill gewinnt gegen Dean Jones durch Punktsieg

 

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