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Lockdownproblem für „Pulev vs Joshua“?

Lockdownproblem für „Pulev vs Joshua“?

Der britische Premierminister Boris Johnson hat angesichts steigender Corona-Zahlen die Notbremse gezogen und einen Teil-Lockdown angekündigt. Die Beschränkungen sollen vorerst vom 5. November bis zum 3. Dezember gelten. Ab Donnerstag schließen alle „nicht dringend notwendigen” Geschäfte im Einzelhandel, alle Restaurants, Bars und Sporteinrichtungen. Fraglich ist allerdings, ob der Lockdown auch tatsächlich Anfang Dezember endet oder möglicherweise verschärft verlängert wird. In diesem Fall wäre wohl auch der Kampf zwischen Kubrat Pulev und Anthony Joshua betroffen.

Eddie Hearn hatte geplant, dass die Begegnung am 12. Dezember in der O2 Arena nicht ganz ohne Live-vor-Ort-Zuschauer über die Bühne geht. Ob das nun noch so machbar und erlaubt ist, wie von Hearn angedacht, bleibt abzuwarten. Kein Wunder, dass der Matchroom Boxing-Boss mittlerweile überlegt, den Kampf zwischen Anthony Joshua und Kubrat Pulev außerhalb der britischen Landesgrenzen stattfinden zu lassen.

Schon unmittelbar nach dem Match von Oleksandr Usyk gegen Dereck Chisora hatte Hearn in einem Interview erklärt: „​​Wir werden versuchen, Fans beim AJ-Kampf zu haben, aber wir könnten auch irgendwo anders hingehen.“

Während Kubrat Pulev schon länger erklärt, er würde auch ohne Zuschauer gegen Anthony Joshua antreten, sieht Hearn das Ganze eher unter materiellen Gesichtspunkten. Keine Zuschauer – keine Ticketverkäufe: „Wir können es durchziehen, aber wir wollen ein profitables Geschäft sein. In der O2 wäre es ein 2 Millionen (britische Pfund)-Geschäft gewesen.“

Möglicherweise ist Hearn bereits in Gesprächen mit Saudi-Arabien. Dort war man im Jahr 2019 bereit, für „Ruiz jr vs Joshua II“ 100 Millionen britische Pfund auf den Tisch zu legen. Das Kapitel Großbritannien scheint für Hearn im Bezug auf „Pulev vs Joshua“ aber noch nicht ganz abgeschlossen zu sein. Nach der erfolgreichen Veranstaltung „Dereck Chisora vs Oleksandr Usyk“ denkt Hearn angeblich darüber nach, in die Wembley Arena zu wechseln: „Wenn wir keine Fans in der O2 haben können, werden wir wahrscheinlich den AJ-Kampf hierher verlegen, da wir dort schon alles eingerichtet haben.“

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9 Kommentare

  1. 3. November 2020 at 13:02 —

    hoffentlich finde der kampf endlich statt. und danach wäre joshua usyk auch noch gut damit die ganzen pflichtaufgabe mal durch sind und man sich der kür widmen kann. fury sollte dann auch am besten gegen den interims champ und vielleicht auch nochmal gegen wilder geboxt haben!

  2. 3. November 2020 at 14:26 —

    Neulich gab es ja mal diese Diskussion über Pulevs dämliche Aussage mit dem „Tan“ – hier bei boxen.de sieht es aber tatsächlich so aus, als wäre eher Pulev der Afrikaner.

    Wir hatten es ja auch in letzter Zeit über die heuchlerischen Aussagen verschiedener Promoter. Zum Beispiel hatte sich Bob Arum darüber aufgeregt, dass Josh Taylor demnächst seinen Titel gegen Jack Catteral verteidigen muss – ein übles Mismatch. Dagegen besteht er seit langem auf diesen Kampf, der doch – seien wir mal ehrlich – ebenso komplett überflüssig ist. Pulev ist schon längst über dem Berg und taugte schon auf dem Berg nicht viel, wie man gegen Klitschko deutlich sehen könnte, ich glaube, ich war noch nie so enttäuscht über eine schlechte Leistung eines Boxers wie damals. Dieser Kampf könnte bei mir im Keller in meinem Fitnessraum stattfinden und ich würde ihn mir nicht anschauen, mit oder ohne Corona.

    • 3. November 2020 at 16:37 —

      Ich glaube du hast Teint gemeint und nicht Tan 😉.

      Im Boxen geht es leider schon lange nicht mehr darum das die Besten gegen die Besten antreten. Es geht nur noch darum soviel Geld wie möglich, in so kurzer Zeit wie möglich, mit sowenig Risiko wie möglich zu verdienen. Floyd hat es allen vorgemacht. Er hat mit Gefechten gegen Past-Primers über eine Milliarde Dollar verdient. Alleine bei den Kämpfen gegen Past-Prime Manny und Connor McGregor hat er über 500 Millionen Dollar gemacht.

      Das sind so kranke Summen dass jeder Boxer und Promoter wie läufige Hündinnen versuchen, diese Börsen für ihre Kämpfe zu erreichen. Da spielt es auch für AJ und Eddie keine Rolle ob er gegen Pulev oder sonst einen Sportler antreten wird, der keinerlei Gefahr darstellt.

      Alleine das Eddie schon wieder die Saudis klar gemacht hat zeigt doch das es keinerlei Rolle spielt was der geneigte Boxliebhaber von den Ansetzungen und ihrem Austragungsort hält.

      Pulev muss man zugute halten das er nichts dafür kann schon seit gefühlten hundert Jahren der IBF Herausforderer zu sein. Man kann ihm auch nicht vorwerfen das es keinen gegeb hat der ihm seinen Platz streittig machen konnte. Schon gar nicht kann man ihm Bob Aurums kluges Matchmaking vorwerfen der ihn erst in diese Position gebracht hat.

      Versteh mich nicht falsch. Persönlich halte ich seit knapp 10 Jahren nichts mehr von Pulev. Der Junge ist schon sehr sehr lange shot. Aber Boxen ist leider nur noch Politik und Geldmacherei und das auf allen Ebenen………………………..

      • 3. November 2020 at 18:53 —

        Pulev hatte „Tan“ (= Bräune) gesagt, aber Teint würde natürlich auch passen. Auf der Collage hat Pulev sowohl den besseren Teint als auch Tan 😀

        Der bekannte (nicht rassistisch gemeinte und damals auch noch unkommentiert in den Medien weiterkolportierte) Spruch von Graze „Gegen ‘nen Neger siehste im Ring immer blass aus“ wird in dieser Photoshoparbeit jedenfalls ad absurdum geführt.

      • 5. November 2020 at 15:28 —

        @ Gladio … Boxen war schon immer ein Geschäft und ist heute dank Internet und weltweiter Kommunikation transparenter als je zuvor. Vor 40 oder 50 Jahren wurden in verrauchten Hinterzimmern ganz andere Geschäfte gemacht.
        Das hier ist Berufsboxen, Betonung liegt auf Beruf. Das ist kein Sport. Wer Sport will, sollte zum Bundesligaboxen gehen.
        Ich weiß nicht, wie alt der Spruch schon ist und wem er schon alles zugeschrieben wurde … “Am Ende eines Boxkampfes gibt es keinen Gewinner und keinen Verlierer, nur Verdiener … ” So war und so richtig. Da lassen sich Leute teils unter Lebensgefahr ins Koma hauen … und das soll umsonst sein? Es ist ein gefährlicher Beruf, den man gute 10 Jahre ausüben kann, je länger, je gefährlicher … und am Ende zählt dann, wie gut Du die Leute unterhalten hast und wieviel Kohle Du dann hast, nicht ob Du sportlich die Nr. 1 warst oder die Nr. 4. …

        • 5. November 2020 at 16:13 —

          Leider wahr, dennoch sehr gut auf den Punkt gebracht.

        • 5. November 2020 at 22:14 —

          Klar war Boxen schon immer ein Geschäft und das die Mobster der ehrenwerten Gesellschaft schon immer ihre Hände mit im Spiel hatten ist auch klar. Mir ist auch bewusst welches bedeutungsvolle Wort dem Bergiff Preisboxen anheim liegt. Danke für die Aufklärung deinerseits selbst wenn sie völlig unnötig und ungewollt war.

          Der Unterschied zur Vergangenheit ist, das die Besten wenigstens noch die Besten boxen mussten um sportliche und vorallem finanzielle Anerkennung in den obersten Sphären zu erhalten, siehe Ali vs. Frazier, Hagler vs. Hearns, Duran vs. Robinson etc. etc………..

          In der Neuzeit verlangen Sportler Unsummen für Gefechte gegen Journeyman und Prospects mit gepimpten Records, die es einfach nicht wert sind angesetzt zu werden.
          Im PPV werden vergleichsweise hohe Summen zwischen 79 bis hin zu 100 Dollar für mittelmäßige bis schlechte Ansetzungen verlangt. Von diesen absurden Summen erhalten die Hauptkämpfer zu meist noch einen verhandelten Anteil.

          Das hat nichts mehr mit Boxern zu tun die sich um ihre Gesundheit sorgen machen müssen weil sie Kampfsportler sind und so schnell wie möglich so viel Geld wie möglich zu machen müssen. Das ist einfach nur kriminell. Das beinhaltet auch die Promotion, Sponsoren, Networks etc………….

          Natürlich ist die Gesundheit des Athleten wichtig und es ist wichtig sich selbst als Sportler zu schützen, als auch von deinem Team in der Ringecke geschützt zu werden, siehe Wilder. Aber wenn du Angst vor Gegnern hast die dir gefährlich werden können weil sie Gegenwehr leisten könnten die deinen Record negativ werden lassen kann, dann bist im Boxsport und ich sage ganz bewusst Boxsport, weil es noch immer ein Sport ist, wenn auch ein sehr gefährlicher, falsch aufgehoben.

          • 5. November 2020 at 22:17

            Ich meine natürlich Duran vs. Leonard

      • 5. November 2020 at 15:33 —

        PS. Ich kann den Wunsch der Zuschauer nach Wettbewerb sehr gut verstehen, dies nur noch mal als Nachsatz, aber das kann nicht das primäre Problem des Boxers sein, der vielleicht 4x oder 5x im Leben die Chance hat, mit einem gutem Kampf Kasse zu machen … vorher kämpft er sich in Ranglisten hoch und danach macht er den Journeyman für die, die hoch wollen …

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